www.BuntesWeb.de
www.BuntesWeb.de - Wissenschaft & Wissenswertes
 
 

Das Bier-Lexikon

Hopfen, lat. Humulus, engl. Hops

HopfenpflanzeHopfen ist eine Schlingpflanze aus der Familie der Hanfgewächse und somit durchaus verwandt mit dem Hanf, bzw. mit der Haschischstaude, woraus die Droge Canabis gewonnen wird. So enthält auch der Hopfen ein stimmungsaufhellendes Morphin, das "Hopein", welches man aber nur in den weiblichen Blüten findet. Weitere bisher noch gar nicht vollständig untersuchte und verstandene Wirkstoffe befinden sich in anderen Teilen der Pflanze und haben zum Teil beruhigende, zum Teil auch antiseptische Wirkungen.

Für die Verwendung bei der Brauerei wird Hopfen in Deutschland gezüchtet und angebaut an langen Stangen bzw. an Drahtgestellen. Im Bier steht weniger das Hopein in Vordergrund, als die Funktion der Hopfenbitterstoffe und Aromen als Würzmittel. Es wird also der Geschmack des Bieres durch Beigabe von relativ geringen Mengen Hopfen beeinflusst.

Hopfen enthält rund 100 Bitterstoffe, ebensoviele Polyphenole und rund 300 Aromastoffe, deren Wirkung bzw. Wirkungsweise die Wissenschaftler bisher noch gar nicht ergründen konnten. So liegt es noch immer bei den Braumeistern und ihrer Experimentierfreudigkeit, die optimale Dosierung des Hopfens für eine bestimmte Biersorte herauszufinden. Je mehr Hopfen man nimmt, desto stärker machen sich die Bitterstoffe bemerkbar. Pilsener Biere sind stark gehopft und daher verhältnismäßig bitter. Ansonsten kann die selbe Menge Hopfen bei unterschiedlichen Biersorten ganz unerwartet anders schmecken. Hat eine Brauerei mal das optimale Bierrezept mit der richtigen Menge und Sorte Hopfen gefunden, dann macht sie ein großes Betriebsgeheimnis darum.

Hopfen ist also gewissermaßen die Würze des Bieres (nicht zu verwechseln mit der Würze beim Brauen) Er gibt dem Bier vor allem sein herbes Aroma, stabilisiert den Schaum und macht es haltbar. Letzteres ist heutzutage nicht mehr ausschlaggebend, da moderne Brauverfahren und verbesserte Reinlichkeit wesentlich mehr zur Haltbarkeit beitragen als die antiseptische Wirkung des Hopfens..

Mancher bildet sich zudem ein, dass Bier glücklich und gut gelaunt macht und dass dies auf Wirkstoffe im Hopfen (womöglich auf das Hopein) zurückzuführen ist. Ich denke, das kann schon sein, aber eigentlich liegt es an der enthemmenden Wirkung des Alkohols.

Auf andere Hopfenwirkstoffe wiederum lässt sich zurückführen, dass Bier den Apetit steigert. Diese und so manche andere Wirkung kann man den besagten Polyphenole zuschreiben. Medizinisch lässt sich das aber schwerlich nachweisen, da die Mengen eigentlich unterhalb der wissenschaftlich messbaren Schwelle liegen. Doch wenn man an die Wirksamkeit der in der Homöopathie verwendeten Wirkstoffmengen glaubt, dann muss man auch die Wirkstoffe im Bier zur Kenntnis nehmen und kommt dann zu dem Schluss, dass ein Glas Bier hin und wieder auch der einen oder anderen Krankheit vorbeugen kann - natürlich immer unter Berücksichtigung des Schadens, den der Alkohol anrichten kann.
 



Copyright by Jörg Wischnewski - Logos, Warenzeichen, Schutzmarken etc. stehen im jeweiligen Recht und Eigentum der eingetragenen Inhaber, auch wenn dies nicht ausdrücklich einzeln angegeben ist.