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Das Bier-Lexikon

Bierfass - Fassbier

Grundsätzliches über Fässer

Ein Fass hat die zylindrische Form einer Tonne und wird je nach Verwendungsart auch so genannt. Fässer sind die modernen Nachfolger der Tongefäße des Altertums.

Eigenschaften der Bierfässer

Bier enthält viel Kohlensäure. Das soll auch so bleiben, bis es getrunken wird. Außerdem verdirbt der Luftsauerstoff schon nach kurzer Zeit den Biergeschmack. Bierfässer müssen daher 100% dicht sein und einen gewissen Druck aushalten.

Bierfässer waren früher (bereits im Mittelalter) aus Holz. Moderne Bierfässer heute sindmodernes, Industrie- Bierfass aus Metall (Alu oder Stahlblech). Die alten Holzfässer hatten eine bauchige Form, damit man sie auch ohne maschinelle Hilfe leicht bewegen konnte. Durch den Bauch hatten sie nur eine kleine Auflagefläche, was den Rollwiderstand herabsetzte und auch einen Richtungswechsel ohne großen Kraftaufwand ermöglichte. Moderne, industrielle Bierfässer werden mit Hubwagen bewegt und bei Lagerung und Transport muss man sparsam mit dem Platz umgehen. Daher haben sie eine weitgehend einfache und zylindrische Form. Wo man davon ausgehen muss, dass so ein Fass doch mal von Hand bewegt werden muss, hat es je nach Größe eine Wulst , die dann genau die selben Vorteile hat, wie die traditionelle Form der bauchigen Holzfässer, oder Tragegriffe, wie das rechts abgebildete 50-Liter-Fass. Ursprünglich wurden Fässer nur für den Transport und die Lagerung im professionellen Bereich verwendet. So auch in Wirtshäusern. Flaschen haben aber dem Fass den Rang abgelaufen, weil sie einfach viel praktischer sind.

Eigenschaften von Fassbier

Manche Bierfreunde sind der Meinung, dass Fassbier einfach besser schmeckt. Da in den Kellern der Wirtshäuser moderne Alu- oder Stahlfässer stehen und nicht etwa Holzfässer, muss der Geschmacksunterschied wohl durch das Zapfsystem erklärt werden. Hierbei wird gern Kohlensäure eingesetzt, um das Bier aus dem Fass in die Zapfleitung zu drücken. Vielleicht hat das Bier dadurch zusätzlich noch etwas mehr Sprudel und schmeckt erfrischender. Wahrscheinlich wollen Auge und Phantasie einfach auch mittrinken. Jedenfalls ist Bier vom Fass etwas besonderes. Drum zahlt man gern etwas mehr dafür und so lange der Kunde es wünscht, bietet die Brauerei es natürlich auch an.

Warum ist Fassbier teurer, obwohl größere Gebinde doch eher einen Mengenrabatt rechtfertigen?

Nun, das liegt daran, dass Fassbier seitens der Brauerei in der Minderheit ist. Zusätzlich zur normalen Flaschenabfüllanlage, die sich um den Hauptbierbedarf kümmert, bedeutet die Reinigung und Befüllung von Fässern einen zusätzlichen Aufwand. Beim Schankwirt bedeutet der Betrieb und die Sauberhaltung der Zapfanlage ebenfalls einen zusätzlichen Aufwand.

Der Fassbier-Kult

Manche Bier-Liebhaber sind absolut überzeugt davon, dass Bier aus dem Fass stets besser schmeckt. Daher wollen sie auch daheim nicht länger Flaschenbier trinken, sondern ein richtiges Bier vom Fass! Die Bierindustrie ist natürlich bemüht, dem Kunden alle Wünsche von den trockenen Lippen abzulesen, noch bevor sie ausgesprochen werden. Also gibt es Fassbier für den Endkunden.

Begonnen hat es mit ganz normalen, aber für den Einzelkunden extrakleinen Fässern. Die musste man noch richtig anstechen...  Doch der Einfallsreichtum der Brauer kennt keine Schranken. So erfand man das 5-Liter-Fass mit integriertem Zapfhahn. Das ist zwar nicht die ganz hohe Zapfkultur, aber wenn man die Bedienunganleitung beherzigt, dann kommt man sauber und leicht ans Bier, wie der folgende kleine Film sehr schön erklärt:

Wer es dann doch lieber etwas luxuriöser haben möchte, der kauft sich eine Bierzapfanlage für den Heimanwender. Der hier abgebildete Bier Maxx zapft Bier aus den handelsüblichen 5-Liter-Fässern. Außerdem ist eine Kühlanlage eingebaut, damit das Bier nicht warm wird. Für den nötigen Druck sorgt eine CO2-Patrone.

Tipp für kühles Bier: Die Kühlungen solcher Heimzapfanlagen sind nicht sehr kraftvoll ausgelegt. Wenn man nicht ewig warten möchte, dann sollte das Bier schon kühl sein, wenn man das Fass in die Anlage einbaut.

Tipp, falls unerklärlicher CO2-Mangel herrscht: Wenn das unter Druck stehende CO2 aus der Patrone kommt, dann ensteht kälte und somit Eis. So kann sich ein Ventil oder eine Düse schonmal zusetzen. Die regelmäßige Überprüfung und das Durchblasen der verstopften Ventile sorgt für störungsfreien Biergenuss.

Am kultigsten ist es natürlich, wenn auf dem Oktoberfest zu Anfang richtige Holzfässer angestochen werden. Wegen der Lagerung im Holzfass vermuten die Bier-Fans auch hier einen besonderen Geschmack. Tatsächlich ist das Anzapfen eines Holzfasses aber nur Show. Der Haupt-Bier-Strom fließt nachher durch eine moderne Zapfanlage und daran werden die üblichen Metallfässer angeschlossen.

Wie man aber sieht, zählt die "Gaudi". Biertrinken macht erst in guter Gesellschaft richtig Spaß. Und Fassbier macht eben noch mehr Spaß.
 



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