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Die Spitzmaschine

Die Bleistiftspitzmaschine (Foto: Jörg Wischnewski)
 

Der Standard-Anspitzer nach dem Messerschnitt-Prinzip

Illustration eines StandardanspitzersDas kennen wir doch schon seit unserer Kindheit: Beistifte müssen hin und wieder angespitzt werden. Dazu verwendet man in aller Regel ein kleines, praktisches Utensil, das in etwa nach folgendem Schema arbeitet: Man führt den Bleistift in ein Loch ein, so dass er an einer scharfen Klinge anliegt. Dann dreht man ihn ggf zunächst kraftvoll, so dass Lage um Lage vom Holz abgehobelt wird, bis die eingebettete Graphitmine ausreichend freigelegt ist. Dann geht es mit viel Gefühl weiter, bis auch vom Graphit so viel abgetragen ist, dass eine schöne Spitze entsteht. Es gilt bei diesem Unterfangen, rechtzeitig aufzuhören, bevor die Spitze abbricht. Egal, wie aufwändig die Mechanik rund um dieses Prinzip gestrickt wird, das Problem ist immer das gleiche: Hört man nicht rechtzeitig auf, dann bricht die Spitze ab und die Länge des Bleistiftes nimmt zügig ab.

Die Spitzmaschine nach dem Fräsen-Prinzip

Der Spitzmaschine ins Maul geschaut (Foto: J. Wischnewski)Seit Jahren habe auch ich mich mit solchen Bleistiftanspitzern herumgequält. Bis ich per Zufall die Spitzmaschine von LYRA in die Hände bekam. Auf den ersten Blick handelt es sich um einen Bleistiftanspitzer mit Kurbelantrieb. Mit einer kleinen Schraubzwinge kann man das Gerät am Tisch befestigen. Ein praktischer Klemm-Mechanismus sorgt dafür, dass man den Bleistift nicht festhalten muss, während man die Kurbel im Uhrzeigersinn dreht. Ich wollte schon abwinken, denn wozu sollte ich kurbeln, wenn es doch schon längst elektrische Anspitzer gibt. Aber ich probierte das Ding trotzdem mal aus. Nach einigen Umdrehungen wurde die Kurbel plötzlich ganz leichtgängig.... Ich dachte schon "Jetzt isse ab, typisch!" Der Bleistift war jedenfalls optimal angespitzt. Ich probierte es noch einmal mit einem anderen Bleistift. Wieder mit dem selben Ergebnis. Dieses raffinierte Teil erkennt doch tatsächlich, wenn der Spitzvorgang beendet ist. Man kann sogar einstellen, wie spitz der Bleistift werden soll. Und es funktioniert gleichermaßen mit normalen und dicken Stiften. Der Bleistift wird stets optimal angespitzt. Nicht mehr und nicht weniger. Man könnte zwar noch weiter an der Kurbel drehen, aber dem Bleistift passiert dabei nichts mehr.

Innerei der Spitzmaschine: Die Fräse (Foto: J. Wischnewski)Das Geheimnis liegt im Inneren der Spitzmaschine. Dort befindet sich nämlich nicht die übliche Klingenkonstruktion, sondern eine Zylinderfräse. Dieses Prinzip ist gar nicht so neu. Schon vor über 50 Jahren gab es Spitzmaschinen dieser Art. Allerdings waren die noch sehr teuer und damit nichts für den privaten Gebrauch. Irgendwie kam dieser geniale Mechanismus dann aus der Mode. Das Problem dabei ist eine gewisse Präzision, mit der diese Technik arbeiten muss, so dass auch bei der Herstellung nicht alles nur vom billigsten sein kann. Heute ist es aber (eigentlich nur in Asien) möglich, solche Spitzmaschinen auch relativ günstig herzustellen. Trotzdem findet man sie noch relativ selten; es sei denn man sucht gezielt danach. Jedenfalls brachte meine Frau mir vor ca. 2 Jahren ein solches Exemplar mit. Sie hatte es bei Tchibo für unter 5 Euro erstanden! Wir waren so begeistert, dass wir gleich noch ein zweites besorgten, nur für den Fall, dass das erste mal den Geist aufgeben könnte. Aber bis heute liegt der Reservespitzer unangetastet in der Schublade und das obwohl unsere Kinder sehr gern und sehr viel mit Buntstiften malen, weshalb die Spitzmaschine fast täglich eingesetzt wird. Die Qualität ist gemessen am niedrigen Preis einfach sehr gut.

 

Spitzmaschine in der Draufsicht (Foto: J. Wischnewski)Wo kann man eine solche Spitzmaschine kaufen?

Die Firma Lyra-Bleistift-Fabrik GmbH & Co. KG ist ein Nürnberger Betrieb, der auf eine über 200 Jahre alte Tradition zurückblickt und trotz des schwierigen wirtschaftlichen Umfeldes noch in Deutschland produziert. Über die Produktpalette von Lyra informieren Sie sich am besten direkt auf deren Homepage: www.lyra.de. Dort finden Sie auch eine Fachhändler-Liste.

Auch andere Hersteller bieten ganz ähnliche Spitzmaschinen an.
Auf der Suche nach günstigen Online-Händlern stieß ich auf folgende Angebote:

Natürlich gibt es auch eine elektrische Variante. Sie kostet etwas mehr und ist daher eher etwas fürs Vaters Schreibtisch. Während das Kurbelmodell auch sehr gut mit dicken Buntstiften zurecht kommt (bis 15mm), ist die elektrische Spitzmaschine nur für normale Bleistifte (8mm) gedacht.


Und hier noch ein Angebot für den weniger schmalen Geldbeutel. So eine verchromte oder gar vergoldete Spitzmaschine im Edeldesign von El Casco macht sich ganz prima auf dem Schreibtisch und ist ein außergewöhnliches und dabei superpraktisches Geschenk, z.B. zur Geschäftseröffnung...


Na denn - gut Holz!


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