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Das Bier-Lexikon

Anstechen, Anzapfen

o'zapfe'So nennt man das, wenn man Bier aus einem Fass entnimmt. Wobei das "Anzapfen" eher der Vorgang ist, bei dem man den Zapfhahn bzw. die Zapfanlage mit dem Bierfass verbindet. So weit man dazu den Zapfhahn kurzerhand in das Fass schlägt, spricht man auch vom "Anstechen".

Ist der Zapfmechanismus - sprich der Zapfhahn dann einsatzbereit, dann geht es ans Bierzapfen. Damit ist nichts anderes gemeint, als die Betätigung des Zapfventils, damit das Bier aus dem Bierhahn in ein geeignetes Trinkgefäß fließt. Ob das jetzt ein dicker, gläserner oder gar tönerner Humpen ist, oder eine schlanke Pilstulpe, das kommt wohl auf die Biersorte an, aber der Zapfanlage ist das schnuppe.

Während der Wirt im Keller oder unterm Tresen nur noch moderne Metallfässer an seine Zapfanlage anschließt, verwendet man die guten altmodischen Holzfässer nur noch zu besonderen Anlässen. Zum Beispiel gehört es zum Brauchtum, dass man das Oktoberfest in München mit dem traditionellen Fassanstechen startet. Bei so einem Holzfass wird der Zapfhahn an einer entsprechend präparierten Stelle in das Holzfass geschlagen. Dabei muss man sich sehr geschickt anstellen, damit möglichst gleich beim ersten Schlag der Zapfhahn fest im Fass sitzt. Was passiert, wenn das nicht klappt, das zeigt sehr eindrucksvoll der folgend kleine Film, den ich bei Youtube fand.


Ich sagte Holzfass, meine Herren! Beim Metallfass gestaltet sich die Angelegenheit wesentich unproblematischer, wenn man weiß, wie es geht. Auch hierzu habe ich einen kleinen Film gefunden, der zunächst mal zeigt, wie die Sache sich verhält, wenn der noch junge und unerfahrene Bierfreund eben noch nicht ganz genau weiß, wie man den Zapfhahn am Bierfass anbringt...

OK, ich muss dazu aber sagen, dass so ein 50-Liter Fass jetzt wirklich nicht unbedingt für die Gartenparty gedacht ist. Eigentlich schließt man so etwas an einer geeigneten Zapfanlage an.

Für die Gartenparty eignet sich am ehesten das Bier im speziellen, selbstkühlenden 20-Liter-Fass, genannt "CoolKeg". Was das ist und wie man das ansticht, dazu wieder ein Film:

So, nun klären wir noch schnell das Gerücht vom guten Pils, das 7 Minuten braucht, um gezapft zu werden. Das meine Damen und Herren ist glatter Blödsinn. Die Zapfgeschwindigkeit hängt von der Schaumbildung ab. Die dürfte wenn schon beim Weizenbier am stärksten sein. Ansonsten hängt sie vom korrekten Zustand und richtiger Bedienung der Zapfanlage ab. Selbst wenn man in der Eile etwas mit der Schaumbildung zu kämpfen hat, sollte man ein Gläschen Pils wohl in ein bis spätestens zwei Minuten gezapft haben. Viel mehr Zeit sollte sich der Schankwirt nicht lassen, denn sobald das Bier an der frischen Luft ist, beginnt es abzustehen. Sollte sich der Wirt beim Zapfen gar absichtlich 7 Minuten Zeit lassen, dann gibt er dem Luftsauerstoff die besten Chancen, den Biergeschmack komplett zu verderben. Meist ist es aber so, dass der Schankbetrieb einfach überlastet ist und wer immer dann das Bier nach geschlagenen 7 Minuten endlich an den Tisch bringt, hat gern diese dümmliche Ausrede parat. Achten Sie mal darauf, ob es bei den anderen Biersorten nicht genau so lange dauert. Aber wenn die Kellnerin trödelt oder der Ausschank mit der Menge mal nicht nachkommt, dann ist das gar nicht schlimm, solange das Bier zügig gezapft wurde. Ein gut und schnell gezapftes Pils kann ruhig 10 bis 15 Minuten auf dem Tisch stehen, ohne all zu viel von seinem Hopfenfrischen, Kohlensäureprickelnden Aroma einzubüßen. Bei einer vollen Pilstulpe kann die Luft nämlich nur sehr schwer durch den Schaum - und dann auch nur an die relativ kleine Oberfläche des Bieres gelangen.
 



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