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21. Dezember: Winteranfang

Heute beginnt der astronomische Winter. Der meteorologische Winter hingegen umfasst die kompletten Monate Dezember, Januar und Februar. Der Winter folgt dem Herbst als eine der 4 Jahreszeiten. Im Gegenteil zur 'heißen' Jahreszeit "Sommer" bringt der Winter in unseren Breiten die Temperaturen auf den Gefrierpunkt und oft sogar deutlich darunter. Der Regen gefriert in der Luft zu Schneeflocken, deren kristallartiger Aufbau das Licht derart bricht, dass sie uns weiß erscheinen. Ist die Erde kalt genug, dann bleibt der Schnee dort liegen. Die Kinder freuen sich darüber und veranstalten eine Schneeballschlacht, fahren Schlitten oder bauen Schneemänner - es wurden zunehmend auch Schneefrauen gesichtet. Auf den Straßen hingegen vermischt sich Schnee mit Dreck und wird zu Schneematsch. Dieser spritzt auf die Scheiben der Autos und sorgt zusammen mit der allgemeinen Dunkelheit und Glätte für erhöhte Unfallgefahr. Bei so schlechten Bedingungen sind Winterreifen zwingend vorgeschrieben.

Einige sind der Meinung, es läge am Abstand der Erde von der Sonne. Bekanntlich bewegt sich die Erde ja auf einer leicht elliptischen Bahn um die Sonne. Tatsächlich aber erreicht der Abstand der Erde zur Sonne im Winter sogar sein Minimum.. Man kann den kleineren Abstand und die damit verbundene größere Umlaufgeschwindigkeit durchaus dafür verantwortlich machen, dass der Winter auf der Nordhalbkugel etwas kürzer ist und wegen der Sonnennähe auch ein wenig milder ausfällt, als auf der Südhalbkugel. Aber für die Temperaturen auf der Erdoberfläche zählt letztlich nur die Menge des auftreffenden Sonnenlichtes. Und die hängt von Länge des Tages und vom Winkel der auftreffenden Sonnenstrahlen ab. Die im Winter auf der Nordhalbkugel sehr flach eintreffenden Sonnenstrahlen müssen sehr viel Atmosphäre durchqueren und werden zu einem sehr großen Teil von der Atmosphäre reflektiert. Drum herrscht an den Polen selbst im Sommer, bei ununterbrochenem Tageslicht ein frostiges Klima. In Deutschland werden Sie selbst im Sommer niemals erleben, dass die Sonne kerzengerade über unseren Köpfen steht. Im Winter aber steht sie besonders tief - und zwar um so tiefer, je weiter nördlich man wohnt. Und um so weniger Kraft haben ihre wärmenden Strahlen.

Des RätselsLösung liegt in der Rotationsachse der Erde. Die ist gegenüber der Erdbahn um die Sonne um rund 23,5 Grad geneigt. Wie bei einem Kreisel, so sorgt auch bei der Erde die Rotation dafür, dass sich ihre Achse im Raum nicht verändert - mal abgesehen von einer minimalel Taumelbewegung. Während sich die Erde um die Sonne bewegt, zeigt die Erdachse also sehr konstant in immer die selbe Richtung. Daher stimmt es auch, dass ein bestimmter Stern - nämlich der Nordstern bzw. Polarstern immer ziemlich genau über dem Nordpol steht.

Heute, zu Winteranfang erreicht die Erde auf Ihrer Umlaufbahn um die Sonne einen Stand, bei dem der Nordpol maximal von der Sonne weg zeigt. Damit beginnt auf der Nordhalbkugel der astronomische Winter. Man spricht auch von der Wintersonnenwende, denn heute ...

  • ... erreicht die Sonne auf der Nordhalbkugel ihren niedrigsten Mittagsstand
  • ... steht die Mittagssonne über dem südlichen Wendekreis (23°, 26') genau im Zenit
  • ... herrscht in der Arktis rund um den Nordpol bis herab zum nördlichen Polarkreis (66°, 34') ewige Nacht.
  • ... beginnt auf der Südhalbkugel der Sommer und am Südpol herrscht ewiger Tag.

Der Begriff "Wende" deutet es schon an, dass sich von nun an die Deklinationsbewegung wieder umkehrt.. Die Sonnenbahn wandert vom südlichen Wendekreis wieder zurück in Richtung Äquator. Dabei heizt sich die Südhalbkugel zunächst noch etwas weiter auf, während bei uns der Punkt der größten Kälte erreicht wird und wir nun langsam wieder einen günstigeren Winkel zur Sonne bekommen.

Die Luftbewegungen in der Atmosphäre sind nun wieder ruhiger. Dadurch wird das Wetter beständig und die berüchtigten Herbststürme haben aufgehört. Für ein oder zwei Monate müssen wir aber noch mit frostigen Temperaturen rechnen. Der Winteranfang läutet zwar die Sonnenwende ein, so dass von nun an die Tage wieder länger werden. Der Effekt des Abkühlens und des Aufheizens benötigt aber immer eine gewisse Zeit, so dass die Wende nicht sofort auf dem Thermometer ablesbar wird. Im Gegenteil - die Wochen nach dem Winteranfang sind definitiv die kältesten. Erst ab der zweiten Januarhälfte wird sich der günstigere Sonnenstand langsam auswirken und dann geht es mit immer längeren Tagen feuchtfröhlich wieder dem Frühling entgegen. Bis dahin sorgen die unterschiedlichen Luftströmungen in unseren Breiten mal für milde Luft - oft bedingt durch den warmen Golfstrom her - und mal für klirrende Kälte - bedingt durch Luftströmungen aus den Kaltluftgebieten im Nordosten.

Die Natur schaltet im Winter auf Sparflamme. Die Bäume haben im Herbst ihr Laub abgeworfen und sind jetzt kahl. Sie sparen Wasser, denn aus dem gefrorenen Boden können Sie keines mehr aufnehmen. Das Wachstum aller Pflanzen (abgesehen von einigen besonderen Winterblühern mit Frostschutzmechanismus) ist nahe Null. Das ist gut, denn so muss ich bei der Kälte und Feuchtigkeit nicht den Rasen mähen. Erst wenn zum Frühjahr hin eine gewisse Mindesttemperatur für ein paar Tage erreicht wird, startet die Pflanzenwelt wieder durch. Winterzeit ist stille Zeit...

Im Gegensatz zum Sommeranfang stellt der Winteranfang keinen Anlass zur Feier dar. Es gibt weder christliche noch heidnische Bräuche, mit denen der Winteranfang begrüßt wird. Dafür aber befinden wir uns nun im Endspurt unserer Vorbereitungen für das größte und wichtigste christliche Fest überhaupt: Weihnachten steht vor der Tür!

Ich wünsche Ihnen eine ruhige und besinnliche Vorweihnachtszeit
 


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