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03.04.2015 :  Karfreitag

Was ist Karfreitag?

In Deutschland ist Karfreitag ein gesetzlicher Feiertag und als 'stiller Feiertag' besonders geschützt. Es gilt das "Tanzverbot". D.h. es wird unabhängig von der eigenen Konfession weder gearbeitet noch öffentlich gefeiert. Laute Geräusche sind zu unterlassen. Das gilt für das Klappern der Handwerker genau so wie für laute Musik in der Öffentlichkeit. Per Gesetz sind öffentliche Veranstaltungen verboten, bei denen es um Spaß und Frohsinn geht. Beispielsweise bleiben selbst große Festspielhäuser und Theater am Karfreitag geschlossen oder dürfen zumindest keine Komödien darbieten.

Karfreitag ist ein kirchlicher Gedenktag und Teil des christlichen Oster-Triduums, des höchsten Festes überhaupt in unserem Kirchenjahr. In der katholischen Kirche ist er ein strenger Fasten- und Abstinenztag.

Andere Bezeichnungen für Karfreitag sind "Stiller Freitag" und "Hoher Freitag" Auf Martin Luther geht außerdem noch die Bezeichnung "Guter Freitag" zurück.
 

Geschichtliches zum Karfreitag

Die Geschichte der Osterfeier und damit auch die des Karfreitags ist fast so alt wie das Christentum selbst. In den ersten 4 Jahrhunderten nach Christus, als die römischen Kaiser noch über ein riesiges Imperium herrschten, stellte die Karwoche ein zusammenhängendes Ritual dar, mit dem man die letzte Woche im Leben des Jesus Christus angefangen vom Abendmahl (Palmsonntag) bis hin zur Auferstehung (Ostersonntag) zelebrierte. Kaiser Augustinus (Anfang 5. Jh.) verkürzte das Ritual dann auf die Zeit ab Karfreitag. So wurde im sog. "Triduum" (Tri = Drei für Leiden-Tod-Auferstehung) das Leiden vor und während der Kreuzigung, der Tod und schließlich die Auferstehung . Unter Einbeziehung des Gründonnerstagabends gilt Karfreitag als der erste Tag des Triduums. Karsamstag ist der zweite Tag und Ostersonntag der dritte.

Die Geschichte von Jesus Christus

Es gibt eigentlich keine schriftlichen Aufzeichnungen, die das Leben von Jesus Christus belegen. Was wir wissen, das entnehmen wir der Bibel. Nach christlichem Glauben litt und starb Jesus, um damit die Sünden und die Schuld aller Menschen auf sich zu nehmen.

Wie kam es dazu?
Schon bei seiner Geburt stand für die gottesgläubigen Juden fest, dass Jesus von Nazaret der Messias sein musste, der in den Heilsverheißungen der hebräischen Bibel vorausgesagt wurde. Somit war er der von Gott gesandte Erlöser, der Heiland, ja Gottes Sohn. Um es auf deutsch zu sagen, war ihm der Job als Sündenbock für die ganze Menschheit schon in die Wiege gelegt. Ihn hat Gott ausgesucht, um die Nähe zu den Menschen zu suchen und ein neues Symbol zu setzen, damit die Menschen wieder an ihn glauben.

Im Laufe seines Lebens bekam Jesus von Nazaret den Beinamen "Christus" (der gesalbte). Als Wanderprediger lehrte er den Glauben an den allmächtigen und einzigen Gott. Durch viele ganz unglaubliche Taten bewies er immer wieder, dass Gott tatsächlich aktiv war. So betätigte er sich als Wunderheiler, wandelte auf Wasser oder verwandelte Wasser zu Wein. All dies geschah immer im Namen Gottes und der Nächstenliebe. Seine Anhänger - die nun als Christen bekannt wurden - sahen in ihm einen gottgleichen Anführer und nannten ihn mitunter auch "König der Juden". Hohe Priester und Adlige Juden sahen darin natürlich eine Anmaßung und Gefahr für ihre eigene Macht. Deshalb zeigten sie Jesus schließlich bei den römischen Landesherren an. Jesus Christus wurde also gefangen genommen und da er den Titel "König der Juden" und all die Vorwürfe der jüdischen Kläger nicht leugnete, wurde er als Staatsverräter behandelt und zum Tode am Kreuz verurteilt.

Da ihm dieser Leidensweg schon von Geburt an vorgegeben war und zu Gottes großem Plan gehörte, ertrug Jesus all das und selbst im Moment seines größten Leides rief er "Herr, vergib ihnen, denn sie wissen nicht was sie tun". Durch seine Liebe zu den Menschen und seine Vergebung im Moment seines Todes erfüllte sich die Verheißung. Allen Menschen wurde eine umfassende Sündenvergebung und Errettung vor dem Fegefeuer zuteil.

Am nächsten Tag (Karsamstag) wurde Jesus vom Kreuz genommen und in einer Gruft beigesetzt. Am Ostersonntag in aller Frühe fand man dann ein leeres Grab vor. Jesus war von den Toten auferstanden. Damit endet das traurige Kapitel und es beginnt die Zeit der Freude und Erlösung. Dazu aber mehr, wenn es um das Osterfest geht.

Während man zu Ostern fröhlich ist und die Auferstehung feiert, ist Karfreitag ein Tag der Trauer und der Besinnung. Schließlich ist dies ja der Tag, an dem Jesus schreckliche Qualen erleiden musste, bis ihn der Tod endlich von seinem Leiden erlöste. Die Silbe "Kar" ist hergeleitet ist vom althochdeutschen Wort "Kara" oder auch "Chara". Es bedeutet nichts anderes als Kummer und Trauer.
 

Kirchliche Riten und Verbote zu Karfreitag

Heute finden während der Karwoche diverse "Passionsandachten" statt. Den Karfreitag zelebriert die katholische Kirche mit einem besonderen Gottesdienst. Auch in der evangelischen Kirche nimmt der Karfreitag eine ganz besondere Stellung ein. Dem Leiden Jesu Christi soll Respekt gezollt werden, indem wir seiner in aller Stille gedenken und auch unsererseits ein wenig mitleiden, indem wir fasten und buße tun.

Die Todesstunde Jesu Christi wird in der evangelischen Kirche besonders zelebriert, indem ein Nachmittagsgottestdienst stattfindet, bei dem genau um 15:00 Uhr alle Lichter ausgelöscht werden. Es folgt eine kurze Zeit der Besinnlichkeit und Stille.

Heute sieht man es (vor allem bei den Protestanten) etwas lockerer, aber vor nicht all zu langer Zeit hielten sich zumindest fromme Katholiken und Orthodoxe sehr genau an einen regelrechten Verbotskatalog. Manches wird noch immer freiwillig befolgt, weil man einen derart wichtigen kirchlichen Gedenktag einfach respektiert. Verboten war neben dem klappernden Handwerk auch jegliche Feld- oder Gartenarbeit. In Gedenken an das Leid Jesu sollte man nichts anfassen, was einem Marterwerkzeug auch nur ähnlich war. Also wurden keine Tiere geschlachtet, kein Baum gefällt, ja nichtmal Fingernägel geschnitten oder Brote in Scheiben geschnitten. Warum auch? Karfreitag war (und ist streng genommen natürlich noch immer) ein totaler Fastentag. Man sollte also weder etwas essen noch trinken.

So streng sehen wir es heute nicht mehr. Es wird nicht streng gefastet. Wenn die Christen 'ganz normal' fasten, dann essen sie nur billiges Essen. Also gibt es kein Fleisch. Fisch hingegen ist erlaubt. So essen sehr viele Christen am Karfreitag den "Karfreitagsfisch". Aus dem Karfreitagsfisch leitet sich der Fisch am Freitag ab, also die Gewohnheit vieler christen, an beinahe jedem Freitag eine Fischmahlzeit zu bereiten.

Aus Respekt vor göttlichen Geboten, aber auch aus Aberglauben ergaben sich im Laufe der Zeit einige volkstümliche Riten. Im Großen und ganzen beschränkt sich die Karfreitagszeremonie aber auf das traditionelle Fischgericht zu Mittag den Nachmittagsgottesdienst. Auf Blumenschmuck und Kerzen wird am Karfreitag gern verzichtet. Man verhält sich allgemein ruhig und andächtig. Öffentliche Volksbelustigung und lärmende Festlichkeiten (Musik und Tanz) sind verboten. Mancherorts schweigen selbst die Glocken oder man verzichtet zumindest auf das Glockenspiel und läutet zum Gottesdienst nur die Hauptglocke.

Weblinks

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