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Das Bier-Lexikon

Kater oder auch Katzenjammer

... ist der unerfreuliche Zustand nach übermäßigem Alkoholgenuss. Bei einem verantwortungsbewussten Menschen sollte es dazu eigentlich gar nicht kommen. Nun kann es aber vorkommen, dass man im Verlaufe einer ausgelassenen Feierlichkeit (beispielsweise in der Silvesternacht) auch mal ein Bierchen mehr trinkt oder gar den einen oder anderen Schnaps. So kann es auch vorkommen, dass man unter dem stimmungsaufhellenden und enthemmenden Einfluss des Alkohols und unter einem gewissen "Gruppenzwang" nicht mehr ganz so verantwortungsbewusst denkt und dann noch ein paar Biere trinkt und noch ein paar Schnäpse; erst am nächsten Morgen bereut man es dann...

Dieses entsetzliche Gefühl in der Magengegend, oft begleitet durch migräneartige Kopfschmerzen, ist offenbar die Folge einer akuten Alkohlvergiftung. Ganz genau weiß man es nicht, denn die Wissenschaftler haben den Mechanismus noch nicht enträtselt. Tatsache ist aber, dass der Alkohol dem Körper Wasser und wichtige Mineralien entzogen hat und dass eine gewisse Anzahl Nerven- und Gehirnzellen gekillt oder zumindest geschädigt und gereizt wurden. Wer während des Saufgelages auch noch viel geraucht hat, bzw. passiv mitrauchen musste, der hat vielleicht auch noch mit den Folgen einer leichten Nikotinvergiftung zu kämpfen. Außerdem wurde das Gehirn durch den Qualm zusätzlich mit Sauerstoff unterversorgt, was u.U. weitere Gehirnzellen gekostet hat. Das Hauptentgiftungsorgan, die Leber hat noch Stunden nach der Alkoholparty schwer zu schaffen. Hochprozentige Schnäpse haben womöglich auch der Magenschleimhaut ziemlich zugesetzt.

Der Organismus reagiert nun mit Übelkeit, Kopfschmerzen und allgemeinem Unwohlsein. Die Nerven sind empfindlich. Jede Art von Krach und helles Licht werden als besonders störend empfunden. Der Mund ist trocken, die Stimme heiser.

Mittel gegen den Kater:
Am besten vorsorgen:

Am besten sorgt man dem Kater vor, indem man möglichst wenig Alkohol zu sich nimmt. Zum Beispiel indem man beim Bier bleibt und keine Schnäpse oder sonstigen Alkoholgetränke zu sich nimmt. Man sollte in Maßen saufen, nicht in Massen. Ein Glas Wasser zwischen den Bierchen bremst die Alkoholaufnahme und beugt dem Flüssigkeitsverlust vor. Ein deftiges, fettreiches Essen schützt den Magen vor dem Alkohol, ergänzt den Mineralhaushalt und verlangsamt ebenfalls den Übergang des Alkohols ins Blut. Ein paar Stangen Salzgebäck tun es auch.

Auf gar keinen Fall soll man dem Kater mit einer Aspirin-Tablette oder sonstigen Medikamenten vorbeugen. Abgesehen davon, dass Alkohol und Tabletten sich in ihren Nebenwirkungen verstärken, sorgen Wirkstoffe wie ASS auch noch dafür, dass der Alkohol besser und schneller ins Blut gelangt. Man wird also ruckzuck besoffen und belastet unnötig seine Leber und die Nieren. Besser Du trinkst zum Abschluss noch ein ordentliches Glas Wasser.

Wenn man so vernünftig ist und nur ein oder zwei Bierchen trinkt, dann wirkt der Alkohol recht ermüdend. Dem kann man mit Koffein entgegenwirken. Also z.B. mit einem Glas Cola oder einem Energy-Drink. Auch hiermit bitte nicht übertreiben!

Wenn sich das Bett dreht...

Wenn sich das Bett zu drehen beginnt, dann hast Du einen ordentlichen Alkoholrausch. In dem Falle könntest Du einfach noch einmal aufstehen und einen (weiteren) Spaziergang machen. So versorgst Du Dein Gehirn mit viel frischer Luft und schindest etwas Zeit für den Alkoholabbau. Die Leberfunktion wird wie die Funktion anderer Organe durch die Bewegung angeregt. Ein Frucht- oder Tomatensaft oder ein Honigbrot können den Alkoholabbau beschleunigen. Ein auf den ersten Blick witziger, aber durchaus funktionierener Tipp ist auch folgender: Halte ein Bein aus dem Bett und stelle den Fuß auf die Erde. Damit 'bremst' Du das Karussell...

Am nächsten Morgen:

Hast Du es Dir mal so richtig gegeben, dann helfen Dir am nächsten Morgen vielleicht folgende Tipps:

  1. Versorge Dein geschundenes Gehirn mit Sauerstoff:
    Mach ein Fenster auf, mach einen Spaziergang und rauche nicht.
     
  2. Ergänze die Wasser- und Mineralienverluste:
    Trinke viel Flüssigkeit. - Nein, KEIN BIER!
    Nein, auch keine Milch und keine Fruchtsäfte. Die verträgt der angeschlagene Magen jetzt womöglich nicht.
    Trinke Tee oder Wasser (mit wenig Sprudel)
    Ein Tomatensaft ist auch OK. Aber bitte keine Bloody Mary!
    Iss ein paar Salzstangen. Die beruhigen den Magen.
    Iss auch 'ne Banane und etwas Zwieback. Das füllt den Magen und enthält wichtige Mineralien und Vitamine.
     
  3. Gönne Deinem Körper Ruhe:
    Schlaf Dir den Rausch einfach aus. Im Schlaf kann sich der Körper am besten regenerieren.
     
  4. Wenn Du zur Arbeit musst:
    Ein Kaffee tut gut und regt an. Aber bitte nicht wie im Wildwestfilm gleich massenhaft Kaffee trinken. Kaffee wirkt zwar entgegen der landläufigen Meinung nicht entwässernd. Das Koffein geht aber auf die Pumpe und trägt dadurch nicht unbedingt zu besserem Wohlbefinden bei. Das gilt natürlich auch für die sog. "Energy-Drinks" Außerdem ist besondere Vorsicht geboten, wenn man mit dem Auto zur Arbeit fahren will: Nach neuesten Forschungsergebnissen wirkt gar zu viel Koffein negativ auf das Reaktionsvermögen. Man fühlt sich zwar fit, aber zusammen mit dem Restalkohol führt zu viel Koffein ggf. zu erhöhter Unfallgefahr!
     
  5. Wenn die Kopfschmerzen gar zu unerträglich sind:
    Ein oder zwei Kopfschmerztabletten (ASS oder Ibuprophen ) wirken natürlich Wunder. Die Nebenwirkungen können sich in Verbindung mit dem Restalkohol allerdings verstärken und werden zu einem unkalkulierbaren Risiko. Außerdem hat die Leber schon genug zu tun und sollte daher wenn möglich nicht noch weiter belastet werden. Aus diesem Grunde wird von dem ansonsten eher sanften Wirkstoff Paracetamol abgeraten. Wenn die Magenschleimhaut durch harte Schnäpse in Mitleidenschaft gezogen wurde, sind ASS und Ibu aber ebenfalls keine gute Wahl. Mit einem Säureschutzmittel wie Algeldrat oder Magaldrat kann man deren magenschädlicher Wirkung aber ein wenig vorbeugen.
     
  6. Häufiges, starkes Erbrechen führt zu weiterem starkem Mineral- und Flüssigkeitsverlust und evtl. zur Verätzung der Speiseröhre durch die Magensäure. Es ist also eine gute Idee, wenn man bei starker Übelkeit schnellstmöglich ein Medikament einnimmt, das den Magen beruhigt oder evtl. auch den Brechreiz hemmt (Pillen gegen Reisekrankheit).
     
  7. Wenn es Dir so richtig, richtig! übel ergeht, dann handelt es sich womöglich nicht nur um einen Kater, sondern um eine handfeste Alkoholvergiftung. Ganz ehrlich: So weit solltest Du es niemals kommen lassen! In diesem Falle benötigst Du die Hilfe eines Arztes. Zögere also nicht lange, sondern ruf den Notarzt: 112.
Alkohol gehen den Kater?

Als Mittel gegen den Kater werden oder wurden hier und da gern alkoholische Mixgetränke angepriesen, wie Fruchtsaft oder Tomatensaft mit Wodka (allen voran die Bloody Mary). Dabei soll der Fruchtsaftanteil wohl den Geruch und Geschmack des Alkohols mildern, da er beim "Katerpatienten" sonst zum sofortigen Brechreiz führen würde. Tatsächlich liegt das Übel oft im Alkoholabbau, so dass eine erneute Anhebung des Alkoholpegels dem Kater wirklich entgegenwirkt.

Aber!!! Erstens kann das Halten des Alkoholpegels nicht die Lösung sein, da dies letztlich nur zum Leberschaden führen kann. Zweitens kann man so (betrunken und mit einer Fahne) nicht zur Arbeit erscheinen. Und außerdem führt dieses Verhalten unweigerlich zur Alkoholsucht.
 



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