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Unser Mond

Der Mond
Obiges Bild basiert auf dem Foto von Luc Viatour

Gleich nach der Sonne natürlich ist der Mond das wichtigste und größte Objekt an unserem Himmel. Um ihn ranken nicht nur sehr viele Mythen. Er beeinflusst unsere Welt sehr stark. Auf die Erdachse wirkt er wie ein Stabilisator. Unsere Meere werden von ihm ordentlich durchgeschaukelt. Einige Tiere und Pflanzen richten sich nach seinem Lauf. Und manche Menschen lassen sich ebenfalls von ihm beeinflussen.

Wie ist der Mond entstanden?

Ehrlich gesagt - das wissen wir gar nicht. Monde können auf unterschiedliche Art entstehen:

  • Sonne, Planeten und Monde bilden sich annähernd gleichzeitig durch Dichteschwankungen in der Ur-Materie.
  • Staubansammlungen oder kleinere Brocken in der Umlaufbahn können sich auch später noch zum Mond verdichteten.
  • Im Sonnensystem herumtreibende Brocken können vom Planeten eingefangen werden.
  • Nach dem Zusammenprall mit einem anderen Himmelskörper verbleiben Trümmer in der Umlaufbahn.
  • Durch eine heftige Explosion wird Materie vom Planeten in eine Umlaufbahn geschleudert.

Unser Erdenmond hat ein paar ganz besondere Eigenschaften, die sich mit den Standard-Modellen nicht erklären lassen:

  • Der Mond ist verhältnismäßig groß
  • Seine Dichte ist viel geringer als die der Erde
  • Auf dem Mond fehlen leicht flüchtigen Elemente, auch in gebundener Form.
  • Die isotopische Zusammensetzung der untersuchten Mondgesteine ist nahezu identisch mit den Gesteinen in der Erdkruste. (Was auf den Rest des Sonnensystems nicht zutrifft!)
  • Der Drehimpuls des Systems Erde-Mond ist ungewöhnlich hoch.
  • Seine Bahn ist gegenüber der Erdbahn und gegenüber dem Erd-Äquator recht stark geneigt.

Derzeit favorisieren die meisten Wissenschaftler die Theorie, dass das Material für den Mond in der frühesten Entstehungszeit aus der Proto-Erde herausgeschlagen wurde. Hierzu war der präzise Zusammenprall (eher ein Streifschuss) mit einem anderen riesigen Objekt (ungefähr so groß wie der Mars heute) erforderlich, so dass Materie aus dem frühen Erdmantel und aus dem anderen Objekt in eine Umlaufbahn geschleudert wurden und innerhalb von nur 100 Jahren den Proto-Mond bildeten. Der kühlte dann recht schnell so weit ab, dass sich die ersten Einschlagskrater bilden konnten. Weitere Krater entstanden durch vulkanische Aktivität nicht zuletzt wegen der enormen Gezeitenkräfte, die den Mond immer wieder aufheizten und durchwalkten. Die ältesten Mondkrater werden auf über 4 Mrd. Jahre datiert. Die ältesten Mondgesteine sind ca. 4,5 Mrd Jahre alt. Also nur wenige Millionen Jahre jünger als die Erde.

Hat der Mond ein Magnetfeld?

Heute gehen wir davon aus, dass der Mond wohl komplett erstarrt ist. Es gibt also kein Magma mehr und somit auch keine Vulkanaktivitäten. Allenfalls gibt es noch einen ca. 1000 Grad heißen Eisenkern, der aber nicht mehr richtig flüssig und somit auch nicht in Bewegung ist. Damit fehlt der "innere Dynamo", der bei der Erde für die Entstehung des Magnetfeldes zuständig ist. Der Mond hat also kein Magnetfeld.

Bis vor ca. 1 Mrd. Jahren war das vermutlich noch anders. Zum einen kann man in erzhaltigem Mondgestein einen schwachen Restmegnetismus feststellen und zum anderen haben die Wissenschaftler bei der näheren Untersuchung von noch entsprechend "jungen" Verwerfungen, Mulden, Gräben und Abhängen auf der Mondoberfläche Anzeichen dafür gefunden, dass der Mond zu dieser Zeit - sehr wahrscheinlich in Folge der Abkühlung und Verdichtung des zuvor flüssigen Inneren - ein wenig (nur ca. 100 Meter) geschrumpft sein muss.

Der Mond zeigt uns immer die selbe Seite

Dass man heute so genau über die Mondoberfläche bescheid weiß und somit auch über die Strukturen und die Kraterverteilung, das verdanken wir neben der recht intensiven Monderforschung in den 60er und 70er Jahren vor allem auch der NASA-Mondsonde "Lunar Reconnaissance Orbiter" (LRO), die den Mond nun schon seit Juni 2009 umkreist.

Nun wirken sich ja die Gezeitenkräfte - also die gegenseitige Anziehung zwischen Erde und Mond auch auf die Eigenrotation der beiden Himmelskörper aus. Der Mondes als kleinerer von beiden ist davon besonders stark betroffen. Dieser wurde von Anfang an sehr stark gebremst, so dass er schon vor ca. 4 Mrd. Jahren nur noch sehr schwach rotierte und schließlich in seine typische umlaufbahngebundene Rotation 'einrastete'. Das heißt, bei einem Umlauf um die Erde dreht er sich im gleichen Drehsinn genau einmal um die eigene Achse. Daher ist von der Erde aus immer die selbe Seite zu sehen. Das hat übrigens auch zur Folge, dass der Schwerpunkt des Mondes von seiner Mitte etwas in Richtung Erde verschoben ist.

Wissenschaftler des Institut de Physique du Globe de Paris haben die Verteilung und das Alter von knapp 50 Mondkratern sehr genau untersucht. Ergebnis: Einige besonders alte Krater konzentrieren sich quasi auf der falschen Seite des Mondes. Sie glauben daher, der Mond hätte mal genau in die entgegengesetzte Richtung geschaut. Sie vermuten daher, dass der Mond vor ca. 3,9 Mrd. Jahren durch einen oder mehrere mächtige Einschläge in seiner umlaufbahngebundene Rotation gestört worden ist und sich eine Zeit lang wieder etwas schneller drehte, bis ihn die Gezeitenkräfte endgültig mit seiner Umlaufbahn synchronisierten. Seither zeigt uns der Mond aber immer das selbe Gesicht.

Die Theorie basiert auf einer einfachen physikalischen Begebenheit: Ungefähr so wie ein Auto, das nach schneller Fahrt hauptsächlich auf der Frontscheibe die toten Insekten kleben hat, fängt sich der Mond die meisten Meteoriteneinschläge auf der Seite ein, die in Richtung seiner Umlaufbahn um die Erde zeigt. Auf der zur Erde hin gewandten Seite dürften eigentlich kaum Einschläge zu sehen sein, weil auf dieser Seite ja die Erde als riesiger Schutzschild dient.

Wechselwirkung zwischen Mond und Erde

Gleichsam wie eine Balancierstange wirkt der Mond sehr beruhigend und stabilisierend auf die Erdachse. Aber die Anziehungskräfte (Gezeitenkräfte) zwischen Erde und Mond bewirken auch eine gegenseitige Bremsung. Die Eigenumdrehung des Mondes wurde kurz nach seiner Entstehung bereits auf nur noch eine einzige Umdrehung pro Erdumlauf gebremst. Die Erde ist größer und ausdauernder. Aber auch ihre Eigenrotation ist in den vergangenen 4 Mrd. Jahren deutlich langsamer geworden. Wissenschaftler haben z.B. durch Messungen von Wachstumsringen an Korallen herausgefunden, dass vor 400 Millionen Jahren der Erdentag nur 22 Stunden dauerte. Noch ältere Sedimentproben zeigen auf, dass vor etwa 900 Millionen Jahren ein Tag nur ca. 18 Stunden hatte.

Schuld an diesem Bremseffekt ist vor allem das Meer, welches Gezeitenwellen bildet. Während die Erde sich dreht, versucht sie diese Flutberge mit sich zu ziehen. Das geht aber nicht. Es entsteht Reibung und die Rotation der Erde wird gebremst. Der Mond hat zwar kein Wasser. Aber um ihn quasi bis zum Stillstand zu bremsen, reicht die vergleichsweise gewaltige Gravitation der Erde auch so.

Wir Menschen bekommen von dieser Bremserei nicht viel mit, denn es dauert 50.000 Jahre, bis sich der Tag um eine volle Sekunde verlängert hat. Immerhin sieht man sich aber schon genötigt, alle paar Jahre mal eine Schaltsekunde einzulegen, um die allzu präzise gemessene Zeit der Atomuhren an den tatsächlichen Sonnenstand anzupassen!

Theoretisch würde es der Mond in ca. 50 Milliarden Jahren geschafft haben, die Erdrotation an seine Umlaufgeschwindigkeit anzupassen. Es ist aber müßig, darüber nachzudenken, denn die Sonne ist im Begriff, sich aufzuheizen und wird schon in weniger als einer Mrd. Jahren dafür sorgen, dass es auf der Erde höllisch heiß wird.

Der Mond driftet uns davon !?

Seit seiner Entstehung hat sich der Mond immer weiter von der Erde weg bewegt. Diese Tendenz hält auch heute noch an. Derzeit wächst der Abstand um knapp 4 cm jährlich. Tendenz ebenfalls zunehmend. Gemessen wird der Abstand Erde-Mond regelmäßig mittels Laserstrahl. Sowohl von amerikanischen als auch von sowjetischen Mondmissionen wurden dazu insgesamt fünf Retroreflektoren auf dem Mond aufgestellt.

Die allmählich zunehmende Entfernung erklärt sich nicht etwa durch eine beschleunigte Mondumlaufbahn. Im Gegenteil, der Mond wird ja immer langsamer. Erklärt wird das Phänomen durch ein physikalisches Gesetz; nämlichdie Erhaltung des Drehimpulses. Die Erde wird vom Mond gebremst, wodurch das Gesamtsystem Erde-Mond langsamer rotiert. Der Drehimpuls muss aber erhalten bleiben. Also wird der Bahndrehimpuls von der Erde auf den Mond übertragen und er muss sich von der Erde entfernen. Das selbe Prinzip wirkt, wenn sie sich auf einem Drehstuhl um sich selbst drehen. Wenn sie dann die Arme ausstrecken, dann drehen Sie sich langsamer. Wenn sie aber die Arme wieder eng an den Körper nehmen, dann drehen Sie sich wieder schneller. Beim Mond ist es umgekehrt. Das System wird gebremst, der Drehimpuls bleibt aber erhalten und so wird das System gezwungen, "die Arme vom Körper zu strecken" - sprich der Mond wird gezwungen, seinen Abstand zur Erde zu erhöhen. Die Erde gibt ihren Anteil am Gesamtdrehimpuls an den Mond ab und wird dadurch zusätzlich gebremst..(Hauptbremse ist ja die Reibung des Wassers, wenn es vom Mond hochgezogen wird).

Für uns Menschen sehe ich keine unmittelbare Gefahr, denn wenn sich der Effekt nicht dramatisch beschleunigt, dann bedeutet das gerade mal, dass der Mond sich in einer Million Jahren um 40 Kilometer von uns weg bewegt. Und die Erdtage verlängern sich bis dahin gerade mal um 10 Sekunden. Das ist für uns Menschen bereits ein gewaltiger Zeitraum.

Da sich der Mond nicht exakt im Kreise um uns bewegt, beträgt die Entfernung Erde-Mond ohnehin zwischen 363.000 und 405.000 Kilometern. Das sind über 40.000 Kilometer Differenz, von der wir hier auf der Erde nicht wirklich etwas spüren. Selbst wenn der Mond also in rund 1 Mrd. Jahren um satte 40.000 Kilometer abgedriftet sein wird, ist das kein Problem.

Wird der Mond ins Weltall entschwinden?

Nein. Der Effekt wird sich nicht endlos fortsetzen. Irgendwann würde die Erde ihren Anteil am Gesamtdrehimpuls weitgehend an den Mond abgegeben haben und das System hätte sich stabilisiert. - Hätte, wäre, könnte....

Wenn wir so viel Zeit hätten (etliche Milliarden Jahre) und die Sonne auch sonst keinen Einfluss auf unser Rotationssystem nehmen würde, dann würde sich die Erdrotation mit der Umlaufgeschwindigkeit des Mondes synchronisieren und das System würde sich stabilisieren. Vermutlich würde der Mond sich maximal bis auf ca. 550.000 Kilometer von der Erde entfernen. Seine Umlaufgeschwindigkeit um die Erde würde sich bis dahin fast halbiert haben. Und die Erdrotation würde synchron zum Mond laufen, also würde ein Erdentag dann wohl ca. 7 Wochen dauern. Der Mond würde quasi geostationär immer über der selben Stelle über uns schweben. - Welch ein Bild!

Dummerweise lebt unser Stern - die Sonne - aber auch nicht ewig und wird sich schon in den nächsten Milliarden Jahren langsam aufblähen und damit beginnen, ihre inneren Planeten nach und nach zu verschlucken. Zuvor wird sie immer stärker strahlen und so wird es schon im Laufe der nächsten 500 Mio Jahre auf der Erde um einiges ungemütlicher werden. Dazu kommt die Klimaentwicklung auf der Erde und was wir Menschen sonst noch anstellen werden. Also ist es somit müßig, sich darüber Gedanken zu machen, wie weit der Mond sich maximal entfernt. Sicher ist aber, dass wir uns um das Abdriften unseres Mondes nicht so sehr den Kopf zerbrechen müssen. Wir haben ganz andere Sorgen...
 

Sonnenfinsternis

Wenn sich der Mond ziemlich genau zwischen Erde und Sonne schiebt und sein Schatten auf die Erde fällt, dann kann man von der Erde aus eine Sonnenfinsternis sehen. Da die Mondbahn aber gegen die Erdachse geneigt ist, verfehlt der Schatten die Erde meist, so dass nur alle ein bis zwei Jahre mal die Bedingungen für eine richtige Sonnenfinsternis erfüllt sind. Dabei werden aber immer unterschiedliche Regionen auf der Erdkugel vom Mondschatten getroffen. Alle halbe Jahre kann man irgendwo auf der Erde zumindest eine Teilfinsternis beobachten. Wenn man nicht weit reisen will, dann hat man allerdings höchstens einmal im Leben eine Chance auf eine totale Sonnenfinsternis. Im Schnitt dauert es 140 Jahre, bis der Kernschatten des Mondes wieder mal über den selben Ort auf der Erde hinwegzieht. Zuletzt am 11.08.1999 war der Süden Deutschlands (Stuttgart, Augsburg, München) Schauplatz einer totalen Sonnenfinsternis. Erst am 3. September 2081 streift der Mondschatten wieder unser Land. Diesmal aber noch weiter südlich. Der Kernschatten wird hauptsächlich über die Schweiz hinwegziehen.

Nur etwa jede dritte totale Sonnenfinsternis wird auch tatsächlich als komplette Verfinsterung erscheinen. Nicht jedesmal ist die Mondscheibe nämlich tatsächlich groß genug, um die Sonne vollständig zu verdecken. Das liegt daran, dass die Erdbahn um die Sonne nicht kreisförmig sondern elipsenförmig ist. Der Abstand von Erde und Mond zur Sonne ist also nicht gleichbleibend. Findet die Sonnenfinsternis in einem Sonnenfernen Punkt statt, dann verdeckt der Mond die Sonne vollständig. In Sonnennähe reicht die Mondscheibe dafür aber nicht aus und man sieht einen mehr oder weniger dicken Feuerrand trotz totaler Finsternis im Kernschatten.

Mondfinsternis

Vergleichsweise häufiger als die Sonnenfinsternis und meist wenig spektakulär ist das Auftreten einer Mondfinsternis. Hierbei durchläuft der Mond den Schatten der Erde. Man unterscheidet zum einen, ob der Mond vom Kernschatten der Erde getroffen wird, oder ob er sich nur im Halbschatten befindet. Außerdem kann es wieder eine totale Abdeckung geben oder nur eine partielle. Aber selbst bei einer totalen Mondfinsternis im Kernschatten der Erde wird der Mond nicht vollständig finster. Durch die Atmosphäre der Erde wird noch etwas Licht zum Mond umgelenkt. Er erscheint dann in einem tiefen Rot.

Menschen auf dem Mond

In den 1950er-Jahren (in Zeiten des Kalten Krieges) begann neben dem Wettrüsten auch der "Wettlauf ins All" zwischen den USA und der damaligen UdSSR, wobei es politisch gesehen nur um die Demonstration der (technischen und militärischen) Überlegenheit ging und Geld keine Rolle spielte. Für die Wissenschaftler waren das natürlich paradiesische Verhältnisse. Auch das Wissen der deutschen Raketentechniker kam beiden Seiten gerade recht.

Der damalige US-Präsident Eisenhower verkündete Ende Juli 1955 vollmundig, dass er einen Erdsatelliten in Auftrag geben werde. Prompt kam die Antwort von Sowjet-Chef Nikita, ebenfalls einen Satelliten starten zu wollen. Hündin Laika im AllDie Sowjets verfügten von Anfang an über stärkere Raketentriebwerke und die Amerikaner wollten nicht direkt auf die militärische Forschung zurückgreifen, sondern lieber eigene Raketen für die ausdrücklich friedliche Nutzung entwickeln. Und während die USA noch schraubten, schickten die Russen am 4. Oktober 1957 mal eben ihren ersten Flugkörper "Sputnik 1" in die Erdumlaufbahn. Kurze Zeit später schickten sie in aller Eile das erste Lebewesen - die Hündin Laika - mit "Sputnik 2" ins All. Weitere Hunde folgten diesem Beispiel. "Sputnik 5" brachte seine lebende Fracht im August 1960 lebendig wieder zurück. In der westlichen Welt entbrannte die erste große Empörung über Tierversuche.

Nach einem spektakulären Fehlstart ihrer neu entwickelten Trägerrakete im Dezember '57 (sie explodierte 1 Sekunde nach dem Start auf der Startrampe) schickten die Amerikaner ihren ersten Satelliten "Explorer 1" erst am 1. Februar 1958 ins All, wobei sie nun doch auf die bewährte militärische Technik zurückgriffen und die von Wernher von Braun weiterentwickelte Jupiter-C-Trägerrakete (Juno 1) verwendeten. Immerhin war der Satellit im Gegensatz zum primitiven Sputnik-Piepser schon mit einigen Messinstrumenten bestückt und somit von großem wissenschaftlichem Nutzen.

Die erste unbemannte Raumsonde auf dem Mond war wieder eine sowjetische: Lunik 2 startete am 12. September 1959 und schlug planmäßig am 14. September um 00:02:24 Moskauer Zeit auf dem Mond ein. Zuvor (Anfang 1959) hatte man Lunik 1 versehentlich am Mond vorbei geschossen. Damit hatten die Sowjets dann auch gleich das erste von Menschen gebaute Objekt in eine Sonnenumlaufbahn gebracht. Eine weitere Sonde (Lunik 3) ließ man um den Mond herum fliegen, wobei u.a. die ersten Fotos von der Mondrückseite entstanden. Eine ganze Anzahl weiterer Lunik-Flüge schlugen fehl. Über die sprach man aber nicht weiter.

Der erste Mensch im All war natürlich auch wieder ein Russe. Am 12. April 1961 wurde er mit seinem Raumschiff "Wostok 1" in die Umlaufbahn geschossen und umrundete einmal (in nur 108 Minuten) die Erde. Danach landete er wohlbehalten rund 1000 Kilometer südöstlich von Moskau, nahe der Städte Engels und Saratow.

Erst am 20. Februar 1962, nach mehreren Startaufschüben wegen schlechtem Wetter und technischen Problemen, vollführte John Herschel Glenn als erster Amerikaner einige Erdumkreisungen. Nachdem sich der Hitzeschild gelöst hatte, folgte ein äußerst aufregender Landeanflug. Nach einer insgesamt knapp 5-stündigen Odyssee wurde die Raumkapsel aus dem Atlantik gefischt.

1963 war mit der Russin Walentina Tereschkowa die erste Frau im All. Und 1965 machte der Russe Alexei Leonow nur mit einer Leine gesichert den ersten Spaziergang im All. Drei Monate später machten es die Amerikaner nach.

Zwischenzeitlich arbeiteten Russen (Luna-Raketen) und Amerikaner (Ranger) - jeder für sich natürlich - an der weichen Landung auf dem Mond. Dabei lief einiges schief. Aber Geld spielte ja nach wie vor keine Rolle. "Ranger 4" war die erste amerikanische Sonde, die den Mond erreichte und dort einschlug. Allerdings nicht ale Ergebnis einer gesteuerten Prozedur, sondern vielmehr im Blindflug ohne Funkverbindung. Die Sonde wurde am 26. April 1962 von der Schwerkraft des Mondes erfasst und schlug auf dessen Rückseite auf. Weitere Ranger-Sonden folgten 1964 und 1965. Nummer 7,8 und 9 übermittelten tausende Bilder, bevor sie planmäßig hart auf dem Mond einschlugen. Am 3. Februar 1966 gelang den Russen mit "Luna 9" endlich die erste weiche Landung auf dem Mond. Die Batterie reichte leider nur noch für 3 Tage, aber in dieser Zeit schickte der Mondlander Fotos und Strahlungsmesswerte zur Erde. Dies war ein voller Erfolg und Meilenstein für die Sowjets und die ganze Menschheit. Weitere Luna-Sonden wurden als "Orbiter" konzipiert und erforschten mit ihren Kameras und Sensoren die Mondbeschaffenheit und weitere Landeplätze. Die Amerikaner konterten am 2. Juni 1966 und brachten die Sonde Surveyor 1 ohne Schaden auf die Mondoberfläche. Diese hatte genügend Energie für 6 Wochen Betrieb und über 11000 Fotos von der Mondoberfläche.

In der Folgezeit 1967 und 1968 erforschten die Sowjets den Mond - wenn überhaupt - nur noch aus der Umlaufbahn, da sie vom Pech verfolgt waren. Eigentlich wollten Sie ja die ersten sein, die Proben vom Mond zur Erde bringen. Aber während die Amerikaner immer wieder die weiche Landung übten, kam es bei den Russen zu technischen Problemen mit den Trägerraketem, der Steuerung und den Bremsfallschirmen. An eine bemannte Raumfahrt war überhaupt nicht zu denken!

Den Amerikanern gelang im Dezember 1968 die erste bemannte Umrundung des Mondes mit "Apollo 8". Damit waren die Astronauten Frank Borman, James A. Lovell und William Anders die ersten Menschen und Lebewesen überhaupt, welche unsere Erde komplett verlassen hatten. Nach ihrem perfekten Start am 21.12.68 und einem 3-Tägigen Flug erreichten sie pünktlich zu Heiligabend den Mond. Sie waren die ersten, die zu einem anderen Himmelskörper flogen. Sie umkreisten den Mond 10 mal (und brauchten dafür nichtmal einen Tag) und von da ganz oben aus dem Himmel wünschten sie denen auf der Erde frohe Weihnachten und verlasen eine Weihnachtsbotschaft. Dann kehrten sie mit ihrem Raumschiff zur Erde zurück, wo sie am 27. Dezember erfolgreich im Wasser des Pazifischen Ozeans landeten. Das ganze dauerte 6 Tage.

Die Mondlandung am 20. Juli 1969

Nachdem ein bemannter Testflug mit Landemodul im Mai '69 ebenfalls erfolgreich verlief (Apollo 10), erfolgte an jenem denkwürdigen 20.07.69 schließlich die erste Landung von Menschen auf dem Mond (Apollo 11).

Apollo 11 startete am 16.07.1969 vom Kennedy Space Center in Florida. An Bord waren die 3 Astronauten Neil Armstrong, Edwin "Buzz" Aldrin und Michael Collins. Wie üblich benötigten sie 3 Tage für den Flug zum Mond und schwenkten daher am 19.07.1969 erstmal in eine Umlaufbahn ein. Nach etlichen Umkreisungen und etwa einen Tag später klinkte sich die Landefähre "Eagle" aus. Armstrong und Aldrin nahmen Kurs auf die Mondoberfläche, während dessen Pilot Collins die Stallwache an Bord der für den Rückflug notwendigen Rakete (Kommandokapsel) "Columbia" verblieb und weiter um den Mond kreiste. Nach einem nicht ganz perfekten Anflug und letztlich manueller Korrektur landete die Mondfähre schließlich butterweich auf dem Mond.

Buzz Aldrin betritt den MondNun hatten die beiden Astronauten erst einmal damit zu tun, alle nötigen Vorbereitungen für den Rückflug zu treffen. Vor allem mussten sie herausfinden, wo genau sie sich befanden, denn nach einigen Problemen während des Landeanfluges wurde der vorgesehene Landepunkt nicht getroffen und Armstrong hatte nicht die Zeit gefunden, um irgendwelche Geländeformationen zu beobachten und zu identifizieren. Auch Collins, der im Zeitraum des Mondaufenthaltes 5 mal den Mond umkreiste, konnte nicht helfen, da er den Lander nicht sichtete. So dauerte die Programmierung des Bordcomputers einiges länger.

Als Commandant hatte Neil Armstrong schließlich die Ehre, als erster auszusteigen und den Mond eigenfüßig zu betreten. Gefilmt wurde er dabei von einer Außenkamera und von seinem Kollegen durchs Fenster der Raumfähre, wodurch die Zuschauer an den Fernsehgeräten bereits die passenden Bilder bekamen, als Armstrong die berühmten Worte sagte: "That's one small step for a man - one giant leap for mankind!"

Buzz Aldrin auf dem MondSein Pilot Aldrin folgte ihm 20 Minuten später und wurde dabei von Armstrong fotografiert. (siehe Bilder links und rechts). Die beiden Astronauten stellten eine Flagge auf, fotografierten und filmten alles und Millionen Menschen auf der Erde konnten weitere bedeutende Schritte in der Evolution der Menschheit live an den Fernsehgeräten beobachten. Sie sammelten Mondgestein und führten diverse Experimente durch, ruhten zwischendurch auch aus. Einen Tag lang (22 Std) hielten sich die Astronauten auf dem Mond bzw. in der Landefähre auf. Dann starteten sie die Triebwerke der "Eagle" und synchronisierten sich wieder mit der Umlaufbahn der Kommandokapsel. Einige Stunden später dockten sie an und wurden von Collins in Empfang genommen. Die Landefähre war nun unnötiger Ballast und wurde daher kurzerhand abgestoßen. Damit war am 22.07.1969 alles klar für den Rückflug zur Erde. Der klappte ohne nennenswerte Zwischenfälle, so dass die Kapsel am 24.07.69 vom Bergungsschiff USS Hornet an Bord genommen werden konnte.

 

Hier sind sie noch einmal: Die ersten Menschen auf dem Mond:

Links im Bild:
Neil Alden Armstrong, geb. 05.08.1930, ehemaliger Testpilot. Als Kommandant der Mission "Apollo 11" betrat er als allererster Mensch den Mond.

Rechts im Bild:
Buzz Aldrin, geb. 20.01.1930, ehemaliger Kampfpilot und erster Astronaut mit Doktorgrad. Als Pilot war er primär zuständig für die Landefähre. Er betrat kurz nach Neil Armstrong als zweiter Mensch den Mond.

Und in der Bildmitte:
Michael Collins, geb 31.10.1930, ehemaliger Kampf- und Testpilot. Als Pilot der Kommandokapsel sorgte er für die sichere Heimkehr, blieb aber während der Mondlandung in der Umlaufbahn zurück.
 

Kurz darauf, schon im November 1969 landete auch die zweite NASA-Crew erfolgreich auf dem Mond. Siehe Wikipedia: Apollo 12.  (Apollo 12). Ebenfalls sehr lesenswert sind die weiteren Apollo-Missionen bei Wikipedia:

 

Weblinks:

 


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