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Geniale Akkus: eneloop NiMH Akkus ohne Selbstentladung (jedenfalls beinahe)

eneloop is trademark by Sanyo

Die Vorgeschichte:

Wir betreiben schon seit zig Jahren diverse Spielzeuge und Haushaltsgeräte einschließlich Digitalfoto- und Filmkameras vorzugsweise mit Akkus, weil wir unseren Geldbeutel und auch die Umwelt ein wenig schonen möchten. So verwendeten wir bisher NiMH-Akkus mit hoher Kapazität, weil das für Stromfresser, wie DigiCam, Taschenlampe und RC-Modelle einfach unerlässlich ist. Für den Heimbedarf sollten diese natürlich nicht viel kosten, also kamen keine "Superhochleistungsakkus" zur Anwendung.

Vor allem verwendeten wir Akkus der Größe AA (Mignon) mit einer Kapazität von 2000 mAh von diversen Herstellern (Sony,Varta,Ansmann). Dazu ein relativ gutes Ladegerät (Ansmann Energy 16), welches einen Ladestrom von ca. 700 mA liefert und somit die Akkus recht zügig volltankt, um dann automatisch in den Erhaltungsmodus zu gehen. Zudem wird jeder Akku separat behandelt und automatisch überprüft und ggf. optimiert (Refresh-Zyklus).

Unsere Erfahrung über die vielen Jahre:
Einzelne Akkus werden nach ein bis zwei Jahren als "defekt" abgelehnt. Andere verlieren dramatisch an Kapazität und halten z.B. im Fotoapparat nur noch wenige Bilder durch, das RC-Auto unseres Sohnes fährt nur noch wenige Meter weit. Manchmal bekommt man solche schlappen Akkus mittels mehrmaligem Refreshzyklus noch einmal zum laufen. Als Otto-Normalnutzer wendet man aber nicht unendlich viel Liebe zur Technik auf und kauft lieber einen Satz neue Akkus.

Das Schlimmste aber ist die Selbstentladung. Schon neue NiMH-Akkus neigen dazu, aber bei älteren Akkus verdoppelt sich die Selbstentladungsneigung. Dafür halbiert sich die Kapazität... Hatte ich DigiCam letzte Woche noch mit frisch geladenen Akkus bestückt, heute bekomme ich schon wieder die Warnmeldung: "Low Bat."... So lohnt sich der Einsatz auch nicht in weniger strombedürftigen Geräten, bzw. in solchen, die wir nicht oft verwenden.

Man steht also vor der Wahl: Entweder Geld in neue Akkus investieren, oder bestimmte Geräte wieder mit Batterien bestücken. Wir taten beides. Die neuen Akkus kamen dann nur noch in Geräte, die viel Strom brauchten und oft benutzt wurden. Alles, was nur hin und wieder verwendet wird und auch nicht viel Strom benötigt, ist mit Batterien (ggf. mit guten Hochleistungsbatterien) besser bedient.

Die verstärkte Verwendung von Batterien in einem Haushalt mit vielen Kindern, deren Spielzeuge, Radios, Uhren u.s.w erzeugt aber leider auch einen entsprechenden Haufen Batterie- also Problemmüll. Daher haben wir lange nach einer Lösung gesucht, fanden diese aber bisher nur in der Verwendung von Discounterbatterien, um wenigstens unseren Geldbeutel zu schonen.

Nun sehen wir aber endlich ein Licht am Ende des Tunnels, denn seit einigen Jahren gibt es einen neuen Akkutyp, der nur eine geringe Selbstentladung verspricht:

LSD (Low Self Discharge)-Akkus bzw. NiMH Akkus mit geringer Selbstentladung

NiMH-Akkus mit geringer Selbstentladung sind ein neuer und ganz spezieller Akkutyp auf Basis des bisher bekannten Nickel-Metallhydrid (NiMH) Akkus.

NiMH + Alkaline —› eneloop tm

Die Firma Sanyo schaffte es im Jahre 2005 erstmals, die Vorteile von wiederaufladbaren Akku-Batterien mit den wichtigsten Vorteilen von Einwegbatterien zu kombinieren und führte diesen revolutionären neuen Akku ein Jahr später auch auf dem europäischen Markt ein.

Nur muss ich mich eigentlich wundern, warum eine so geniale Erfindung nicht viel stärker in den Medien propagiert und beworben wird. So habe ich erst kürzlich von der Existenz des "eneloop"-Akkus gehört. Höchste Zeit also, dass mal jemand die Werbetrommel dafür rührt. Ein Job für BuntesWeb.de!

Gemeint ist folgendes:

Normale NiMH-Akkus sind sehr pflegebedürftig. Zwar gibt es nicht mehr den bei NiCd-Akkus noch gefürchteten Memoryeffekt, aber auch sie sollten nach der Anschaffung erst mehrfach vorsichtig voll aufgeladen und entladen werden (Akku wird aktiviert). Erst nach mehreren kompletten Lade/Entladezyklen erreichen sie ihre volle Kapazität. Beachtet man dieses "Aktivierungritual" nicht oder nimmt man die Akkus gleich zu hart ran, dann nehmen sie es übel und man verliert gleich mal bis zu 15% der Nennkapazität. Davon abgesehen verlieren selbst gut eingefahrene und voll aufgeladene NiMH-Akkus innerhalb von Wochen bereits einen spürbaren Teil ihrer Energie. Sie können also nicht lange gelagert werden. Nach einem Jahr sind sie evtl komplett entladen und nehmen Schaden auf Grund von Tiefentladung. Daher machte es bisher auch nicht viel Sinn, wenn man Akkus in eine Uhr oder in die TV-Fernbedienung einlegte. Bei derart geringem Strombedarf kommt nur eine Batterie in Frage, denn die hält ggf. mehrere Jahre. Ein Akku hingegen muss nach ein paar Monaten gewechselt/nachgeladen werden.

Ja überhaupt sind Akkus typischerweise immer leer, wenn man sie braucht. Will man sicher gehen, dann muss man sie in ein Ladegerät mit Erhaltungsladung einlegen. Ansonsten muss man sie regelmäßig nachladen und rechtzeitig vor Gebrauch einmal richtig leerfahren und dann voll laden. Bei unsachgemäßer Behandlung sinkt die Lebensdauer rapide. Bei intensiver Nutzung verschleißen sie schnell. Spätestens nach einigen 100 Aufladungen nimmt die Kapazität stark ab und die Ladung bleibt keine Woche mehr erhalten. Die Akkus sind dann ein Fall für die Altbatterie-Sammelstelle. Neue Akkus müssen her - und die sind i.d.R. deutlich kostspieliger, als Einweg-Batterien.

Batterien hingegen sind billig, robust und einfach in der Handhabung. Dafür kann man sie aber auch nur einmal verwenden und muss sie wegwerfen. Das ist auch bei sachgemäßer Problemstoffentsorgung nicht sonderlich umweltfreundlich und kostet auf die Dauer mehr Geld, als die Anschaffung von Akkus und Ladegerät. Aber Batterien leiden nicht unter dem "Selbstentladungssyndrom" und können daher locker mehrere Jahre lang gelagert werden. Nach dem Kauf sind sie voll geladen und können sofort verwendet werden. Sie bedürfen keiner besonderen Pflege. Sie kosten im Vergleich zu Akkus sehr wenig und sind sehr bequem. Da sie nur einmal verwendet werden können, sind sie auf die Dauer jedoch teurer als die wiederverwendbaren Akkus.

Sanyo's eneloop-NiMH Akkus sind den Batterien nun ähnlicher geworden. Vor allem die Selbstentladung wurde minimiert, so dass man die Akkus problemlos mehrere Wochen, ja sogar Monate lang liegen lassen kann, ohne einen nennenswerten Energieverlust zu bemerken. Sogar nach einem vollen Jahr verlieren sie laut Hersteller nur 15 % ihrer Ladung und sind damit noch einsatzfähig. In der Praxis erreicht man diesen Idealwert natürlich nur mit neuen, ordnungsgemäß vollgeladenen eneloops. Aber selbst wenn sie 30% ihrer Ladung verlieren, so sind sie nach einem Jahr in der Schublade immer noch einsatzfähig. Ein normaler NiMH-Akkus wäre dem Tode nah.

Eine weiteres Hauptmerkmal von eneloop ist die etwas höhere Grundspannung. Normale NiMH-Akkus liefern beispielsweise bei einem Strom von 1 A gute 50% ihrer Kapazität bei einer Spannung um die 1,2 Volt aus. Danach sinkt die Spannung langsam, aber stetig. Wenn 85 bis 90% der Akkukapazität verbraucht sind, dann liegt die Spannung noch bei 1,1 Volt. Diese 0,1 Volt Unterschied klingen geringfügig. Aber viele Geräte melden ab dieser Spannung einen leeren Akku bzw. schalten ab. So bleiben meist über 10% der Akkukapazität ungenutzt. Der eneloop-Akku liefert bis zu 75% seiner Kapazität bei einer Spannung von knapp über 1,2 Volt und hält dann knapp unter 1,2 Volt noch weiter durch, bis ca. 95% der Akkukapazität verbraucht sind. Erst dann erreicht auch er die kritische Spannung von 1,1 Volt und geht danach sehr schnell in die Knie. In der Praxis heißt das: Der eneloop Akku ist leistungsfähiger und hält länger durch, als ein entsprechender Standard-NiMH-Akku. Eine DigiCam, die unter 1,1 Volt kurzerhand abschaltet, macht mit eneloops deutlich mehr Fotos, als mit normalen NiMHs gleicher Kapazität. Die etwas höhere Spannung macht es evtl. aus, dass manche Geräte, die bisher nur mit Batterien funktionieren wollten, nun auch mit Akkus betrieben werden können.

Als weitere eneloop-Innovation nennt der Hersteller eine ähnlich gute Benutzerfreundlichkeit, wie bei der Einweg-Batterie. Denn mangels Selbstentladung kann der Akku schon ab Werk geladen werden (Sanyo gibt den Batterien eine Anfangsladung von 70% der Nennkapazität). Man kann den eneloop-Akku sofort ganz normal verwenden und es bedarf somit keines "Aktivierungsrituals. Allerdings lehnt der Hersteller eine Garantie für den Ladezustand neuer eneloops ab, "da man die Lagerzeiten in der Versorgungskette unmöglich vorhersagen kann". Bekommt man also mal ein schlecht aufgeladenes Exemplar, dann ist das noch kein Hinweis auf einen Defekt. In dem Falle sollte man den Akku halt aufladen. Danach muss er aber funktionieren.

Als besonderes Merkmal ab der 2. eneloop-Generation gibt Sanyo an, dass die Akkus mit "grünem Strom" vorgeladen werden. Genauer gesagt wird Solarstrom verwendet, um den Akkus ihre Anfangsladung zu geben. Das macht diese Akkus noch eine Spur umweltfreundlicher. Dieser Aspekt relativiert sich allerdings, da die japanische Fabrik bei der Herstellung den ortsüblichen Atomstrom einsetzen muss. Nichtsdestotrotz sind Akkus im allgemeinen und diese genialen eneloops im speziellen besonders umweltfreundlich, da ihre Verwendung tonnenweise Batteriemüll vermeidet.

eneloop-Akkus im Handel:

Es gibt die eneloops derzeit in 2 Größen: AA (Mignon) und AAA (Micro). Die typische AA-eneloop hat eine Kapazität von 2000 mAh. Die AAA fasst entsprechend ihrer kleineren Baugröße noch 800 mAh.

Zudem findet man noch 2 eneloop-Generationen, sowie eine lite-Version und eine X-tra Power-Version und eine bunte Spezialausgabe.

  • HR-3UTG (AA) bzw. HR-4UTG (AAA)
    Dies ist die erste eneloop-Generation mit 2000 mAh in der Größe AA und 800 mAh in der Größe AAA. Sie kann rund 1000 mal wieder aufgeladen werden und hat eine lange Lagerfähigkeit (sehr geringe Selbstentladung). D.h. eine neue und voll aufgeladene HR-3UTG verliert bei sachgemäßer Lagerung in 12 Monaten nur ca. 15% ihrer Anfangskapazität. Soweit man sie günstiger bekommt, kann man sie ruhig kaufen. Ansonsten empfiehlt sich die Anschaffung der verbesserten eneloop:
     
  • HR-3UTGA (AA) bzw. HR-4UTGA (AAA)
    Dies ist die verbesserte, zweite Generation. Sie hat die gleiche Kapazität wie das Vorgängermodell, aber sie ist noch länger haltbar, denn sie hält bis zu 3 Jahre lang ihre Ladung (Restkapazität: 75%) und kann rund 1500 mal aufgeladen werden. Um beim Kauf die verbesserte Version von der ersten Generation zu unterscheiden, achten Sie bitte auf den Hinweis "1500" und das zusätzliche "A" bei der Typenbezeichnung.
     
  • HR-3UQ (AA) bzw. HR-4UQ (AAA) "eneloop lite"
    Die lite-Version ist im wahrsten Sinne des Wortes leichter, weil weniger Material verbaut wurde. Das ist gut für den Geldbeutel, bedingt aber eine geringere Kapazität von 1000 mAh (AA) bzw. 600 mAh (AAA). Das macht sie für Geräte mit geringer Stromaufnahme (Unterhaltungselektronik, Spielzeuge, und sogar für Uhren) geeignet. Durch die geringere Materialbelastung kann man diese Akkus sogar bis zu 2000 mal wieder aufladen. Die geringere Kapazität hat natürlich den Vorteil einer kürzeren Ladezeit. Diese Spar-Version für Otto-Normalhaushalts-Anwendungen ist noch ganz neu auf dem Markt und daher momentan ggf. noch nicht überall wirklich billiger zu haben.
     
  • "XX powered by eneloop" gibt es nur in der Größe AA (Mignon)
    Für alle Kunden, denen die Kapazität der normalen eneloop bisher zu gering erschien (obwohl diese auf Grund ihrer höheren Spannung bereits locker mit einem normalen 2700 mAh-Akku mithalten kann), hat Sanyo eine Kompromisslösung gefunden: Der Spezial-eneloop "XX" hat eine Kapazität von 2500 mAh. Das geht allerdings auf Kosten der guten Selbstentladungseigenschaften. Der voll geladene Power-Akku kann aber immerhin noch bis zu einem Jahr gelagert werden und verliert bis dahin ca. 25% seiner Energie. Auf Grund der Belastung durch hohe Lade- und Entladeströme geht man davon aus, dass der eneloop-XX ca. 500 mal wieder aufgeladen werden kann. Alles in Allem kann der 2500 mAh-eneloop gut und gern mit einem normalen 2700 mAh-Akku konkurrieren und übertrifft diesen auf jeden Fall bei der Haltbarkeit.
     
  • eneloop tones und eneloop glitter(nur in der Größe AA, Mignon)
    Sozusagen zur Feier des Tages hat Sanyo eine limitierte Anzahl von bunten Akkus der 2. (verbesserten) eneloop-Generation hergestellt. Man kann sie kaufen, so lange der Vorrat reicht. Mit eneloop "glitter" feiert Sanyo den 5 Geburtstag der eneloop-Baureihe.

Hinweis: Die eneloops bekommen durchgehend gute Bewertungen von den Kunden. Hin und wieder kommt es aber zu Unmutsäuerungen, weil nicht die erwartete Mange geliefert wurde. Und zwar steht im Angebot etwas wie  8+2 . Man bekommt dann aber nicht 10 Akkus, sondern 8 Akkus plus 2 praktische Aufbewahrungsboxen. Beachten Sie das bitte vor dem Kauf. So vermeiden Sie ggf. eine Enttäuschung.

Passende Ladegeräte:

 

Praktisches Zubehör:

Weblinks:


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