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21. Juni : Sommeranfang

Ihnen ist ja sicher schon aufgefallen, dass die Sonne mittags niemals kerzengerade über unseren Köpfen steht, sondern deutlich tiefer. Je weiter nördlich man wohnt, desto tiefer steht die Sonne und um so weniger Kraft haben ihre wärmenden Strahlen. Die Rotationsachse der Erde ist um rund 23,5 Grad gegenüber Ihrer Flugbahnbahn um die Sonne gekippt. Während sich die Erde um die Sonne bewegt, zeigt die Erdachse konstant in die selbe Richtung, wie sich das für einen Kreisel gehört. Heute um genau 07:04 Uhr (mitteleuropäische Sommerzeit) erreicht die Erde auf dieser Bahn um die Sonne einen Stand, bei der unser Nordpol maximal in Richtung Sonne geneigt ist.

Damit beginnt auf der Nordhalbkugel der astronomische Sommer. Man spricht auch von der Sommersonnenwende, denn heute ...

  • erreicht die Sonne auf der Nordhalbkugel ihren höchsten Mittagsstand
  • steht die Mittagssonne über dem nördlichen Wendekreis (23°, 26') genau im Zenit.
  • hat sich der ewige Tag vom Nordpol bis hin zum nördlichen Polarkreis (66°, 34') ausgeweitet.
  • herrscht am Südpol und in der gesamten Antarktis bis zum südlichen Wendekreis ewige Nacht.

Der Begriff "Wende" deutet es schon an: Von nun an kehrt sich die Deklinationsbewegung wieder um. Die Sonnenbahn wandert vom nördlichen Wendekreis wieder zurück in Richtung Äquator. Die Tage werden wieder kürzer. Aber die Nordhalbkugel heizt sich noch weiter auf. Auf der Südhalbkugel hingegen beginnt nun der Winter.

Wenn bei uns Winter ist, dann ist die Erdachse gegenüber der Sonne so geneigt, dass die Sonne vorzugsweise die Südhalbkugel aufheizt. Im Sommer hingegen wird die Nordhalbkugel von der Sonne verwöhnt und dadurch ist es lange hell und recht warm (oft deutlich über 20 Grad bei uns).

Einige sind der Meinung, es läge am Abstand der Erde von der Sonne. Bekanntlich bewegt sich die Erde ja auf einer leicht elliptischen Bahn um die Sonne. Tatsächlich aber erreicht der Abstand der Erde zur Sonne im Sommer sogar sein Maximum. Allerdings kann man den größeren Abstand und die damit verbundene geringere Umlaufgeschwindigkeit dafür verantwortlich machen, dass der Sommer auf der Nordhalbkugel etwas länger dauert und wegen des höheren Abstandes natürlich auch ein wenig milder ausfällt, als auf der Südhalbkugel. Für die Temperaturen auf der Erdoberfläche zählt aber vor allem die Menge des auftreffenden Sonnenlichtes. Und die hängt ab von Länge des Tages und vom Winkel des Auftreffens. Flach eintreffende Sonnenstrahlen müssen sehr viel Atmosphäre durchqueren und werden zu einem größeren Teil von der Atmosphäre reflektiert. Drum herrscht auch bei ununterbrochenem Tageslicht im Sommer ein frostiges Klima an den Polen.

Der Sommerbeginn kennzeichnet also den Tag, an dem der Sonnenhöchststand den nördlichen Wendekreis erreicht und seinen Richtung wieder umkehrt. Der Zustand, dass die Sonne genau von oben herabbrennt, verlagert sich von nun an wieder in Richtung Süden, bis er zum Herbstanfang wieder den Äquator überschreitet. In der Zeit kann sich die Nordhalbkugel noch weiter aufheizen, so dass der Hochsommer uns reichlich Hitze bringt.

Die Natur reagiert mit weiterem Wachstum bzw. mit Erreichen der Erntereife, wobei der phänologische Sommer natürlich nicht unbedingt mit dem astronomischen Verlauf übereinstimmen muss. Die Verhaltensweise der Natur richtet sich nicht nach dem Kalender sondern ganz klar nach der eintreffenden Sonnenenergie. Sobald eine gewisse Mindesttemperatur für ein paar Tage erreicht wird, starten die entsprechenden Pflanzen durch. Typische Sommerblüher sind Geranien, Fuchsien und Petunien. Bei den Bäumen zählt auch die Lichtintensität und die Tageslänge. Das alles hängt vom Wetter - also von den Wasser- und Luftströmungen ab.

Betrachtet man nur den Kalender, dann ergibt sich der meteorologische Sommer. Diesem ordnet man die 3 Monate Juni, Juli und August zu.

Abhängig von der Region, in der man wohnt, gibt es einige unterschiedliche Bräuche, mit denen der Sommeranfang gefeiert wird und die sich an alten germanischen bzw, nordischen Riten orientieren. Im allgemeinen hält man sich dabei an den astronomischen Sommerbeginn, also an den Tag der Sommersonnenwende. Die Christen verbinden die heidnischen Bräuche aber gern auch mit dem Johannistag, der am 24. Juni gefeiert wird.
 


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