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Ozonkiller Lachgas

Was ist Ozon, wofür brauchen wir Ozon?

Ozon (O3) in großer Menge entsteht hoch oben in der Stratosphäre, in einer Höhe von 20 bis 50 Kilometern, weil das UV-Licht der Sonne den Sauerstoff der Luft (O2) in zwei Sauerstoffatome (O) zerspaltet und diese sich an andere Sauerstoffmoleküle anschließen (O+O2=O3).

Diese Ozonschicht absorbiert nun den für uns gefährlichen UVC Anteil und auch einen großen Teil vom UVB-Anteil des Sonnenlichtes. Nimmt die Ozonkonzentration in der Stratosphäre ab und gelangt dadurch zu viel UVB Strahlung zu uns, dann steigt das Hautkrebsrisiko, denn die UVB-Strahlung dringt tief in die Haut ein und verursacht nicht nur Sonnenbrand sondern schädigt auch die Erbsubstanz.

Die Folge: Hautkrebs. Aber die Tücke daran ist:
Entscheidend für die Entstehung von Hautkrebs ist nicht eine einzelne Begebenheit, sondern die Gesamtdosis der UVB-Bestrahlung, die man im Laufe des ganzen Lebens einsammelt. Die Haut merkt sich alle "Jugendsünden" am Strand von "Malle" und addiert alle weiteren UVB-Bestrahlungen bis ins hohe Alter hinzu. Dann plötzlich bemerkt man das erste Mellanom...

Was hat es nun mit dem Lachgas auf sich?

Im Jahre 1772 erzeugte der Universalgelehrte Joseph Priestley in seinem Chemielabor diverse Stickstoff-Sauerstoff-Verbindungen. Darunter die Verbindung (N2O).

Einige Jahre später experimentierte der Autodidakt Sir Humphry Davy mit Stickoxiden. So roch er wohl am Distickstoffoxid und nahm einen ordentlichen Atemzug davon, wodurch er 1799 die berauschende Wirkung des Lachgases entdeckte.

Als sich das herumsprach, wurde der Lachgas-Rausch zunächst von Schaustellern auf Jahrmärkten eingesetzt, um damit das Publikum zu belustigen. Dadurch entstand wohl auch der Name "Lachgas".

Der Chemiker und Zahnarzt Horace Wells bemerkte während einer solchen Vorführung im Jahre 1844, wie sich ein Mann das Schienbein aufschlug, ohne danach Schmerzen zu empfinden. Fortan gab er seinen Patienten eine Nase voll von dem Lachgas und konnte ihnen nun ohne Angst und ohne Schmerzen einen Zahn ziehen. Auch er selbst nahm gerne mal eine Nase voll und probierte auch andere Narkotika aus.

Lässt man Lachgas bzw. Distickstoffoxid, oder Distickstoffmonoxid einfach in die Umwelt entweichen, dann ist es ein sehr wirksames Treibhausgas. Das ist nicht erst seit heute bekannt. In Bodennähe reagiert es kaum mit anderen Bestandteilen der Luft. Aber unter Einwirkung der vollen UV-Strahlung hoch oben in der Stratosphäre zerfällt es zu NO und reagiert dann mit dem Ozon zu Stickstoffdioxid (NO2) und Sauerstoff (O2). Mit anderen in der Stratosphäre vorhandenen Molekülen, insbesondere mit dem aus FCKW-Zeiten vorhandenen Chlor wird der Aufbau weiterer ozonabbauender Verbindungen gefördert. Lachgas ist also ein absoluter Ozonkiller. Auch das ist längst bekannt. Aber bisher ging man nicht von nenneswerten Mengen aus und sah daher keine Bedrohung.

Gar nicht mehr zum Lachen ist den Wissenschaftlern nun aber, weil sich der N2O-Ausstoß derzeit jährlich um 0,25% erhöht. Das klingt so wenig, aber wenn es so weiter geht, dann wird ein mächtiges Problem vorprogrammiert! Die Forscher rechnen mit einer gewaltigen Kettenreaktion, durch die unsere Ozonschicht nachhaltig geschädigt werden könnte.

Als man in den 80er Jahren erkannte, dass FCKWs für den rapiden Abbau unserer Ozonschicht und die Entstehung eines Ozonlochs mitverantwortlich waren, wurde deren Emission eingedämmt und heute wissen wir, dass man gut daran getan hat. Jetzt gilt es die Gesetzgeber auf eine weitere Gefahr für unsere Ozonschicht aufmerksam zu machen. Nur sind die Lachgaserzeuger nicht so leicht ausfindig zu machen. Als Hauptquellen nennen die Forscher industrielle Düngung und Verbrennungsanlagen.

Nachdenklich sollte man aber auch werden, wenn man folgendes liest:

Das Problem ist aber seit Langem bekannt und nicht unlösbar:

Fazit:

Das Lachgas könnte zu einem Problem werden. Es ist aber nur eines von vielen Abgasen, die wir Menschen in unseren Industrieanlagen, Verbrennungsmotoren, Kraftwerken und Heizungen erzeugen. Manchmal können wir unsere Abgase filtern oder den Ausstoß bestimmter Gassorten mittels Katalysatoren verringern. Bei einer chemischen Umwandlung entstehen aber andere Stoffe, deren Wirkung wir manchmal nicht sofort einschätzen können. So wurde das Lachgas bislang in Kauf genommen bzw. in dieser Menge für unschädlich gehalten.

Auch die Natur beteiligt sich mitunter sehr heftig (z.B. durch Vulkanausbrüche) an der Produktion von schädlichen Stoffen, worauf wir nur selten Einfluss nehmen können. Der Spiegel berichtete im Februar über natürliche und sehr ergiebige Lachgasquellen in der subarktischen Tundra.

Eines muss man sich immer vor Augen halten: Unser Planet ist kein unerschöpfliches Schlaraffenland, sondern ein von einer dünnen Kruste umgebener Feuerball, auf dem sich nur durch viel Glück eine so angenehme und für uns Menschen bewohnbare Oberfläche gebildet hat. Das System ist empfindlicher als wir vielleicht vermuten. Wenn wir es nicht pflegen oder es gar selbst zerstören, dann wird sich die Erde ohne uns weiterdrehen.
 

Weblinks zum Thema Ozonkiller :

 


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