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20.03.2016  Frühlingsanfang

Heute endet die kalte und dunkle Jahreszeit und es beginnt wieder die schöne warme Zeit. Es ist Frühlingsanfang. Was bedeutet das genau?

Ihnen ist ja sicher schon aufgefallen, dass die Sonne mittags niemals kerzengerade über unseren Köpfen steht, sondern deutlich tiefer. Je weiter nördlich man wohnt, desto tiefer steht die Sonne und um so weniger Kraft haben ihre wärmenden Strahlen.

Einmal im Jahr umkreist die Erde unsere Sonne. Einmal pro Tag dreht sich die Erde um sich selbst. Nun ist die Drehachse der Erde gegenüber ihrer Sonnenumlaufbahn um rund 23 Grad geneigt. Wie ein Kreisel hält die Erde dabei ihre Neigung schön stabil, wodurch sich im Laufe des Jahres der Winkel ändert, mit dem die Sonnenstrahlen auf die Erde treffen.

Wenn bei uns Winter ist, dann ist die Erdachse gegenüber der Sonne so geneigt, dass die Sonne vorzugsweise die Südhalbkugel aufheizt. Bei uns wird es hingegen erst später hell und recht früh wieder dunkel. Die Nächte (Dunkelphasen) sind im Winter also länger als die Tage (Hellphasen). Die Temperaturen in unseren Breiten liegen im Winter unter Null Grad. Im Sommer hingegen wird die Nordhalbkugel von der Sonne verwöhnt und dadurch ist es lange hell und schön warm bei uns, während sich die Leute auf der Südhalbkugel, z.B. in Südchile und Südargentinien nun etwas wärmer anziehen müssen.

Der Frühlingsbeginn kennzeichnet dabei genau den Tag, an dem der Sonnenhöchststand von Süden her den Äquator überschreitet und auf die Nordhalbkugel wechselt. An diesem Tag scheint die Sonne den Leuten am Äquator also ganz genau von oben auf die Birne. Überall auf der Welt geht an diesem Tag die Sonne ziemlich exakt im Osten auf und genau 12 Stunden später im Westen wieder unter. Tag und Nacht sind also genau gleich lang. Naja, nicht auf die Minute genau natürlich, da die tatsächliche Erscheinung von Sonnenaufgang und -Untergang von weiteren Faktoren abhängen, wie der Lichtbrechung in unserer Atmosphäre beispielsweise. Der Zustand, dass die Sonne genau von oben herabbrennt, verlagert sich von nun an immer weiter nach Norden, bis im Sommer wieder der maximale Winkel erreicht wird. Die Tage auf der Nordhalbkugel werden immer länger. Die Temperaturen steigen allmählich an.

Es ist Frühling; die Natur beendet ihre Winterpause und richtet sich auf erneutes Wachstum und Vermehrung ein. In den Vorgärten sprießen jetzt die ersten Blumen. Die Verhaltensweise der Natur richtet sich allerdings nicht nach dem Kalender sondern nach der eintreffenden Sonnenenergie. Sobald eine gewisse Mindesttemperatur für ein paar Tage erreicht wird, starten viele Blumen durch. Bei den Bäumen zählt auch die Lichtintensität und die Tageslänge. So zieht der 'phänologische' Frühling' von Süden her kommend in die nördlicher gelegenen Gefilde ein. Beginnend schon im Februar am südwestlichen Zipfel von Portugal zieht der Frühling in Richtung Nordosten über Europa. Im März trifft der Frühling dann im süden Deutschlands ein. Da er sich in etwa mit einem Tempo von 40 Kilometern pro Tag voranbewegt, hat er unser Land bis zum offiziellen Frühlingsanfang schon vollständig überquert und zieht dann über Dänemark weiter bis hinauf nach Finnland. Typische Frühlingsblüher sind neben den Schneeglöckchen, Osterglocken, Märzbecher, Primeln und Krokusse. Bei uns im Vorgarten haben sich ein paar gelbe Krokusse angesiedelt.
 

Ich wünsche Ihnen einen schönen Start in den Frühling

Übrigens:

Das Phänomen "Tag- und Nachtgleiche" ist nicht nur auf die Erde beschränkt. Alle anderen Planeten sind ebenfalls mehr oder weniger stark davon betroffen. So hat unser Nachbarplanet, der Mars z.B. beinahe die selbe Äquatorneigung gegenüber seiner Umlaufbahn wie die Erde. Es gibt dort also ebenfalls Jahreszeiten (nur ist das Jahr rund doppelt so lang) Mangels einer dichten und ausgleichenden Atmosphäre wirken sich Mars-Winter bzw. Marsfrühling und Marssommer etwas anders aus (heftige Temperaturunterschiede). Besonders interessant für die Astronomen ist derzeit aber der Frühlingsbeginn des Saturns. Dessen Ringe entsprechen seiner Äquatorneigung, die mit knapp 27 Grad noch etwas schiefer ist als die unserer Erde. Dadurch kann man den großen Planeten und seine Ringsystem im Laufe seines 30-jährigen Sonnenumlaufs aus immer neuen Perspetiven beobachten. Zur Tag- und Nachtgleiche (Frühlingsanfang) weisen die Ringe direkt zur Sonne, wodurch sie selbst einen sehr schmalen Schatten direkt auf den Planeten werfen, während diverse Mondschatten direkt auf die Ringe treffen. Ein tolles Schauspiel, das die Wissenschaftler nun hautnah beobachten können, weil die Raumsonde Cassini sich momentan beim Saturn befindet. Lesen Sie mehr darüber im Artikel Frühlingserwachen auf Saturn bei www.wissenschaft.de.
 


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