www.BuntesWeb.de
www.BuntesWeb.de - Wissenschaft & Wissenswertes
 
 

Das Bier-Lexikon

Einschenken ; Zapfen

Bier trinkt man aus einem passenden Bierglas bzw. Trinkgefäß. Der üblicherweise sehr hohe Kohlensäuregehalt und die damit verbundene Schaumentwicklung machen es unmöglich, das Bier einfach so wie Saft oder Milch ins Glas zu schütten. Beim Einschenken von Bier bedarf es einer gewissen Erfahrung und Vorsicht, so dass es ohne übermäßige Verluste ins Glas gelangt und sich zum Schluss noch eine hübsch anzusehende Blume ergibt.

Einschenken

Kommt das Bier aus der Flasche oder aus einer Dose, dann spricht man vom Einschenken. Das ist nicht wirklich kompliziert, aber man tut gut daran, wenn man sich an gewisse Regeln hält.

  1. Vor dem Einschenken sollte das Bierglas stets sauber und trocken sein. Spülmittelreste sind Gift für den Bierschaum, daher spült man Biergläser möglichst nur mit klarem Wasser. Man kann das Bierglas unmittelbar vor dem Einschenken klar spülen, aber Feuchtigkeit ist ebenfalls eineSchaumbremse. Trockene Gläser sind daher besser.
  2. Beim Einschenken: Man lässt das Bier nicht einfach ins Glas plumpsen, weil dadurch sofort sehr viel Kohlensäure verloren geht und große unkontrollierbare Mengen Schaum entstehen. Man hält das Glas schräg und lässt das Bier zunächst ganz vorsichtig ins Glas laufen. Damit zum Schluss eine Blume entsteht, kann man das letzte Drittel mit etwas mehr Schwung füllen. Natürlich muss man das Glas zum Schluss gerade halten.
  3. Nach dem Einschenken: Das Bierglas muss stets bis zum Eichstrich gefüllt sein. Passende Gläser haben genau die richtige Größe, um eine Flasche Bier einzufüllen. Ist kein Eichstrich vorhanden, dann füllt man das Glas etwa so weit, dass noch ein Daumen breit bis zum Glasrand übrig bleibt. Dieser Raum sollte sich mit Bierschaum auffüllen. Bei einem gut eingeschenkten Pils mit entsprechend stabilem Schaum ragt die Blume dann noch etwa einen Zentimeter über den Glasrand hinaus. Die Prozedur kann je nach Glasform, Biersorte und Kohlensäuregehalt unterschiedlich ausfallen und zu unterschiedlich ausgeprägter Blumenbildung führen. Für den Schankwirt ist der Eichstrich verbindlich, im Privatgebrauch wird das Glas unter Berücksichtigung der Schaumbildung randvoll eingeschenkt. Es gibt keine halbvollen Biergläser - nur halbleere (nach dem ersten großen Schluck)
  4. Kennen Sie den Spruch "Ein gutes Pils braucht 7 Minuten"? Das ist Quatsch! Je länger das Einschenken dauert, desto mehr Kohlensäure geht verloren. Schenken Sie einfach so ein, dass Ihnen der Schaum nicht in die Schuhe läuft und servieren Sie dann umgehend. Durst ist schlimmer als heimweh!
Zapfen

Kommt das Bier aus dem Fass, dann spricht man vom Bierzapfen. In dem Falle wird das Bier mittels Zapfhahn aus dem Fass ins Bierglas gelassen. Diese Prozedur kann etwas mehr Geduld erfordern, aber es gelten die selben Regeln wie beim Einschenken aus der Flasche.

Was macht das Zapfen so viel schwieriger?

Beim Füllen der Fässer und je nach Zapftechnik auch beim Zapfen wird CO2 verwendet. Das hat einen wichtigen Grund: Bier beginnt abzustehen, sobald es mit dem Luftsauerstoff in Berührung kommt. Daher wird schon beim Befüllen der Fässer jeglicher verbleibender Hohlraum mit CO2 gefüllt und damit die Luft verdrängt. Will man beim Zapfen verhindern, dass Luft ins Fass gelangt, dann verwendet man weiteres CO2 und erzeugt damit im Fass einem gewissen Überdruck. Je nach dem, wie optimal die CO2-Zufuhr funktioniert und wie heftig man das Zapfventil betätigt, macht sich der CO2-Überschuss durch erhebliche Schaumbildung bemerkbar. Man benötigt daher etwas Übung und Zapferfahrung, bis man verschiedene Biersorten zügig und ohne große Sauerei zapfen kann.


 



Copyright by Jörg Wischnewski - Logos, Warenzeichen, Schutzmarken etc. stehen im jeweiligen Recht und Eigentum der eingetragenen Inhaber, auch wenn dies nicht ausdrücklich einzeln angegeben ist.