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Festplattenrecorder bzw. HD- Recorder

 

Festplattenrecorder-Praxis

Wieviele Filme gehen auf eine Festplatte?

Auf modernen Gigabyte-Festplatten ist Platz für zig Stunden Filmmaterial in ausgezeichneter Qualität. Aus Kostengründen werden die Geräte heute noch gern mit 160 GB oder 250 GB Festplatten ausgestattet.

Auf eine 250 GB-Festplatte passen immerhin 66 Stunden Film in voller DVD-Qualität bzw. in der vom Sender ausgestrahlten Qualität. Bei älteren Geräten hat man die Wahl zwischen verschiedenen Qualitätsstufen, sozusagen von "Longplay" bis "DVD-Qualität". Hierbei lässt sich die Aufnahmekapazität ohne deutlich spürbare Qualitätseinbuße verdoppeln (Standardqualität). Und im Longplaymodus können sogar 250 Stunden Film auf eine 250 GB-Festplatte aufgezeichnet werden, wobei die Qualität einer VHS-Cassette noch locker erreicht wird. Vor allem ältere Festplattenrecorder unterstützten normalerweise eine solche Auswahl an verschiedenen Qualitätsstufen, da sie das bis dahin noch analoge TV-Signal ohnehin selbst digitalisieren mussten. Bei digitalen Receivern (DVB-T, DVB-S) wird diese Stufe gern übersprungen, denn wozu sollte man ein digitales Signal nochmals digitalisieren? Also wird das Signal gern ohne lange Umwandlung direkt aufgezeichnet. So bleibt die Originalqualität erhalten, aber man kann keine Qualitätsstufen mehr auswählen.

Dazu muss man wissen, dass die Sender das SD-Fernsehsignal (also das normale PAL-Programm) auch in einem MPEG-2 Format ausstrahlen, wie das bei DVDs üblich ist. Allerdings mit etwas unterschiedlichen, meist sehr hohen Komprimierungsraten. Auf eine 250 GB Festplatte passen also gut 80 bis 100 Stunden Film, bzw. rund 50 Spielfilme bzw. über 100 TV-Serien. HD-Sendungen benötigen aber je nach Auflösung mindestens doppelt soviel Platz. Mit 33 Stunden HD-Film ist die 250er Festplatte normalerweise voll. Immerhin sind das noch 20 Spielfilme. Der HD-Fan greift daher wohl lieber etwas tiefer in die Geldbörse und achtet auf eine große Festplatte mit min. 500 GB. Hierbei ist darauf zu achten, dass keine zu billige Festplatte verbaut wurde. Man erkennt es am störend lauten Geräusch der wahnsinnig schnell drehenden Festplatte und an der Hitzeentwicklung, die ihrerseits einen Lüfter notwendig macht, der den Lärmpegel nochmals ansteigen lässt...

Wer gute Bildqualität haben will, der braucht viel Speicherplatz

Qualitätseinbußen beim digitalen Film machen sich übrigens nicht wie beim VHS-Videoband durch Bild- und Tonrauschen bemerkbar, sondern durch 'Ruckeln' und sogenante 'Artefakte' im Bild. Das liegt an der Art, wie die Daten komprimiert werden. Um die Informationen in kürzerer Form darstellen zu können und damit die Datenmenge zu reduzieren, wird zunächst die Bildauflösung reduziert. Dann wird nach Bildteilen gesucht, die sich nicht verändern. Gespeichert wird nur der Rest vom Bild, während der unveränderliche Bildblock einfach nur beibehalten wird. Je stärker man die Daten komprimiert, desto gröber wird die Auflösung und die Erkennung solcher Bildblöcke. Artefakte sind also Übrigbleibsel vom vorhergehenden Bild. Beim Sat-Empfang mancher SD-Sender sind recht deutliche Artefakte zu sehen. Von einem Fernsehbild in HD-Qualität erwartet man dagegen perfekte Qualität, weshalb eine weniger heftige Datenkomprimierung gewählt werden muss. Bei doppelter Auflösung wird daher rund das dreifache Datenvolumen benötigt.

Auf die Festplatte passen also run 50 Filme in normaler (guter) Qualität. Und das ganz ohne die Notwendigkeit, jemals eine DVD ins Gerät einzulegen. So kann selbst meine Frau (seriensüchtiger TV-Junkie) alle ihre Lieblingsserien aufzeichnen und problemlos so lange aufbewahren, bis sie endlich mal Zeit hat, sie alle anzuschauen. Wir sparen dadurch bergeweise Videocassetten bzw. DVDs  und dabei sind die Filme immer gut aufgeräumt. Wenn man sich etwas davon anschauen will, dann schaltet man einfach nur das Gerät ein und wählt bequem aus einer Liste aus. Mit wenigen Tastendrücken und ohne erst nach einer Cassette oder DVD suchen zu müssen, hat man sein Wunschprogramm auf dem Schirm. Ein weiterer beherzter Tastendruck auf die Löschtaste - und es ist wieder Platz für weitere Filme.

Nur wenn man einen Film wirklich dauerhaft aufbewahren (archivieren) will, dann zeichnet man ihn direkt auf DVD auf oder man verwendet die Festplatte als Zwischenmedium, schneidet evtl noch die Werbung heraus und kopiert das Ergebnis ohne Verluste auf DVD. Das geht allerdings nur mit einem entsprechend ausgestatteten Festplattenrecorder.

Da wir öfter von der Festplatte auf DVD kopieren, hatten wir schon beim Kauf unseres ersten Gerätes darauf geachtet, dass es eine Schnellkopierfunktion besitzt. Das ist längst nicht selbstverständlich. Viele Geräte kopieren die Filme von und zur DVD nur mit einfacher Geschwindigkeit. Macht man des öfteren davon Gebrauch, dann nervt die Wartezeit. Der Recorder ist in dieser Zeit auch nur bedingt für andere Zwecke einsatzfähig. Und bei einigen Geräten kommt es zu Qualitätsverlusten, weil das Filmmaterial beim Lesen dekodiert und beim Schreiben wieder neu kodiert wird. Beim Schnellkopieren wird einfach nur die Datei kopiert. Dazu muss diese zuvor natürlich in einem DVD-kompatiblen Format auf die Festplatte aufgezeichtet werden. Nur dann sind Verluste ausgeschlossen und es geht in doppelter bis sechzehnfacher Geschwindigkeit. Das hängt nicht zuletzt von den verwendeten DVDs ab. Ein 100-minütiger Film ist also z.B. bei vierfacher Geschwindigkeit in nur 25 Minuten überspielt. Auch das erfordert noch etwas Geduld...

Wenn Sie sehr oft Filme auf DVD archivieren wollen, dann achten Sie beim Kauf auch auf ein modernes Blu-Ray-Laufwerk. Die bisher üblichen bespielbaren DVD-Medien haben eine Kapazität von 4,7 GB. Das reicht für 2 Stunden Film in guter Qualität, aber nur für eine Stunde in voller DVD-Qualität. Die Zwischenzeitlich verwendeten "Double-Layer"-Medien (DVD9) hatten mit 8,5 GB beinahe die doppelte Kapazität. In Zeiten des HD-TV setzt sich aber die noch effektivere Blu-Ray-Technologie durch, die im Single-Layer-Betrieb bereits 25 GB Daten fassen kann, was für 3-4 Stunden HD-Film bereits ausreicht. Sie sollten sich nicht mit weniger zufrieden geben, es sei denn, sie verwenden ausschließlich die Festplatte.

Im Gegensatz zur VHS-Cassette werden die digitalen Titel auf der Festplatte nicht einfach überspielt, wenn Sie etwas neues aufnehmen. Was Sie nicht behalten wollen, das müssen Sie explizit löschen, um damit den Platz auf der Festplatte wieder frei zu geben. Vorbei ist also die Zeit, als man aus Versehen etwas überspielt hat. Das macht die Bedienung einfach. Sie starten durch einen Knopfdruck die Aufnahme und der Festplattenrecorder zeichnet das Programm dort auf, wo er noch Platz hat. Einzig die Gefahr ist groß, dass man versehentlich mal etwas löscht. Denn hat man aus der Liste einen Film gewählt und dann die Löschfunktion bestätigt, dann gibt es kein Zurück mehr. Im Gegensatz zu guten alten VHS-Cassette dauert das Löschen nur einen Augenblick. Da gibt es dann nichts mehr zu retten.

Festplatten sind für ständiges Beschreiben und Löschen ausgelegt und Sie müssen sich keine Sorgen um etwaige Qualitätsverluste machen, egal wie oft Sie das Gerät nutzen. Verluste durch Materialabrieb und dadurch verschmutzte Schreib/Leseköpfe gehören der Vergangenheit an. Die Schreib/Leseköpfe der Festplatte schweben dicht über der Oberfläche, ohne sie je zu berühren. Sie können also nach Herzenslust immer wieder und wieder und wieder aufnehmen, anschauen, löschen, wieder aufnehmen..... Unserer Erfahrung nach haben Festplatten bei regelmäßiger Verwendung eine ähnliche Lebenszeit, wie ein Fernseher. Also sind 5 bis 8 Jahre die Norm. Manche halten über 10 Jahre.

Wenn Sie das Gerät allerdings wirklich sehr intensiv benutzen, dann müssen Sie damit rechnen, dass die Daten auf der sehr vollen Festplatte irgendwann extrem chaotisch verstreut werden. Der Fachmann spricht von einer "Fragmentierung" der Daten. Dadurch wird der Datenstrom stark verlangsamt und es kann zu Rucklern und Aussetzern im Film kommen. Bei einem Computer würde man nun ein Dienstprogramm zur Defragmentierung der Festplatte laufen lassen. Beim Festplatten-Recorder gibt es das nicht - oder nur sehr selten. Dann hilft nur eine Neuformatierung der Festplatte, wodurch diese komplett gelöscht und somit aufgeräumt wird. Das können sie durch einen Menübefehl selbst erledigen. Danach ist die Festplatte wieder wie neu. Natürlich müssen Sie alle Filme, die Sie behalten wollen zuvor auf DVD bzw. Ble-Ray archivieren.

Haben Sie kleine Kinder? Dann werden Sie sicher ein Auge darauf haben, wann und wieviel sie schauen und welche Filme sie sich ansehen dürfen. Schön wenn Sie die Zeit haben, gemeinsam mit Ihren Kindern das jeweilige Live-Fernsehprogramm zu planen. Aber nach unserer Erfahrung kommen die gewünschten Sendungen nicht immer zur besten Zeit für die Familie. Dann muss man leider "Nein" sagen und die Kinder fangen an zu meutern, da sie nicht immer verstehen wollen, weshalb eine Kindersendung zu einem bestimmten Zeitpunkt nicht angeschaut werden darf. Schon damals hat man sich gern mit dem Videorecorder beholfen. Das Ergebnis war eine Cassettensammlung im Kinderzimmer. Hier leistet der Festplattenrecorder nun wieder beste Dienste. Mit Hilfe des Timers zeichnen wir das Fernsehprogramm für die Kinder grundsätzlich auf. Zu bestimmten Zeiten ist dann gemeinsam mit den Kindern "Kinozeit". Oder die Kinder bekommen von uns eine DVD mit der Zusammenstellung ihres Fernsehprogramms, welches Sie dann mit einem DVD-Player im Kinderzimmer anschauen können.

Timeraufnahmen mit Tücken

Wenn man sich erinnert, welche besonderen Vorteile ein Videorecorder aufwies, dann denkt man natürlich auch an die automatische Timeraufzeichnung. Aber die musste ganz unabhängig vom Fernsehapparat funktionieren. Daher waren Videorecorder schon immer mit einem eigenen Empfangsteil ausgestattet. So konnte man gleichzeitig eine Sendung aufzeichnen und eine andere Sendung anschauen. Die DVD-Recorder und DVD-Festplatten-Kombigeräte können das auch, aber...

In der Zwischenzeit wurde das Fernsehen digitalisiert und neben Antennen- und Kabelfernsehen auch der direkte Empfang vom Satelliten ermöglicht. Für jede dieser neuen Techniken benötigt man einen speziellen Empfänger. D.h. man benötigte nun sogenannte "Settopboxen". Kabel-Kunden bekamen eine Settopbox für das digitale Kabelfernsehen (DVB-C), das digitale Fernsehen über Antenne nennt sich nun DVB-T und benötigt ebenfalls eine Box und beim Satellitenfernsehen war sowieso schon immer ein besonderer Empfänger notwendig. Nun konnten sich die Leute einen neuen Empfänger für das digitale Sat-Fernsehen anschaffen (DVB-S).

Die Hersteller der Settopboxen haben gut verdient. Aber die Kunden hatten das Nachsehen, denn der Videorecorder (sei es nun ein alter VHS-Recorder oder ein neuer DVD/Festplattenrecorder musste mittels Scartkabel an die Box angeschlossen werden und konnte nur noch das Programm aufzeichnen, welches man zuvor von Hand an der Box eingestellt hatte. Die wichtigsten Vorteile der Timeraufnahme waren damit hinfällig!

Bis in die heutige Zeit ist es schwierig, einen guten DVD/Festplattenrecorder bzw eine BluRay-Kombination zu finden, die neben einer vernünftigen Videoschnittsoftware auch volle Timerfunktionalität liefert, also inklusive der Unabhängigkeit vom TV-Gerät durch das Vorhandensein des dafür benötigten Empfangsteils. So findet man auf dem Markt keine DVD/Festplattenkombi mit Sat-Empfänger. Offiziell findet man nur Sat-Empfänger mit "PVR-Funktion". In der Abkürzung steckt ein "Persönlicher Video Recorder". Damit ist zunächst aber nur die Funktion einer Videoaufzeichnung gemeint. Im billigsten Falle muss man dafür ein externes Gerät anschließen, so z.B. eine externe Festplatte. Vielleicht ist auch schon eine Festplatte im Gerät eingebaut.

Während bei den Sat-Geräten die Betonung immer auf der Empfangstechnik liegt, wird die "PVR"-Funktion ziemlich nebensächlich behandelt. So geht man oft davon aus, dass die Sendungen lediglich aufgezeichnet, angeschaut und gelöscht werden (das trifft ja auch auf die meisten Sendungen zu). Aber eine vernünftige Videoschnittfunktion sucht man vergeblich. Zudem wird der Videostream oft direkt (und dadurch zumindest verlustfrei) auf die Festplatte aufgezeichnet. Bringt man es fertig, diese Aufzeichnung in einen Computer zu kopieren, dann erhält man Dateien mit der Endung ".ts". Mit denen können die üblichen Videobearbeitungsprogramme nichts anfangen. Man benötigt also spätestens jetzt einen zusätzlichen Umwandlungsschritt mit einer Software, die meist nicht im Lieferumfang enthalten ist und die man sich daher erst im Internet besorgen muss.

Zumindest gelingen mit solchen PVR-tauglichen Receivern auch Timeraufnahmen. Da der Sat-Empfang aber auf verschiedene Frequenzen (Transponder) und Polarisationen (Horizontal/Vertikal) verteilt ist, kann man nicht ohne weiteres zwei Sendungen gleichzeitig anschauen bzw. aufzeichnen. Für Sendungen auf unterschiedlichen Transpondern wird ein zweiter Empfänger benötigt (im Empfangsgerät). Sendungen mit unterschiedlichen Polarisationen können nur mit Hilfe eines weiteren Empfangskopfes (LNB) bewerkstelligt werden (in der Schüssel).

Weniger aufwändig ist die Empfangstechnik beim digitalen Empfang von Kabelfernsehen (DVB-C) und terrestrischem Fernsehen (über normale Antenne). Aber auch hier sieht es ganz ähnlich aus, wie bei den Sat-Empfängern. Wenn eine sogenannte PVR-Funktion integriert ist, dann hapert es meist bei der Videoschnittfunktion. Und richtige DVD/HD-Recorder mit eingebautem DVB-Empfangteil sucht man vergeblich - ganz zu schweigen von einem Multikulti-Gerät, das vielleicht einfach alles kann... Aber das wäre ehrlich gesagt auch unnötig teuer, da kaum jemand alle Empfangtechniken gleichzeitig benötigt. Das wäre also zunächst nur etwas für Technikverliebte, aber auch im Falle einer Änderung der Empfangsmöglichkeiten (Umzug, Camping, Verkauf). Schwamm drüber - solche Geräte findet man nicht auf dem Markt, weil die Hersteller lieber auf viele Einzelgeräte setzen, die man ja inzwischen auch Dank HDMI sehr intelligent miteinander verbinden kann. So könnte unser "Timerproblem" vielleicht auch gelöst werden.

Aber die Rechnung geht nur auf, wenn die Geräte perfekt miteinander kommunizieren. In der heutigen Praxis ist es aber doch eher so, dass der Festplattenrecorder per HDMI oder schlimmstenfalls per Scartkabel mit dem DVB-Empfänger verbunden ist. So kann man die laufende Sendung zwar aufzeichnen, aber nur in den allerseltensten Fällen lässt sich der Empfänger vom Recorder fernbedienen. Bei Timeraufnahmen ist man also stark eingeschränkt. Evtl. geht es sogar überhaupt nicht, da bei der Timeraufnahme nämlich ein Programmplatz des eingebauten Tuners ausgewählt werden muss. Nur wenige Geräte kennen die Timer-Option "von externem Gerät aufnehmen".

Wenn Timeraufnahmen für Sie also eine Rolle spielen, dann sollten Sie heutzutage nicht unbedingt zum erstbesten Festplattenrecorder greifen, sondern ein Gerät mit dem passenden Empfangsteil auswählen. Wenn Sie eine "Schüssel" haben (Satellitenanlage), dann benötigen Sie für Ihren zweiten Sat-Empfänger auch einen zweiten LNB, bzw einen Doppel-LNB. Bzw. wenn Sie einen Sat-Empfänger mit "PVR-Funktion" kaufen, dann sollte dieser über einen Doppelempfänger verfügen und an diesen sollten Sie am bessten auch einen Doppel-LNB anschließen.

Die Tücken der Sat-Empfangstechnik

Bei der Satellitenempfangstechnik befindet sich ein kleiner Umsetzer (genannt LNB) direkt in der Schüssel. Für die Umschaltung zwischen horizontaler und vertikaler Polarisation wird (wie weiter oben schon angesprochen) eine Steuerspannung benötigt. Da diese Steuerspannung stets nur von einem Steuergerät kommen kann, ist es nicht ohne weiteres möglich, das Antennensignal von der Schüssel auf mehrere Empfangsgeräte zu verteilen. Es wird pro Empfangsteil ein zusätzlicher LNB benötigt. Oder man sorgt dafür, dass nur einer der angeschlossenen Empfänger die Steuerspannung erzeugt.

Dieser Umstand macht die Sache kompliziert und macht den vollen Genuß eines normalen Festplatten-DVD-Recorders glatt zunichte. Bevor man einen Gedanken daran verschwendet, wie man mit dem Timer eines normalen Festplattenrecorders den Sat-Receiver steuert, sollte man lieber an einen Festplattenrecorder mit eingebautem Sat-Empfänger denken. Allerdings gibt es so etwas eigentlich noch nicht. Die genaue Bezeichnung ist nämlich "Sat-Receiver mit integrierter Festplatte" (PVR) oder "Sat-Receiver mit Anschluss für eine externe Festplatte" (PVR-Ready). Einen DVD-Brenner findet man in solchen Geräten sehr selten und die Bedienung und die Funktionen des Recorderteils sind in der Regel zweitrangig. Eine Videoschnittfunktion ist dann auch schon der reine Luxus.

Genauer genommen sollte es sich um einen Doppelreceiver mit Festplatte handeln. Durch den zweiten Receiver ist es möglich, ein beliebiges anderes Programm anzuschauen, während die Aufzeichnung des einen läuft. Dafür sollten Sie wegen der weiter oben bereits erwähnten Steuerspannung aber auch einen weiteren LNB an die Schüssel hängen. Nur dann kann der zweite Empfänger vom ersten vollkommen unabhängig agieren und sie können nun folgendes tun:

  • Ganz normal Sat-TV schauen, wie mit jedem anderen Sat-Receiver auch.
    Denn abgesehen vom Festplattenrecorder ist dies ja in erster Linie ein ganz normaler Sat-Receiver
  • Die laufende Sendung durch einen Tastendruck aufzeichnen.
    Vergessen Sie die Suche nach einer leeren Cassette oder DVD. Wenn Sie das laufende Programm aufzeichnen wollen, dann drücken Sie einfach nur die Taste "REC" auf Ihrer Fernbedienung.
  • Automatisches zeitversetztes Fernsehen (Time-Shift):
    Sie drücken die Pause-Taste, der Film bleibt stehen (und die laufende Sendung wird im Hintergrund aufgezeichnet). Sie drücken nochmal die Pause-Taste und der Film läuft weiter. Sie sehen die Aufzeichnung, während der Recorder die laufende Sendung weiter aufnimmt. Drücken Sie "Stop" oderschalten Sie um, dann endet die Aufzeichnung.
  • Timergesteuerte Aufzeichnung durchführen, wie beim Videorecorder.
    Sie programmieren Start- und Endzeit oder suchen sich eine Sendung aus der elektronischen Programmübersicht (digitale Fernsehzeitung). Das Gerät nimmt automatisch im Hintergrund auf. Sie können derweil ein anderes Programm anschauen oder spazieren gehen.
  • Während der Aufnahme ein beliebiges anderes Programm anschauen
    Schalten sie einfach um. Die Aufnahme läuft unabhängig davon weiter, schließlich haben Sie ja einen Doppel-Receiver.
  • Zwei Programme gleichzeitig aufnehmen.
    Beim Umschalten sind Sie auf noch einen guter Film gestoßen. Den wollen Sie ebenfalls aufnehmen? Kein Problem. Drücken Sie einfach wieder die Aufnahmetaste. Das Gerät zeichnet beide Sendungen gleichzeitig für Sie auf.
  • Während einer Aufnahme einen anderen Film von der Festplatte anschauen
    Wiedergabe und Aufnahme gleichzeitig ist bei der Festplatte überhaupt kein Problem. Sie können während der Aufzeichnung ins Festplattenmenü wechseln und einen beliebigen Film anschauen, auch den, der momentan grade aufgezeichnet wird.

Wie jeder gute Sat_Receiver, so sollten natürlich auch PVR-fähige Geräte den Empfang von verschlüsseltem Pay-TV erlauben. Dafür sorgen im allgemeinen CI- (Common Interface-)Steckplätze und CONAX-Kartenleser. Leider werden die kostenpflichtigen HD-Programme von Sat1, RTL und Co. nicht von allen Geräten unterstützt. Sie verwenden nämlich HD+. Dieses kann nur über ein sogenanntes HD+ Legacy-Modul entschlüsselt werden, welches vor allem auch dafür sorgt, dass die HD+-Programme nicht aufgezeichnet werden können!

Ein Full-HD-Festplattenrecorder kann also nur die kostenlosen HD-Ausstrahlungen der öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF aufzeichnen. Für HD+ muss man zahlen, sieht im Grunde das Selbe wie beim normalen Fernsehprogramm einschließlich Werbung und darf es dann nichtmal aufzeichnen! Aus Sicht eines Kunden, der nicht ausschließlich ARD und ZDF in HD schaut und aufzeichnet, ist der enorme Aufpreis für den HD-Doppelempfänger allenfalls eine Investition in die ungewisse Zukunft. Ich persönlich würde zum heutigen Stand lieber noch auf ein normales Gerät (ohne HD) zurückgreifen, wenn es nicht schon überall ausverkauft wäre. Aber die Preise für technische Geräte sinken ja permanent. Wenn es dann wirklich an der Zeit für HD+ ist, dann tut es vielleicht auch ein zusätzlicher HD+-Empfänger. Eine Liste der HD+-tauglichen Geräte findet man ja bei www.hd-plus.de

OK, etwas anders ist die Lage bei vielen anderen Pay-TV-Sendern. Deren Programme kann man durch den Einsatz einer entsprechenden Karte entschlüsseln und dann auch aufzeichnen. So macht das für den privaten Gebrauch auch Sinn.

Viel Spaß bei der Gestaltung Ihres persönlichen Heimkinos!
 

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