30.Apr / 1.Mai: Walpurgisnacht - Tanz in den Mai
1. Mai : - Maifeiertag und internationaler Tag der Arbeiter
Wir befinden uns genau am Ende des ersten Jahresdrittels, denn
dies ist der 121. (in Schaltjahren der 122.) Tag im Jahr und es verbleiben noch
genau 244 Tage bis zum Jahresende. Dies aber nur am Rande. Mit dem Ende des
wechselhaften Monats April beginnt nun der Wonnemonat Mai. Den Beginn der
schönen, warmen Jahreszeit feiern wir in unseren Breiten mit Frühlingsfesten und
mit dem berühmten "Tanz in den Mai".
Die Frühlingsfeier beginnt schon am Vorabend. Manche sehen darin
die Nacht der Hexen und treiben vor diesem Hintergrund allerhand Schabernack. Am
nächsten Morgen findet man dann Klopapier im Brieffkasten oder Zahnpasta im
Schlüsselloch. Einige treiben es aber auch noch schlimmer. So ist in einigen
Gegenden mit allerhand Katerstimmung am Morgen des 1. Mai zu rechnen. Andere
feiern den Beginn der warmen Jahreszeit mit einer romantischen Tanznacht - dem
Tanz in den Mai. Es kann eine lange Nacht werden, denn immerhin ist der 1. Mai
ja ein arbeitsfreier Tag. Ein schöner Brauch ist die Aufstellung des Maibaums
auf dem Festplatz oder dem Marktplatz der Gemeinde. Dieser wird hübsch
geschmückt und dann findet rund um den Maibaum ein Frühlingsfest statt.
Walpurga oder Walburga, die Namensgeberin für die Walpurgisnacht
Die Nacht vom 30. April auf den 1. Mai wird auch
"Walpurgisnacht" genannt. Kennen Sie Bibi
Blocksberg? Diese kleine Hexe aus einer Kinderhörspiel- und
Zeichentrickserie ist bennant nach dem Blocksberg (heute Brocken) im Harz. Dort und auf anderen
erhöhten Orten sollen sich einst die Hexen versammelt haben und auf ihren Besen
herumgeflogen sein. Ursprünglich taten sie das wohl immer in der ersten
Vollmondnacht nach der Tag- und Nachgleiche, aber inzwischen wurde die Nacht vom 30.
April auf den 1. Mai dafür auserkoren. Bereits in der keltischen Religion fanden
zu diesem Zeitpunkt Druidenfeste mit geheimen Ritualen statt. Und die Bauern
malten drei Kreuze an ihre Stalltüren und hängten geweihte Zweige auf, um die
bösen Mächte fernzuhalten. Der heidnische Dämonen- und Hexenglauben ist so tief
verwurzelt, dass er sich bis heute auf den Maifeiertag auswirkt. Zufällig ist
dies auch der Gedenktag der heiligen Walburga. So haben sich der Name Walburga
(oder Walpurga) und die Nacht der Hexen irgendwie verbunden, ohne eigentlich
wirklich etwas miteinander zu tun zu haben.
Entlehnt ist die Bezeichnung "Walpurgis" nämlich einer Frau, die
wenn überhaupt, dann wohl eine sehr gute Hexe (mit enormen Heilkräften) war. Sie
hat sich in ihrer Zeit (frühes und dunkelstes Mittelalter) unglaublich nützlich
gemacht und wurde dafür noch viele Jahrzehnte nach ihrem Tode von Papst Hadrian
II. heilig gesprochen. Und zwar an einem 1. Mai. Das Jahr ist nicht klar
belegt. So um 870 herum muss es wohl gewesen sein. Mehr darüber lesen Sie bitte
andernorts nach. In der Wikipedia
findet sich bereits eine gute Abhandlung über das Leben der Walburga.
Hier nur eine kurze Zusammenfassung: Die Nonne und Äbtissin
Walpurga oder Walburga lebte im Frühmittelalter so in den Jahren zwischen 710
und 780. Damals gab es noch kein "Deutschland". Es gab die Sachsen im Norden.
Und im Süden die Bayern (Altbayern). Dazwischen Austrasien, das zum Osten des
Franken-Reiches gehörte, denn zu dieser Zeit dominierten die Angelsachsen im
heutigen England und vor allem das Fränkische Reich, welches sich immer weiter
ausbreitete, vor allem durch Karl den Großen, der ab 768 König der Franken war.
Durch die ewigen Kriege waren die Kassen der Könige chronisch leer und die
Bauern lebten in Zuständen, die keinen Fortschritt gegenüber der Zeit des
römischen Imperiums erkennen ließen. Im Gegenteil. Seuchen und Hungertod waren
an der Tagesordnung. In diesen Zeiten verbreiteten irische und angelsächsische
Missionare, das Christentum im Franken-Reich und bei den heidnischen Germanen.
Darunter auch der Benediktinermönch Bonifatius, der 741 das Bistum Würzburg
gründete.
Walburga nun war ein Kind von sehr wohlhabenden Eltern im
angelsächsischen Devonshire (heute Devon, Westengland). Als sie ungefähr 10
Jahre alt war, starben ihre Eltern. Von da an wurde ihre Erziehung und
Ausbildung in einem Kloster fortgeführt. Ihre beiden Brüder Wunibald und
Willibald waren ebenfalls als Missionare unterwegs und landeten schließlich mit
päbstlichem Auftrag in Austrasien. Wunibald hat ein Kloster in Heidenheim
gegründet. Anlässlich eines Besuches berichtete er Walburga von der Mission und
sie ließ sich breit schlagen, ihm aufs Festland zu folgen. Unterwegs in Seenot
geraten, betete sie auf Knien an Deck, bis das Schiff schließlich doch noch
erfolgreich den Ärmelkanal durchquert hatte und einigermaßen heil im Hafen von
Antwerpen einlief. Das brachte ihr so ganz nebenbei die Bezeichnung
"Schutzpatronin der Seeleute" ein. Sie galangte bis nach Tauberbischofsheim und
wurde dort als Nonne in einem Kloster aufgenommen. Als Wunibald starb, übernahm
sie die Leitung seines Männerklosters in Heidenheim. Kurze Zeit später übernahm
die Powerfrau aber auch noch ein Frauenkloster und leitete nun ein mächtiges
Doppelkloster. Zeit Ihres Daseins als Nonne und als Äbtissin hat sie sich als
Heilerin betätigt und dabei wahre Wunder bewirkt, so dass sie sich auch noch die
Bezeichnung "Schutzheilige gegen Krankheit und Seuchen" verdiente. Ihre
Hilfsbereitschaft gegenüber dem einfachen Volk machte sie aber auch zur
"Patronin der Bauern".
Maifaiertag als katholisches Fest
Vor dem Hintergrund der heiligen Walburga haben die Katholiken
den ganzen Mai zum Monat der Frauen gemacht. Und dabei denkt man natürlich auch
gleich wieder an Maria, die Mutter von Jesus und nennt den Monat daher auch
Marienmonat. Aber die Kirche war ja schon immer anpassungsfähig und da der 1.
Mai von den Arbeitern als Kampftag auserkoren war, fand man auch eine biblische
Entsprechung für diesen Anlass. Seit 1955 wird in der römisch-katholischen
Kirche der 1. Mai als das Fest "Josef der Arbeiter" gefeiert.
Maifeiertag - Tag der Arbeit
Die Grundidee des 1. Mai ist nicht einfach nur ein Arbeitsfreier
Tag und eigentlich weder ein Frühlingsfest noch ein christlicher Feiertag. An
diesem Tage sollen die Arbeiter die Arbeit ruhen lassen und sich versammeln und
etwas zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen beitragen. Es finden
Informationsveranstaltungen der Gewerkschaften und der politischen Parteien
statt. Dem damit heraufbeschworenen Stress mit den Arbeitgebern beugen halbwegs
sozial eingestellte Staaten vor, indem sie den Tag offiziell zum arbeitsfreien
(Feier-) Tag erklären.
Der erste Mai gilt international als Kampftag der Gewerkschaften und der sozialistischen Arbeiterschaft. Normalerweise finden friedliche Demonstrationen und Versammlungen statt, die "Maikundgebungen". Mancherorts (vor allem in Großstädten wie Berlin) finden aber leider auch die sog. "Maikrawalle" statt, bei denen sich eine arbeitslose, gelangweilte und frustrierte Jugend austobt.
Die Geschichte des Arbeitertages
Die Grundidee hat mit der Entwicklung der Arbeiterbewegung im
19. Jahrhundert zu tun. Im Zuge der Industrialisierung stieg der Anteil der
Arbeiterschaft in der Bevölkerung stark an. In immer größeren Betrieben
arbeiteten zudem immer mehr Arbeiter zusammen. Die Arbeits- und
Lebensbedingungen waren mies, während es sich die Reichen und Mächtigen gut
gehen ließen und keinerlei Verständnis für die Arbeiter aufbrachten. Um ihre
Bedingungen zu verbessern, organisierten sich die Arbeiter und es entstanden die
ersten Arbeiterverbände und sozialistische Parteien.
Am 1. Mai 1886 rief die nordamerikanische Arbeiterbewegung zum
Generalstreik auf, um den 8-Stunden-Tag durchzusetzen. Natürlich stieß diese
Forderung bei den Bossen mal wieder auf taube Ohren. In der Folge uferten die
Massenstreiks und Demonstrationen aus. Der Aufruhr wurde mit Gewalt
niedergeschlagen. Es gab viele Tote und Verletzte.
In Paris, 1889 versammelte sich die zweite internationale
Arbeiterbewegung zu ihrem Gründungskongress. Die rund 400 Delegierten
verabschiedeten diverse Resolutionen, die auf folgendes hinauslaufen sollten:
"Als Voraussetzung für die Übernahme der politischen Macht sollte die Lage der
Werktätigen verbessert und die Besitzergreifung der Produktionsmittel
durchgesetzt werden."
Die Forderungen im Einzelnen lauteten:
- Einführung des Acht-Stunden-Tages
- Verbot der Kinderarbeit
- Verbot der Nachtarbeit von Frauen und Minderjährigen
- Verkürzung des Arbeitstages für Minderjährige
- Die stehenden Heere sollten abgeschafft und durch Einführung
einer allgemeinen Volksbewaffnung ersetzt werden.
- Der 1. Mai 1890 wird Kampftag zur Durchsetzung des
Acht-Stunden-Tages und aller anderen Forderungen des
Sozialistenkongresses
Auserkoren wurde der 1. Mai zum Gedenken der Opfer vom 1. Mai
1886. Am 1. Mai 1890 wurde dieser „Protest- und Gedenktag“ zum ersten Mal
international begangen. Es gab Massenstreiks und Demonatrationen in den USA, in
Argentinien und in 18 Ländern Europas. Von nun an ging es mit der Verwirklichung
der Ziele der Arbeiterbewegung voran - wenn auch zunächst nur sehr langsam. In
Europa galt das Ruhen der Arbeit am 1. Mai noch schlichtweg als Streik.
In Europa hatte man zunächst mal genug mit den beiden
Weltkriegen zu tun. Immerhin entdeckten die Nazis den 1. Mai als Propagandatag
und machten ihn gleich nach Hitlers Machtübernahme am 1. Mai 1933 zum
gesetzlichen Feiertag. Nach dem 2. Weltkrieg wurde Deutschland in zwei Staaten
zerteilt. In der DDR feierte man den 1. Mai als "Internationaler Kampf- und
Feiertag der Werktätigen für Frieden und Sozialismus" - nun also ein
Propagandatag des FDGB und der kommunistischen Regierung. In der Bundesrepublik
wurde der 1. Mai 1946 als gesetzlicher Feiertag durch den alliierten Kontrollrat bestätigt. Maikundgebungen gab es aber
erstmal nur im ganz kleinen Rahmen. Während der Entnazifizierungsphase waren die
Alliierten noch vorsichtig mit der Versammlungsfreiheit. Die Neuorganisation der
Gewerkschaften benötigte außerdem ihre Zeit. ´Im Oktober 1949 wurde dann die
Dachorganisation der deutschen Gewerkschaften DGB gegründet. Und die verkündete
dann am 1. Mai 1955 die ersten großen und ganz typischen Ziele:
Kürzere Arbeitszeit
Fünf-Tage-Woche,
8-Stunden-Tag bei vollem Lohn- und Gehaltsausgleich
Höhere Löhne und Gehälter
dazu auch
Urlaubsgeld; Weihnachtsgeld, Lohnfortzahlung im Krankheitsfalle und natürlich
auch gleiche Entlohnung für Männer und Frauen.
Gleicher Lohn für gleiche Arbeit
Gleichbehandlung für Frauen und Männer oder Arbeiter aus sonst
unterschiedlichen Gruppen
Mehr soziale Sicherheit
Sicherung des
Arbeitsplatzes und Versorgung bei Arbeitslosigkeit, Unfall, Krankheit und im
Alter.
Gesicherte Mitbestimmung
Also die
gesetzliche Regelung der paritätischen Mitbestimmung für alle Betriebe und
Verwaltungen
Verbesserter Arbeitsschutz
Weblinks zum Thema
Wikipedia:
DGB - Der este Mai