www.BuntesWeb.de
www.BuntesWeb.de - Technik & Geniale Produkte
 
 

GPS-Navigationsgeräte

Was ist ein Navi? Was kann es alles?

Für den Einsatz im Auto unterscheidet man grundsätzlich zwischen fest installierten Navigationsanlagen bzw. Bordcomputern, die noch relativ teuer sind und den mehr oder weniger preisgünstigen Mobilgeräten. Letztere erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Das Grundprinzip ist bei beiden Gerätetypen gleich: Es handelt sich um einen kleinen Computer, der sehr detaillierte Daten aus digitalisierten Straßenkarten verwendet.

Bei der Deutschlandkarte kann man davon ausgehen, dass sie sämtliche befahrbaren Straßen enthält. Dazu kommt sogar mancher Wege - oder besser gesagt Feld- Wald- und Wiesenweg - der kaum oder zeitweise sogar gar nicht mit einem normalen PKW befahren werden kann oder soll.

Auf einem Bildschirm werden Ausschnitte der Karte in variabler Vergrößerung angezeigt. Außerdem kann der Computer je nach Vorgabe z.B. den kürzesten oder den schnellsten Weg von einem Ort zum anderen berechnen und die Route entweder in die Karte einzeichnen oder die Fahrtstationen in Textform auflisten. Bei der Routenplanung kann man eine Adresse (Ort, Straße, Hausnummer) angeben oder sich zur Kreuzung zweier Straßen bzw. einfach in den Stadtkern führen lassen. Oder man sucht das Ziel direkt auf der elektronischen Landkarte. Bei einigen Geräten kann man auch die gewünschte Position in Form von geographischen Längen- und Breitengraden eingeben.

Eine solche elektronische Straßenkarte mit automatischem Routenplaner ist eigentlich schon sehr praktisch. Aber die Geräte können noch viel mehr. Es ist nämlich auch ein GPS-Empfänger eingebaut. GPS heißt Global Positioning System. Dies ist ein ursprünglich rein militärisches System der USA, welches am 2. Mai 2000 auch für zivile Zwecke freigegeben wurde. Es umfasst derzeit knapp 30 voll funktionsfähige Navstar-Satelliten. Weitere, verbesserte - GPS-Satelliten sind in Vorbereitung und werden ggf gestartet, wenn die älteren Satelliten nach und nach ausfallen. Für die Zukunft steht bereits ein europäisches Satellitensystem (Galileo) in den Startlöchern, welches ungefähr die doppelte Genauigkeit verspricht.

In Fernsehkrimis hört man oft von der Ortung eines Fahrzeuges auf Grund seines GPS-Signals. Als Verwender eines Navigationsgerätes muss man aber keine Angst haben, dass man ggf. geortet und ausspioniert werden kann. Navis enthalten nur einen GPS-Empfänger, aber keinen Sender. Will man zum Beispiel zur Diebstahlsicherung einen GPS-Empfänger verfolgen, so muss dieser z.B. per Handy (GSM-Modul) oder auf einer sonstigen Funkfrequenz seine aktuelle Position senden. Das tun preiswerte Navis ganz sicher nicht.

Mit Hilfe der empfangenen Satellitensignale wird mehrmals pro Sekunde der aktuelle Standort auf derzeit ca. 15 bis 20 Meter genau bestimmt. Die Genauigkeit hängt stark davon ab, wieviele Satelliten empfangen werden und ob deren Signal ohne Unterbrechungen und ohne Ablenkung durch Gebäude oder Bäume beim Empfänger ankommt. Während der Fahrt errechnet der Computer aus den Positionen auch die aktuelle Geschwindigkeit und Fahrtrichtung. Diese vergleicht er mit der Fahrtroute auf der Digitalen Karte und macht Vorschläge, wohin man an der nächsten Abbiegung fahren soll. Diese Vorschläge werden sowohl auf dem Bildschirm angezeigt als auch mittels Sprache ausgegeben ("Nach 400 Metern - biegen Sie links ab...").

Während der Fahrt ist man je nach Einstellung des Displays ständig informiert über die aktuelle Position, die momentane Fahrtrichtung und Geschwindigkeit, die Entfernung bis zur nächsten Abbiegung, die voraussichtliche Restfahrzeit und Entfernung bis zum Ziel, sowie die Ankunftzeit. Die Sprachausgabe ist dabei keine Spielerei, sondern ein sehr wichtiger Sicherheitsaspekt. Es bedarf allerdings etwas Übung, die Ansagen korrekt zu interpretieren, ohne dabei auf das Display zu schauen. Je nach Hersteller gibt es manchmal schon recht verwirrende Ansagen. Die TomTom-Geräte werden beispielsweise in den Produkttests gern abgewertet, weil es heißt "Fahren Sie geradeaus über den Kreisverkehr". Natürich soll man das nicht wortwörtlich befolgen, sondern die Ausfaht gegenüber nehmen, um ohne die Fahrt ohne echten Fahrtrichtungswechsel auf der anderen Seite des Kreisels fortzusetzen. Am besten nimmt man das Navi quasi zu Trainingsfahrten mit auf bekannte Strecken und hört sich einfach mal an, welche Anweisungen es in bestimmten Situationen so von sich gibt.

Bessere (und kostspieligere) Geräte vermögen Staumeldungen abzurufen (z.B. per Bluetooth-Handy übers Internet oder mittels digitalem Rundfunkempfang; "TMC"). Sie kennen zudem die jeweiligen Tempolimits und ggf. auch die Positionen der Blitzer. Manches Navi dient auch per Bluetooth als Freisprecheinrichtung fürs Handy. Damit das ordentlich klingt, bedient man sich des im Auto eingebauten Radios und dessen Lautsprecher. Wie geht das ohne Kabel? Natürlich mit einem UKW-Sender. Man stellt im Radio nur noch die Frequenz ein, auf der das Navi sendet und schon hat man den perfekten Klang für alle Ansagen und die Freisprechanlage. Für etwas Unterhaltung während der Fahrt sorgt ggf. der im Navi integrierte MP3-Player. Und wenn man schon ein Mikrofon für die Freisprecheinrichtung verwendet, dann nutzt man es auch für die Spracheingabe, so dass man auch während der Fahrt ohne Sicherheitsrisiko bestimmte Funktionen per Sprachbefehl abrufen kann.

Tomtom zeichnet zudem anonyme Daten über die tatsächlich gefahrenen Geschwindigkeiten auf (IQ-Routes™). Damit wird die Berechnung der Fahtzeiten und der optimalen Route noch genauer und es können besonders kraftstoffsparende Routen berechnet werden. Neu ist noch die Funktion "Fahrspurassistent". Hier soll der Fahrer dabei unterstützt werden, sich rechtzeitig korrekt einzuordnen. Das klappt aber nur mit entsprechend genauen und topaktuellen Kartendaten.

Beispiel für ein Navi der gehobenen Preisklasse mit allen oben angesprochenen Funktionen:

TomTom Go 950 Live 3m

Damit die GPS-(Satelliten-) Ortung optimal funktioniert, müssen möglichst viele Salelliten störungsfrei empfangen werden. Dazu sollte die Antenne unter möglichst freiem Himmel betrieben werden. In der Regel hat man aber mit der eingebauten Antenne eines Mobilgerätes im gesamten Auto bereits brauchbaren bis sehr guten Empfang. Am zweckmäßigsten ist die Befestigung von mobilen Navis in Fensternähe, wobei eine direkte Sonneneinstrahlung jedoch vermieden werden sollte, damit sich zum einen natürlich das elektronische Gerät nicht zu sehr aufheizen kann und andererseits der Bildschim gut ablesbar ist. Weniger praktisch sind Mobilgeräte in Autos mit metallbedampften Scheiben. Hier benötigt man zumindest eine externe GPS-Antenne. In engen Häuserschluchten (zwischen Hochhäusern) ist die GPS-Ortung problematisch, da die Signale an den Wänden mehrfach reflektiert werden und somit keine genaue Standortberechnung mehr möglich ist. In Häusern (Tiefgaragen) und Tunneln kann der GPS-Empfang auch komplett ausfallen. Hier sind fest eingebaute Navigationssysteme im Vorteil, da sie auf jeden Fall eine externe Antenne verwenden und mit Hilfe der Geschwindigkeitsdaten vom Tacho und mittels Gyroskop (Bewegungssensoren) auch ohne Satellitensignal einigermaßen funktionieren können. Etwas bessere Mobilgeräte haben für diesen Fall einen Simulationsmodus. Das Gerät tut dann einfach noch für ein oder zwei Minuten so, als ob die Fahrt ganz normal weitergeht und nimmt seinen Normalbetrieb wieder auf, sobald der Satellitenempfang wieder ausreicht.

Während der Fahrt sollte man das Gerät nicht bedienen (außer es verfügt über Spracheingabe), denn das lenkt ungemein ab. Aber man sollte es trotzdem nicht zu weit weg positionieren. Der Bildschirm sollte ergänzend zur Sprachausgabe immer möglichst mühelos ablesbar sein. Rechtshänder werden das Navi am besten auf dem Armaturenbrett unterhalb vom Rückspiegel unterbringen. Linkshänder bevorzugen vielleicht ein Plätzchen links vom Lenkrad neben dem Fensterholm.

Übrigens arbeiteten Mobil-Navis nicht nur im Auto sondern auch auf dem Fahrrad oder wenn man zu Fuß unterwegs ist. Ein Akku sorgt für die notwendige Energieversorgung. Die Straßenkarten sind aber in der Regel auf Autostraßen ausgelegt. Für Fußgänger gibt es extra handliche GPS-Geräte zum Wandern und fürs Fahrrad gibt es Halterungen bzw. spezielle GPS-Fahrradcomputer. Aber auch für den Betrieb im Auto ist der Akku sehr praktisch. Man kann in aller Ruhe noch zu Hause bzw. vor Fahrtantritt die Route planen. Im Auto schließt man das Navi am Zigarettenanzünder an. Damit ist der Energiebedarf gedeckt und der Akku kann sich während der Fahrt wieder aufladen.
 

Sicherheitsaspekte

Wenn das Navi noch ganz neu ist, dann ist die Verleitung außerordentlich groß. Sie schauen immer wieder aufs Display und sind dadurch abgelenkt. Reißen Sie sich zusammen. Hören Sie hauptsächlich auf die Sprachausgabe und stellen Sie das Display am besten so ein, dass während der Fahrt nur die ganz wesentlichen Informationen angezeigt werden. Und natürlich gilt während der Fahrt auch ganz dringend: "Hände weg vom Navi!" Wenn Sie sich während der Fahrt für ein neues Ziel entschieden haben oder sonstige Eingaben machen müssen, dann überlassen Sie das Ihrem Beifahrer. Sind Sie allein, dann halten Sie eben mal an.

Und lassen Sie sich nicht verrückt machen. Ihr Navi macht nur gute Vorschläge. Sie selbst bestimmen aber den Weg. Und sollten Sie mal eine Ansage falsch interpretiert haben und eine Abbiegung verpasst haben, dann ist das kein Beinbruch und kein Grund für eine Vollbremsung. Ihr Navi wird ruckzuck einen neuen Weg berechnen. Notfalls kehren Sie eben einfach an der nächsten Ecke um. Aber Sie kommen ganz sicher zum Ziel. Mit dieser Gewissheit können Sie ganz entspannt fahren. Und aus dieser entspannten Fahrweise resultiert dann Sicherheit.

Fahren Sie auch nicht mit dem Navi um die Wette... Das Gerät zeigt Ihnen ziemlich genau an, wann Sie am Ziel ankommen werden. Das gilt natürlich nur bei normaler Fahrweise und nicht zu viel Verkehr. Versuchen Sie nicht durch forcierte Fahrweise eher am Ziel zu sein oder verlorene Zeit aufzuholen. Das kostet nur unnötig Sprit und geht auf Kosten der Sicherheit.
 

Mein Navi heißt "Enie" - Kleiner Erfahrungbericht

Wenn ich das Haus verlasse, dann sage ich zu meiner Frau: "Ich nehme Enie mit", damit meine ich unser mobiles Navigationsgerät. Ich habe mir von der TomTom Website nämlich zusätzlich die Ansagen-Stimme von Enie van de Meiklokjes heruntergeladen. Das hat knapp 5 Euro gekostet, aber das macht sich bezahlt. Enie hat eine hohe und sehr klare Stimme, die ich im Auto auch dann noch gut verstehen kann, wenn ich das Navi leise eingestellt habe oder die Kinder auf den Rücksitzen Radau machen. Außerdem verbreitet Enie mit jeder ihrer fröhlichen Ansagen gute Laune im Auto. Kleines Beispiel: Drückte ich im Stimmenmenü meines TomTom auf den Test-Button, dann begrüßt sie mich wie folgt: "Hallo ich bin die Enie. Sie wollen mich mitnehmen? Das ist toll. Aber ich kann keine Karten lesen. Ich hoffe wir kommen an."  - Aber keine Angst. Das Gerät kennt den Weg und legt Enie immer die passenden Worte in den Mund.

Leider, leider leider steht Enies Stimme derzeit bei TomTom nicht mehr zur Verfügung. Man findet dort allerdings eine große Auswahl anderer Stimmen. Zum Einen gut gemachte Promi-Imitate, wie die Kanzlerin und Verona Pooth. Zum Anderen hunderte kostenlose Stimmen, die von anderen TomTom-Kunden hochgeladen wurden.

Als ich vor ein paar Jahren mein erstes Navi bekam, änderte sich damit mein ganzes Autofahrerdasein. Wenn ich früher irgendwo hin fahren sollte und mich dort nicht so genau auskannte, dann habe ich mir den Weg im Straßenatlas oder Online bei Google-Maps angeschaut und mir ggf. Notizen gemacht. Das klappte meist, aber manchmal kam bei dieser Methode auch ganz schön Stress auf. Wenn meine Frau mitfuhr, dann waren wir selten einer Meinung über den Weg. Und wenn man in einen Stau kam, dann hat man es sich drei mal überlegt, ob man eine andere Strecke fährt und dabei riskiert, sich zu verfahren.

Mit dem Navi läuft das jetzt viel entspannter ab. Zu Hause wird das Gerät vorbereitet. Damit steht die Strecke zunächst mal fest und es erübrigt sich jede weitere Diskussion. So entspannt und gut gelaunt kann die Fahrt beginnen.

Nun braucht man für eine einfache Fahrt auf der Autobahn z.B. von Kassel nach Stuttgart ja kein Navi. Man fährt einfach auf die Autobahn und folgt der Beschilderung. Jetzt aber, da wir das Navi immer bei uns haben, können wir uns auch spontan mal für eine alternative Route oder einen Abstecher auf die Landstraße entscheiden. Wissen wir rechtzeitig bescheid, dann umfahren wir jeden Stau. Wir tanken "neben der Autobahn", wo es billiger ist. Dank Navi kein Problem. Pause machen und etwas essen ist abseits der Autobahn auch billiger und oft auch viel schöner. Tankstellen, Restaurants und für den Notfall auch die nächste Apotheke oder einen Arzt findet man in der Datenbank unseres TomTom genau wie viele Sehenswürdigkeiten, und andere interessante oder wichtige Adressen, erweitert durch unsere private, stetig wachsende Adressensammlung.

Navigationsgeräte und Handys haben also eines gemein: Hat man keins, dann kommt man prima klar. Aber hat man es, dann will man es nicht mehr missen. So richtig Spaß macht es dann, wenn man diese beiden Geräte kombiniert. Denn dann kann man z.B. während der Fahrt aktuelle Verkehrsmeldungen aus dem Internet abrufen oder das Navi als Freisprechanlage verwenden. Allerdings bedeutet der Einsatz eines Handys auch immer zusätzliche Kosten - es sei denn man hat eine Handy-Flatrate. Wenn man viel unterwegs ist, dann wählt man besser ein Gerät aus, das Verkehrsdaten, den sog. Traffic-Message-Channel "TMC" über Radio bzw. mit seinem eigenen Empfangsteil empfangen kann.

Wie bequem das Fahren mit Navi ist, das fällt einem erst so richtig auf, wenn das Gerät mal streikt! Das ist mir neulich passiert, als ich ganz gedankenlos von der Ferienwohnung wegfuhr, um Brötchen zu holen. Während ich nach einem Bäcker suchte, schaltete sich "Enie" klammheimlich ab. Und als ich nach dem Rückweg fragen wollte, da schaute ich nur auf einen dunklen Bildschirm. Schöner Mist! Jetzt hieß es wieder "Verstand einschalten" und selber an den Weg erinnern. Das klappte auch. Aber an den Schreck erinnere ich mich heute noch ganzgut.

Das Problem löste ich übrigens mit einem dünnen Stift, den ich von unten in eine kleine Öffnung des Gerätes steckte um einen Reset durchzuführen. Danach startete das Navi wieder und angenehmerweise waren auch noch alle gespeicherten Adressen da. Ja, auch Navigationsgeräte sind nur Computer und die können ja bekannterweise hin und wieder mal einen "Hänger" haben. Im Gegensatz zu vielen anderen Navis und PDAs, die auf Windows-Basis laufen, basiert das Betriebssystem der TomTom Navis auf Linux. Das schützt aber offenbar weder vor Systemabstürzen, noch vor einer lizenzrechtlichen Auseinandersetzung mit Microsoft. Das aber nur am Rande. So tief will ich gar nicht in die Technik der Navigationsgeräte eindringen.
 

Was man sonst noch so wissen sollte...

So mit Schmackes um die Kurve und plötzlich sitzt "Enie" bei mir auf dem Schoß....

Die inzwischen schon recht weit verbreiteten Mobilgräte werden einfach mittels Sauger an der Scheibe befestigt. Dieser Saugnapf hält einiges aus. Aber trotzdem sollte man seinen festen Sitz vor jeder Fahrt überprüfen. Autos haben in der Regel leicht gewölbte Scheiben. Sonneneinstrahlung, Kälte, Feuchtigkeit und Trockenheit lösen sich ständig ab. Da kann das Vakuum des Saugers mehr oder weniger schnell schwinden. Wenn irgend möglich, dann sollten Sie den Navi-Halter richtig ordentlich mit Schrauben im Auto befestigen. Einige meinen jetzt sicher, dass die Bohrungen den Wiederverkaufswert des Autos beeinträchtigen könnten. Verkaufen Sie Ihr Auto doch später einfach inklusive Navi. Das dürfte den Käufer doch beflügeln, den von Ihnen verlangten Preis zu zahlen, zumal wohl in absehbarer Zukunft jedes Auto serienmäßig mit einem Navigationssystem ausgerüstet sein dürfte. Spätestens wenn bei einem Unfall Ihr Navi quer durch Ihr ganzes Auto fliegt, werden Sie sehen, dass ich Recht habe.

Mobile Navis haben einen eigenen Akku, der aber nach wenigen Stunden leer ist. Daher verwendet man für längere Fahrten ein Stromanschlusskabel, dessen anderes Ende man in den Zigarettenanzünder steckt. Das Kabel sollte man nicht unachtsam über die Konsole baumeln lassen. Verlegen Sie es ordentlich. Verwenden Sie notfalls Haftstreifen wie z.B. Pritt on&off oder UHU patafix. Die halten das Kabel vom Lenkrad und vom Fußraum fern, ohne auf dem Cockpit Spuren zu hinterlassen. Außerdem sind sie mehrfach wiederverwendbar. Wenn die Haftstreifen nicht ausreichend halten, dann versuchen Sie es mit Powerstrips von Tesa. Die gibt es sogar speziell mit Kabel-Clip.

Mobile Navis haben eine eingebaute Antenne. Unter freiem Himmel reicht die für einen brauchbaren Empfang der GPS-Satellietensignale schon vollkommen aus. Aber es gibt Umstände, die den Empfang sehr stören können: Als da wären:

  • Metallbedampfte Scheiben
  • Montage des Gerätes nicht in Scheibennähe (z.B. in der Konsole)
  • Aber auch ungünstige Empfangslage (unter Brücke oder in Häuserschluchten)

Gute Navis behelfen sich unter Brücken und im Tunnel durch eine Simulation der Fahrstrecke, wodurch sie noch für einige hundert Meter aussagefähig bleiben. Bei dauerhaft schlechtem Empfang kann das Navi aber nicht mehr funktionieren. Um dem entgegenzuwirken, benötigen Sie bei ungünstiger Empfangslage eine externe Antenne. Die allermeisten Navis haben daher einen entsprechenden Anschluss. Aber nur selten ist die Antenne im Lieferumfang erhalten und muss für ca. 10 bis 30 Euro nachgekauft werden. Der GPS-Empfang verbessert sich durch eine Außenantenne aber dramatisch, so dass die Navigation auch unter weniger guten Bedingungen möglich bleibt. Im Tunnel und in der Tiefgarage haben die GPS-Signale allerdings auch mit externer Antenne keine Chance.

Externe Antennen als Zubehör bei Amazon

 

Welches ist das beste Navigationsgerät?
Und wie gut sind eigentlich die preisgünstigen Navis?

So manches Schnäppchen entpuppt sich hinterher als Ladenhüter mit uraltem Kartenmaterial oder als Sparversion mit abgespecktem Kartenmaterial. Dabei kann die Sparversion oftmals unter dem selben Namen angeboten werden wie die Vollversion. Achten Sie also - egal für welche Art von Gerät Sie sich entscheiden - zu allererst darauf, dass die mitgelieferte digitale Straßenkarte auf dem neuesten Stand ist. Checken Sie beispielsweise, ob der vor 12 Monaten bereits fertig gestellte neue Kreisel oder die neue Wohnsiedlung am Stadtrand bereits als solche eingetragen sind. Außerdem sollte man die Kartendaten kostengünstig aktualisieren können. Zumeist geht das durch den Kauf einer Chipkarte oder mittels Download aus dem Internet. Außerdem wird gern beim Zubehör gespart. So fehlt ganz gerne mal das Netzladegerät oder die Original-Saugnapfhalterung wurde gegen einen minderwertigen Universalthalter ausgetauscht.

Schaut man sich davon abgesehen mal die Testergebnisse der letzten Monate an (z.B. ADAC-Test: mobile Navigations-Geräte 11/2009), dann hat der Preis eigentlich mit der Qualität der Geräte nicht viel zu tun. Sowohl bei den billigen also auch bei den teuren Geräten gibt es gute und weniger gute. Gibt man allerdings mehr als 300 Euro für ein mobiles Navi aus, dann sollte man auch eine deutlich gehobene Ausstattung und einwandfreie Funktion erwarten. Bei billigeren Geräten muss man entsprechende Abstriche bei der Ausstattung machen, nicht aber bei der Funktion. Von einem 100-Euro-Gerät mit gutem Kartenmaterial kann man nicht mehr aber auch nicht weniger als die einwandfreien Grundfunktionen eines Navis erwarten.

Tom Tom Geräte sind nicht die billigsten. Dafür haben sie stets Spitzenbeurteilungen bei der Navigationsleistung und beim Funktionsumfang. Das im November 2008 getestete Tom Tom Go 630t lässt sich wunderbar einfach bedienen und stellt die Route und sonstige Informationen auf dem großen Bildschirm sehr klar dar. Nur wegen eines Problemes mit der Saugnapfhalterung wurde es heftig abgewertet. Inzwischen gibt es aber längst eine neue Halterung und verbesserte Nachfolgemodelle. Die über den Lautsprecher ausgegebenen Fahrhinweise des TomTom sind zum Teil schon etwas gewöhnungsbedürftig. So heißt es beispielsweise manchmal "rechts halten", wo man eigentlich rechts abbiegen sollte. Im November 2009 wurde TomTom beim ADAC-Test leider nicht berücksichtigt. Die Verkaufszahlen und Rezensionen sprechen aber für sich.

Amazon-Bestseller Auto-Navigation

1. TomTom XL Black Edition
mit Europakarte und TMC
2. Tomtom XL 2 IQ Routes
mit Europakarte und TMC
Kein Bestseller, aber ein Funktionsriese:
Das Tom Tom Flagschiff Go 950 Live 12M
mit detaillierten Karten von Europa, USA und Kanada

 

Wenn Sie nach einer Entscheidungshilfe für den Kauf eines GPS-Navigationsgerätes suchen, dann sollten Sie eigentlich schauen, was andere Kunden so sagen. Ich empfehle die Rezensionen und Kundenbewertungen bei Amazon. Im folgenden ein Link zu GPS-Navis mit mindestens 4 Sternen:

Achten Sie aber darauf, dass mindestens 3 Bewertungen/Rezensionen von unterschiedlichen Kunden vorliegen. Ansonsten ist das Ergebnis zu ungenau. Je mehr Bewertungen vorliegen, umso näher liegt das Ergebnis an der Wahrheit und um so umfassender werden Sie informiert.

Was macht den Unterschied bei den teuren Navis aus?

Man sollte meinen, dass teure Navigationsgeräte grundsätzlich die besseren bzw. aktuelleren Kartendaten mitbringen. Aktuelles Kartenmaterial sollten Sie aber schon bei einem günstigeren Gerät voraussetzen. Der Unterschied liegt vielmehr in der Zusatzausstattung. Billige Geräte sollten die Grundfunktion enthalten, also Navigation von A nach B. Teure Geräte können darüber hinaus beispielsweise:

  • Automatische Stauumfahrung per TMC und/oder mobiles Internet
  • Handy-Freisprechen per BlueTooth
  • Bedienung per Fernbedienung
  • Bedienung per Spracheingabe (die wirklich funktioniert)
  • Automatisch Displayumschaltung (Tag/Nacht)
  • Automatische Anpassung der Sprachausgabelautstärke an das Umgebungsgeräusch
  • Fahrstrecken aufzeichnen
  • Warnen bei Überschreitung des Tempolimits
  • Warnen vor Radarfallen
  • Sich als MP3-Player und Fotobetrachter betätigen
  • Musik- und Sprachausgabe über das Radio (FM-Transmitter)
  • Extragroßer Bildschirm
  • Extravagantes Design
  • Abspielen von Filmdateien oder DVDs.
  • Integriertes Funktelefon und Internetzugang
  • Ständige automatische Aktualisierungen über das Internet
  • Anschlüsse für externe Antenne und ggf. externe Sensoren
  • Externe Antenne und viel weiteres Zubehör bereits im Lieferumfang

Ob man ein Navi mit allen Schikanen braucht und ob man das Geld dafür ausgeben will, das hängt vom persönlichen Geschmack ab. Wenn ich schon über 800 Euro für ein Navi erübrigen kann, dann hefte ich es sicher nicht mittels Saugnapf an die Frontscheibe. Wenn schon, dann lasse ich mir eine ordentliche Halterung und eine Außenantenne installieren und dieses dann auch fachmännisch verkabeln. Wenn ich aber aufs Geld achten muss, dann verzichte ich lieber auf die Spielereien und achte nur auf aktuelles Kartenmaterial, gute Ablesbarkeit und zügige Routenberechnung. Außerdem darf die Halterung keinen zu billigen Eindruck machen.
 

Alles Gute und kommen Sie immer heil an!


Copyright by Jörg Wischnewski - Logos, Warenzeichen, Schutzmarken etc. stehen im jeweiligen Recht und Eigentum der eingetragenen Inhaber, auch wenn dies nicht ausdrücklich einzeln angegeben ist.