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Das Bier-Lexikon

Das stärkste Bier

Das stärkste Bier ist das mit dem größten Alkoholgehalt. Um diesen in Weltrekordhöhe zu schrauben, verwenden die Brauereien immer mehr Tricks. Inzwischen fühlt man sich mancherorts auch nicht mehr ganz so eng an das Reinheitsgebot gebunden. Dennoch werden gewaltige Anstrengungen unternommen, um immer noch sagen zu können, dass man ein Bier gebraut hätte. Man kann also nicht einfach ein paar Flaschen Schnaps ins fertige Bier schütten, obwohl das Ergebnis zweifelsohne besser wäre, als die mühsam zusammengebraute Weltrekord-Pampe...

Ich halte es für notwendig, dass man einen Unterschied macht, zwischen den Experimental-Bieren, die nur auf maximalem Alkoholgehalt getrimmt sind und solchen Bieren, die noch eindeutig wie ein Bier aussehen und schmecken.

Starkbiere, bei denen der Alkoholgehalt lediglich durch hohe Stammwürze und abschließendes Frostverfahren in vernünftigen Grenzen erhöht wurde, sind als Eis-Bock bekannt. Mit dieser absolut reinheitsgebotkonformen Methode lässt sich der Alkoholgehalt schon (weit) über 10% steigern. Beim Trinken nimmt man den Alkoholgehalt bereits (irgendwann auch recht störend) mit der Nase wahr. Ansonsten schmeckt das Bier aber wie Bier und sieht auch wie Bier aus.

Bei den Superstarkbieren geht die Brautechnik aber über das Normalmaß hinaus, was geschmacklich selten von Vorteil ist und im Extremfall dazu führt, dass das Endprodukt keinem Bier mehr ähnelt.

Das stärkste Bier der Welt , welches man noch wirklich genießen kann

eku 28 ... welches streng nach dem Reinheitsgebot gebraut wird und welches man noch aus einem normalen Bierglas trinken und auch ohne Einschränkungen als Bier genießen kann, ist meiner Ansicht nach immer noch das Kulmbacher EKU28. Der Kulminator ist der Inbegriff der Starkbiere. Ursprünglich hatte dieses Eis-Bock aus Kulmbach einen Stammwürzegehalt von 20% und einen Alkoholgehalt von 9% und war damit lange Zeit das stärkste Bier der Welt. Inzwischen wird in der Kulmbacher Brauerei das Nachfolgeprodukt "EKU 28" (Stammwürze: über 25%;  Alkohol: 11,0 %) gebraut. Inzwischen gibt es aber Biere, die bei weitem mehr Alkohol enthalten. Und da nicht jeder konform mit meiner Meinung geht, dass auch ein Alkohol-Weltmeister-Bier noch gut schmecken muss oder mancher vielleicht ein anderes Bier mit noch etwas mehr Alkohol durchaus für trinkbar hält, kann ich den Kulminator nur als meinen persönlichen Favoriten anführen.

Das wohl definitiv stärkste Bier der Welt ist derzeit das Schorsch-Bock 57% aus Franken

Es geht um die Ehre, das stärkste Bier Deutschlands bzw. das stärkste Bier der Welt zu brauen. Mit Hilfe intensiver "Hardcore"-Brauverfahren werden die Biere auf weit über 20% Alkoholgehalt frisiert. Ich kam mit der Aktualisierung des Bier-Lexikons schon gar nicht mehr hinterher, weil es immer neue Rekordmeldungen gab...

Noch im Januar 2009 vermeldete das Berliner Brauhaus Südstern: "Stärkstes Bier der Welt kommt aus Berlin" Nach einer mehrwöchigen Reifungsphase und extremem Wasserentzug mittels Frostverfahren bescheinigte die TU Berlin sagenhafte 27,6 % Alkohol. Mit seiner dickflüssigen Konsistenz und ziemlich süßem Geschmack war es ein typisches Überbier, das man eher als "bierigen“ Likör" ansehen konnte.

Nun bricht aber offenbar ein ganz neues Zeitalter der Bierrekorde an, denn kurz hintereinander wurde erst die 30%-Marke, dann sogar die 40%-Marke überschritten. Und nun erreicht mich die Meldung, dass man sich bereits der 60%-Marke nähert! Damit kommt man vom "Bierlikör" weg und überschreitet schon den für einen ordentlichen Schnaps üblichen Wert.

Letzter Stand vom Oktober 2011 ist: über 57 Vol% !!
Der Rekordhalter ist die Schorschbräu GmbH in Gunzenhausen, Franken.
Infos aus erster Hand: www.schorschbraeu.de

Schorschbock 57
Foto: www.schorschbraeu.de

Braumeister Schorsch (Georg Tscheuschner) hat schon seit Langem einen Ehrenplatz in unserem Bier-Lexikon, denn sein Schorschbock - früher auch mal als "Donnerbock" bekannt - hat lange Tradition und ist somit nicht das Ergebnis einer einmaligen Schnapsidee, sondern das Produkt langjähriger, liebevoller Weiterentwicklung.

Entsprechend bietet Schorsch eine ganze Palette von durchaus noch trinkbaren Superstarkbieren an. Deren Alkoholgehalt bewegt sich normalerweise um 13 bis 16 Prozent.

Schorsch hat sich eigentlich niemals träumen lassen, dass er mal ein Bier mit über 40 Prozent herstellen würde. Angestachelt wurde er dazu eigentlich erst durch den Wettstreit mit schottischen Brauern.

Sehen Sie dazu einen TV-Beitrag aus der Reihe "Abenteuer Leben", der am 8. Juni 2010 auf Kabel 1 lief: Tagescheck: Das stärkeste Bier der Welt - demnach entsprach die schottische Bierprobe mit 29,3 Vol% nicht so ganz dem Wert, der auf dem Etikett stand (41%). Die Schotten setzten aber noch einige male nach, wobei schließlich ein Hammerbier mit 55% Alkoholgehalt entstand. Dieses nannen sie "The End of History" denn sie glaubten nicht, dass dieser Wert noch übertroffen werden könnte.

Doch Schorsch sagte: "Es ist erst vorbei, wenn ich es sage." Und so machte er sich noch einmal ans Werk und braute das aktuelle Rekordbier mit über 57% Alkoholgehalt. (Man liest hier über 57,5% und dort sogar 57,7%)

Sehen Sie dazu auch wieder einen TV-Beitrag; diesmal ausgestrahlt vom Bayrischen Fernsehen am 26.01.2012 in der Sendung "quer":   Stärkstes Bier der Welt aus Franken

Wie die anderen Superstarkbiere von Schorsch, so ist auch das Weltmeisterbier käuflich zu erwerben. Allerdings nur in stark limitierter Auflage (36 Flaschen) und natürlich nicht ganz billig (200Euro pro Flasche). Dafür ist aber auch jede einzelne Flasche vom Braumeister handsigniert und nummeriert. Vielleicht probieren Sie aber mal eines der 13- oder 16-prozentigen Bockbiere oder verschenken ein zünftiges "Geburtstagsbier (so stakr wie du alt bist - 18% - 25% - 30%)....

Sie können die Biere leider nicht direkt bei Schorschbräu bestellen. Aber bei folgendem Online-Händler:

Hier gibt es u.a. Schorsch-Bock und das stärkste Bier der Welt
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Suchen Sie im Shop nach "Schorsch" oder stöbern Sie und staunen Sie

Weltrekordbier im Guinnes Buch derRekorde

Durch einen Eintrag im Buch der Rekorde wird ein Weltrekord höchst offiziell. Aber nicht jeder Rekordversuch wird rechtzeitig dort angemeldet, weshalb die oben genannten Biere nicht im Guinness-Buch zu finden sind.

Stärkstes Bier der Welt im August 2005: Sam Adams Utopias (25%)

Die Boston Beer Company, welche erst 1984 von Jim Koch gegründet wurde, braut in Boston, Massachussetts, USA die "Samuel Adams"-Biere. Demnach experimentiert Jim Koch Sam Adams - die stärksten Biere der Welt. Von links nach rechts: Triple Bock,
MM II und Utopias als Ausgleich zu den üblichen Lager- und Light-Bierchen, wie sie der amerikanische Kunde so schätzt, mit seinen "Extrem-Bieren".

Er begann 1991 mit dem Samuel Adams Triple Bock, welches 18% Alkoholgehalt hatte. Dieses Spezialbier veränderte sich im Laufe der Jahre und Jim Koch experimentierte weiter. Er begann Zucker in Form von Ahorn-Sirup hinzu zu fügen und als ganz besondere Geschmacksnote lagert er das "Bier" in gebrauchten Whiskey-Fässern. Jährlich entnahm er Proben von verschiedenen Jahrgängen. Inzwischen gab es Varianten mit noch höherem Alkoholgehalt, so z.B. das Samuel Adams Millenium mit 20%. Außerdem begann er das Bier in allen möglichen gebrauchten Fässern zu lagern. Sherry, Cognac, Brandy ... selbst vor Weinfässern machte er nicht halt. So enthalten seine Proben die unterschiedlichsten Aromen.

Und auch der Alkoholgehalt stieg immer weiter. Es folgte das Utopias MMII, welches im Guinness Buch der Rekorde.aufgeführt wurde und schon bald eine zweite Auflage davon, mit 25,6% Alkohol. Beide Biere sind aber nur einmal - also in einer limitierten Auflage - hergestellt worden. Nicht bei Guinness angemeldet hat er weitere Generationen. So z.B. die 4. Generation des Utopias im Jahre 2007 mit 27 Vol.% Alkoholgehalt. Samuel Adams Utopias, das stärkste Bier der Welt

Konsistenz und Geschmack dieser Extrembiere erinnern natürlich längst nicht mehr an ein normales Bier. Es heißt, es riecht ziemlich aufdringlich nach Alkohol und irgendetwas undefinierbarem. Der Geschmack nach süßlich bitterer Schokolade ist eigentlich typisch für solch ein Überbiere. Es handelt sich um eine sehr außergewöhnliche Spezialität. Man muss einfach wissen, was einen erwartet, nämlich etwas ähnliches, wie ein ziemlich in die Jahre gekommener, kräftig nachgesüßter Portwein oder ein (etwas zu) alter Bitter-Schoko-Sherry, ggf. auch noch mit einem Hauch von Vanille und Karamell....

Es gibt noch weitere Guinnes-Rekorde rund ums Bier:


Die Vorgehensweise der "Hardcore"-Brauer:

  1. Stammwürzegehalt steigern durch extrem langes oder mehrfaches Würzekochen,
    wobei viel Wasser verdampft Die Würze wird dadurch bereits eingedickt und man kann davon ausgehen, dass sehr viele Aromen dabei verloren gehen oder sich verändern. Das Reinheitsgebot schreibt weder Kochzeiten noch Wassergehalt in der Würze vor. Bei einem Super-Bockbier steigert man den Stammwürzegehalt mindestens auf 30%. Es sind aber auch über 50% machbar, wenn einem der Geschmack und das spätere Aussehen des Bieres völlig egal sind...
     
  2. Vor der Gärung zusätzliche Kohlenhydratbeigaben.
    Beigaben von Zucker, egal in welcher Form, verstoßen ganz eindeutig gegen das Reinheitsgebot. Manche Rekordbierbrauer glauben aber, dass natürlicher Zucker aus irgendwelchen Sirupsorten eine Ausnahme darstellt. Mehr Zucker bedeutet natürlich mehr Futter für die Hefezellen und somit mehr Alkohol bei der Gärung. Man muss sich nicht wundern, dass dadurch das Aussehen und der Geschmack des Bieres deutlich beeinflusst werden.
     
  3. Die während der Gärung sterbende Bier-Hefe immer wieder ergänzen oder/und durch alkoholresistentere Wein-Hefe ersetzen.
    Übersteigt die Alkoholkonzentration ein bestimmtes Maß (gegen 13%), dann werden die Bierhefezellen dadurch abgetötet, was nicht nur die Gärung beendet, sondern ggf. auch das Bier verdirbt. Da im Reinheitsgebot nicht viel über die zu verwendende Hefesorte steht, spricht eigentlich nichts dagegen, wenn man auf einen stabileren Hefestamm ausweicht. Also verwenden die Hardcore-Brauer einfach eine alkoholresistentere Hefeart, wie sie z.B. bei der Weinherstellung zur Anwendung kommt. Natürlich wirkt sich auch das wieder auf den Biergeschmack aus. Genau so kann man die abgestorbenen Hefezellen rechtzeitig entfernen und frische Hefe nachfüllen. Diese sterben dann zwar auch recht schnell ab, können aber noch ein wenig mehr Alkohol erzeugen. Die Prozedur lässt sich einige male Wiederholen. So kitzelt man noch ein oder zwei zusätzliche Prozent heraus, ohne gegen das Reinheitsgebot zu verstoßen.
     
  4. Nach der Gärung die Alkoholkonzentration durch Wasserentzug steigern (Eisbock)
    Auch dies ist eine ganz legitime Methode. Allerdings bedeutet der Entzug von Wasser eine Eindickung der Flüssigkeit. Die Hardcore-Brauer wiederholen das Frostverfahren so oft, bis nur noch ein dickflüssiger Bierextrakt übrig bleibt. So kommt man auf einen Alkoholgehalt von über 25 Prozent. Dem Brauverfahren nach nennt man es noch Bier. Aber dem Aussehen nach und auch geschmacklich ist der Bier-Sirup nicht mehr mit einem richtigen Bier zu vergleichen.
     
  5. Vor und nach dem Frostverfahren wird das Bier sehr lange und ggf. in ganz speziellen Fässern gelagert. Es findet ein Reifeprozess und ggf. eine Nachgärung statt, wodurch der Alkoholgehalt noch etwas ansteigt und der Geschmack positiv beeinflusst wird, beispielsweise durch die Verwendung von gebrauchten Whiskey-Fässern.
     


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