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06. Dezember: Der Nikolaustag

Termin und gesetzliche Regelung

Der 6. Dezember ist dem heiligen Sankt Nikolaus gewidmet. Jedoch ist dies kein gesetzlicher Feiertag und ist somit nicht arbeitsfrei.
 

Der Nikolaus und seine Geschichte

Der Name "Nikolaus" ist eigentlich ein ganz gewöhnlicher Name. Entsprechend häufig kommt er vor. Heute vielleicht eher in seiner Kurzform "Klaus". Aber früher gab es sehr viele Leute (auch Päpste und viele Fürsten) mit diesem Namen. Es gibt sogar eine ganze Reihe von Heiligen und Seligen. So zum Beispiel den heiligen Nikolaus von Tolentino.

Der heilige Sankt Nikolaus, der als Vorbild für unseren Nikolaus gilt und dessen Sterbetag wir am 6. Dezember gedenken, ist Nikolaus von Myra. Er lebte in etwa zwischen 280 und 350 n.Chr. als Priester und Abt eines Klosters in Myra, dem heutigen Demre im Südwesten der Türkei. Dort entstanden einige Legenden, die Nikolaus einerseits als Wohltäter und Diplomat ausweisen und andererseits als temperamentvollen Streiter. Nikolaus betätigte sich auch als Wunderheiler, der angeblich sogar tote wieder zum Leben erweckte und vieles mehr.

Nach seinem Tode entwickelte sich ein regelrechter Nikolaus-Kult, der sich zunächst in Griechenland ausbreitete. Von dort kam er in die slawischen Länder. In der orthodoxen Ostkirche wurde Nikolaus zum Volksheiligen. Über Rom verbreitete sich der Nikolaus-Kult in ganz Europa. In Deutschland trug Theophanu, die griechische Ehefrau des Kaisers Otto II. (10Jh.) besonders zur Verbreitung des Nikolaus-Kultes bei. Damals entstand der Brauch, die Kinder durch Nikolaus zu beschenken; basierend auf der Sitte des "Bischofsspieles" in Klosterschulen. Und das ging so: Ein Schüler durfte für einen Tag jeweils - am „Tag der unschuldigen Kindlein" und am Nikolaustag - als Bischof auftreten. Am Nikolaustag oder an dessen Vorabend beschenkte er die Kinder.
 

Andere Länder - andere Sitten und Namen

In Deutschland unterscheidet man ganz klar zwischen dem Nikolaus (der kommt am 6. Dezember) und dem Weihnachtsmann (der kommt am heiligen Abend). In manchen Ländern werden die Geschenke grundsätzlich nur vom Nikolaus gebracht - Nikolaus und Weihnachtsmann sind dort ein und die selbe Person. Auch in Deutschland gibt es Gerüchte, dass der Nikolaus dem Christkind am heiligen Abend hilft - der Weihnachtsmann ist also in Wahrheit der Nikolaus.

Sein Name wird vielleicht je nach Sprache etwas anders ausgesprochen. Aber letztlich leitet er sich immer von der russisch-orthodoxen bzw. der lateinisch-katholischen Bezeichnung ab, also heißt er immer "Nicolaus", "Nikolaj", "Nikola" oder so ähnlich. In manchen Ländern spricht man den Namen auch mit einem M am Anfang. Manche nennen ihn auch Santa Claus oder ähnlich. Auch in den USA sind der Nikolaus und der Weihnachtsmann identisch. Dort kennt man keinen Nikolaustag am 6. Dezember. "Santa" kommt dort immer in der Nacht von 24. auf den 25. Dezember. Die Kinder bekommen ihre Geschenke daher erst am Morgen des ersten Weihnachtsfeiertages.

Hoch im Norden, auf den Friesischen Inseln feiert man am 5. Dezember "Sunderklaas". In den Straßen laufen maskierte Männer herum und verpassen einheimischen Frauen und Mädchen, die sich von Ihnen erwischen lassen einen Stockhieb. Etwas doller treibt man diesen Ritus auf der Insel Borkum. Dort gehen die "Klaasohms" um. Und die gehen mit den Weibern nicht grade zimperlich um. Insbesondere haben sie es auf die unverheirateten jungen Frauen abgesehen, wohingegen sie verheirateten Frauen und Kindern Honigkuchen schenken (sog. Moppe). Aber auch die unverheirateten Frauen werden (nach der Prügel) mit Moppe getröstet...

Weblinks zum Brauchtum auf den Friesischen Inseln

Der böse Kollege vom Nikolaus

Als erzieherische Maßnahme für Kinder, die nicht lieb sein wollen, haben sich die frommen Leute einen Gegenpol ausgedacht. So wird der gütige Nikolaus gern von einem furchteinflößenden Gehilfen begleitet. In Deutschland nennt man ihn "Knecht Ruprecht". In anderen Ländern ist er als Nickel, Klaubauf, Pelznickel, Pelzmantel, Hans Muff, Hans Trab, Schmutzli und unter vielen anderen Namen bekannt. In Pelz oder Kutte gekleidet und mit einer Rute bewaffnet zieht er gemeinsam mit Nikolaus von Tür zu Tür. Der Klaubauf, in Bayern und Österreich auch als "Krampus" bekannt, war ein furchterregender Typ mit Bocksfuß und Teufelsfratze. So meinte man die Kinder einschüchtern zu müssen, wenn sie nicht brav sein wollten.

Ein Zerrbild des Nikolaus findet man auch in einem weiteren Werk der Kindererziehungskunst des 19. Jahrhunderts. Gemeint ist "Der Struwwelpeter". Heinrich Hoffmann, geboren am 13.06.1809 war Arzt und Psychiater in Frankfurt. Per Zufall wurde er zum Zeichner und Kinderbuchautor. Sein berühmtestes Werk, "Der Struwwelpeter" sollte ursprünglich - welch Ironie - ein Weihnachtsgeschenk sein, für seinen damals übrigens erst 3-jährigen Sohn. Auf Drängen seiner Berufskollegen veröffentlichte er sein Werk und es wurde zum Bestseller. Heute beeindruckt dieses "Kinderbuch" vor allem durch seine konsequent handgreifliche Pädagogik, die am Beispiel diverser unartiger Mädchen und Jungen die unerbittlichen Konsequenzen präsentiert, mit denen böse Kinder rechnen müssen. Der Nikolaus jedenfalls reagiert in diesem Buch genervt, als ihn böse Buben zum Narren halten und tunkt sie kurzerhand in ein Fass mit schwarzer Tinte. Lesen Sie das Buch, dann werden Sie sehen, welches Glück die Kinder noch hatten. Denn hätten sie nicht den gutmütigen Nikolaus geärgert, sondern seinen Kollegen, den Knecht Ruprecht, dann hätte sie es vermutlich nicht überlebt...
 

Brauchtum und Tradition

Am 6. Dezember wird gern das Gleichnis von den anvertrauten Talenten (Matthäus­evangelium 25) erzählt: Demnach wurde drei Knechten jeweils Geld anvertraut und nun muss jeder darüber Rechenschaft ablegen. Daraus wurde offenbar der Brauch abgeleitet, dass Nikolaus die Kinder befragt, ob sie denn auch brav und fromm gewesen seien. Anschließend erfolgt die große Bescherung oder bei den weniger braven Kindern ein kleiner Schock durch den Kollegen - Knecht Ruprecht. In einigen Ländern findet es noch heute so statt.

Eine sehr verbreitete Legende über Nikolaus erzählt von Geldgeschenken, die er heimlich durchs Fenster oder durch den Kamin in die dort aufgehängten Socken warf. Damit verhinderte er, dass der Vater seine Töchter zur Prostitution hergeben musste. Daraus ist ganz offensichtlich der heutige Nikolausbrauch abgeleitet, dass Nikolaus heimlich die Socken oder Stiefel der Kinder mit Geschenken füllt.

Da Martin Luther mit der übermäßigen Heiligenverehrung und den strengen Strafmethoden der katholischen Kirche aufräumte, musste auch der heilige Nikolaus ein wenig in den Hintergrund treten. Um den Fokus von Nikolaus weg und mehr zu Jesus hin zu verlagern, wurde die große Bescherung auf den heiligen Abend verlegt. Aber Nikolaus kommt noch immer heimlich still und leise, um die bereitgestellten Stiefel oder auch die Socken mit allerhand kleinen Gaben und Süßigkeiten zu füllen. Schon am Vorabend müssen die Kinder daher die Stiefel schön sauber putzen und sie dann draußen vor der Wohnungstür bereitstellen. Andernorts werden die Socken in der Nähe zum Kamin aufgehängt.
 

Die Postanschriften vom Nikolaus

Obwohl der Nikolaus das Geschäft mit den großen Geschenken an den Weihnachtsmann abgegeben hat, freut er sich über Briefe der Kinder. Die Deutsche Post hatte bislang in ganz bestimmten Orten offizielle Weihnachtspostämter betrieben. Auf der Seite über Weihnachten habe ich noch mehr davon aufgeführt. Speziell für den Nikolaus eignen sich die folgenden beiden Adressen:

Nikolausdorf (Niedersachsen)

An den Nikolaus
in Nikolausdorf
49681 Garrel

St. Nikolaus (Saarland)

An den Nikolaus
St. Nikolaus
66352 Großrosseln

Briefe an diese Stellen werden vom Nikolaus und seinen Gehilfen tatsächlich gelesen und beantwortet. Aber bitte habt etwas Geduld! Es treffen ja so viele Briefe aus der ganzen Welt ein... Schickt die Briefe bitte rechtzeitig (am besten mehrere Wochen vor dem Nikolaustag) ab und schreibt so, dass man den Absender wirklich gut lesen kann.
 

Die geheime Emailadresse vom Nikolaus

Selbstverständlich haben er und seine Kollegen auch eine Emailadresse. Aber wegen der zunehmenden Spamflut wird die nicht mehr veröffentlicht. Vor ein paar Jahren gab deshalb es eine Sonderkonferenz und man entschied sich für folgende Lösung: Die Internetfee bekam den Auftrag, einen Zauberalgorithmus zu erstellen, der die Wunschbriefe von allen Computern in der Welt direkt abholt und sie an den Nikolaus weiterleitet. Das einzige, was die Kinder tun müssen ist folgendes:

Schreibt eine Email mit dem Betreff "An den Nikolaus" und versendet sie an Euch selbst. Denkt daran, dass Ihr die Email nicht nur einfach speichert. Sie muss einmal im Internet auftauchen, damit der Zauberalgorithmus sie finden kann. Benutzt also Eure eigene Emailadresse als Empfängeradresse und sendet die Mail ab. Nachdem die Wunschmail ihre Spuren im Internet hinterlassen hat, kommt sie zu Euch zurück. Lasst die Mail einfach in Eurem Posteingang liegen.

Der Zauberalgorithmus der Internetfee scant sämtliche Emailserver und sammelt die Internetadressen der Wunschbriefe ein. Dann werden die Wunschbriefe direkt aus den Posteingängen aller Emailprogramme in der Welt abgeholt.

Hinweis: Der Zauberalgorithmus wird auch vom Christkind, dem Wehnachtsmann und sogar vom Osterhasen verwendet. Für das Christkind verwende bitte den Betreff "An das Christkind". Für den Osterhasen lautet der Betreff: "An den Osterhasen". Um den Zauberalgorithmus nicht zu überlasten schreibe aber bitte nicht zu Weihnachten an den Osterhasen und umgekehrt. Wichtig: Sende Deine Wunschmail rechtzeitig vor dem Fest ab. Es muss noch genügend Zeit für die Produktion der Geschenke sein. Bei Bedarf werden manche Mails auch beantwortet.
 

Achtung: Schwarze Schafe im Nikolauskostüm:

Im Internet findet man so manche Webseite oder Emailadresse, wo man angeblich dem Nikolaus oder dem Weihnachtsmann eine Nachricht schreiben kann und wo man seine Adresse zwecks Antwort hinterlassen soll. Kinder, bevor Ihr irgendwo Eure Emailadresse oder noch mehr von Euch bekannt gebt, lasst die Seite erst von Euren Eltern begutachten. Die sollen die AGB und Datenschutzbestimmungen der Website ganz genau durchlesen. Wenn Ihr nicht absolut sicher seid, dann lasst die Finger von solchen Webseiten und Foren. Bestenfalls bekommt Ihr nach Absenden Eures Wunschzettels jede Menge (unerwünschte) Tipps, wo man die Sachen kaufen könnte. Wenn es aber schlimm kommt, dann erhalten Eure Eltern eine gepfefferte Rechnung für die Nutzung des angeblichen "Weihnachtsbrief-Abos". Schlimmstenfalls gerät Eure Adresse sogar in ganz unseriöse Kanäle und wird zu kriminellen Zwecken missbraucht. Leider muss ich das an dieser Stelle einmal erwähnen, denn ausgerechnet zur Weihnachtszeit wird die Gutmütigkeit und Gutgläubigkeit der Leute gern ausgenutzt.
 

Nikolaus Weblinks


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