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Telespiel, Videospiel, Spielkonsole, Computerspiele

Hi-Tech Spielekonsolen

Mit der Einführung von CD-Laufwerken kamen auch bei den Spielekonsolen die Steckmodule immer mehr aus der Mode. Nintendo rüstete technisch gewaltig auf und präsentierte mit der Nintendo 64 ein supermodernes 64-bit-System. Allerdings noch immer mit Steckmodulen, um es den Raubkopierern schwer machen. Jedoch hatten die nicht viel zu tun, denn wegen der geringeren Speicherkapazität dieser Steckmodule war es schwierig, die inzwischen recht aufwändigen Audio- und Videosequenzen in die Spiele zu integrieren. Außerdem war die ganze Spieleprogrammierung für das 64-bit-System viel zu kompliziert. Die Spielehersteller hatten daher keinen Bock auf Nintendo 64 und stellten viele ihrer Spiele nur für die gängige 32bit-Welt zur Verfügung. Davon profitierte die Konkurrenz - nämlich Sega Saturn und Sony Playstation.

Als reine Spielesysteme haben diese Geräte natürlich auch speziell für diesen Zweck angepasste Grafik- und Soundchips, aber keine Belastung durch ein großartiges, graphisches Betriebssystem. Einziges Hindernis ist die Tatsache, dass solche Spielkonsolen in der Regel an einen TV-Bildschirm angeschlossen werden und nicht über einen hochauflösenden Computermonitor verfügen. Andererseits ist dies auch ein Vorteil, denn dadurch müssen die Grafiken nicht für so hohe Auflösungen berechnet werden und dem Prozessor bleibt Zeit für andere Dinge. Letztlich erscheinen beispielweise Autorennspiele und 3d-Shooter auf den neuen Konsolen trotz vergleichweise geringer Bildauflösung superrealistisch, vor allem wenn man über einen modernen Bildschirm verfügt. So konnten sich die Spielkonsolen trotz der enormen Konkurrenz durch den PC auf dem Markt behaupten.

Normale Telespiele bzw. Spielkonsolen verfügen nur über einen Joystick bzw. über eine Art Multifernsteuerung mit diversen Joysticks und Buttons. Um bestimmte Spiele noch realistischer zu gestalten, gibt es spezielle Abwandlungen solcher Fernsteuerungen, wie z.B. ein Lenkrad und ein Pedal für Autorennspiele.
 

Die innovative Spielsteuerung der Nintendo Wii TM

Der Datenhandschuh stand Pate

Nintendo hatte ja schon beim Entertainment System die Idee mit dem Datenhandschuh. Das System sollte also die Handbewegung des Spielers erkennen und entsprechend umsetzen. Aber das war viel zu kompliziert. Eigentlich muss das System ja nur ganz grundlegende Bewegungsmuster erkennen. Bei der Nintendo Wii ist das nun genial umgesetzt worden. In Ballspielsimulationen wie Tennis oder Baseball (beide enthalten im Spielepaket "Wii-Sports") nimmt der Spieler die Fernbedienung in die Hand und schwingt sie genau so, wie er das mit einen entsprechenden Schläger tun würde. Sehen Sie hierzu einen Film bei YouTube: Wii Tennis Show. Das System beruht auf einer Fernbedienung, deren Position und Beschleunigung man mittels Infrarot- und Beschleunigungssensoren bestimmt. Die Daten werden per BlueTooth an die Konsole gesendet.

Das System überzeugte auch uns

Wir haben das erstmals bei Freunden gesehen und ausprobiert. Da wir ja eine regelrechte "Computer"-Familie sind, habe ich mich bisher mit allen Mitteln dagegen gewehrt, ein Telespiel bzw. so eine moderne Spielekonsole anzuschaffen. Schließlich haben wir ja bereits eine ganze Menge Spiele auf unserem PC. Noch mehr findet man inzwischen im Internet. Und die Kinder haben zudem bereits ihre Nintendo DS Handheld-Konsolen. Das sollte eigentlich genügen.

Aber das Spielsteuerungskonzept der Nintendo Wii ist so genial, dass man sie nicht mit einem normalen Computerspiel vergleichen oder ersetzen könnte. So ahmt man beispielsweise das Bewegungsmuster einer jeweiligen Sportart wie Tennis oder Boxen möglichst genau nach, wobei man schon ganz schön ins Schwitzen kommen kann.

Lediglich die Verwendung des Zusatz-Controllers (Nunchuck) mit Kabel kann ich nicht empfehlen. Dieses Kabel kann bei vielen in der Regel sehr actionreichen Spielen ziemlich herumbamseln und im Eifer des Gefechtes kann es einem um die Ohren fliegen. Seit Anfang 2009 gibt es das Nunchuck in einer kabellosen Variante. Es kostet ggf. etwas mehr, aber für Spiele, bei denen man die Hände heftig einsetzen muss (z.B. "Boxen"), empfehlen wir Ihnen allerwärmstens diese Version.

Grundsätzliches Spielgefühl: Realistisch, aber nicht zu schwer

Wii-Controller mit NunchukDie geniale Kombination aus Funkfernbedienung (BlueTooth) und Infrarotsensoren macht es möglich, dass zum einen die Wii-Fernbedienung als imaginärer Schläger geführt werden kann, zum anderen man mit der Fernbedienung auf den Bildschirm zielen kann, um dort z.B. etwas auszuwählen oder - in einem Shooter - etwas abzuschießen. Beidhändige Aktionen werden mittels Zusatzfernbedienung (Nunchuck) übertragen. Mittels einer optional lieferbaren Schiene kann man die beiden Fernbedienungen zu einem Schießgewehr (dem "Suparzapper") vereinen. Für zusätzliche Funktionen befinden sich auf den Fernbedienungen noch Knöpfe. Ein Steuerkreuz dient zusätzlich oder als Steuerelement für ältere Spiele. Classic-ControlerAm Nunchuck befindet sich einen Analogjoystick als Gegenstück zum digitalen Steuerkreuz der Standardfernbedienung. Je nach dem verwendeten Spiel kann man optional auch die gewohnte "Classic"-Spielsteuerung verwenden. Diese kann man wie das Nunchuk mit einem kurzen Kabel an die Wii-Fernbedienung anschließen wodurch man die kabellose Verbindung zur Konsole herstellt.

Viele Spiele können allein bzw. gegen den Computer gespielt werden. Viele können aber auch zu zweit oder sogar zu viert gespielt werden. Das macht die Wii zu einer echten Familienkonsole. Beispielsweise ist das Spiel Tennis aus dem Paket "Wii-Sports" als Tennis-Doppel ausgelegt. Man kann sich an eine (oder auchmehrere) beliebige von 4 Spielerpositionen anmelden. Verbleibende Positionen werden durch Gegner bzw. Computerspieler übernommen. Beim Aufschlag muss man fast wie im richtigen Leben kräftig von oben herab schlagen. Stimmt das Timing, dann gelingt auch mal ein 'As'. Ansonsten muss man im richtigen Moment retournieren und den Gegner austricksen.

Je nach dem, wie man sich anstellt, wird man von der Wii bewertet und erhält Punkte - den sogenannten "Skill-Level". Entsprechend diesem Wert bekommt man auch Computergegner mit entsprechendem Skill-Level. Die Fähigkeiten des Computergegners passen sich also an, so dass man sich am Anfang nicht so schwer tut, aber nach etlichen Spielen nicht unterfordert ist. Das Spiel wird schneller und man muss genauer treffen, um den Ball nicht ins Aus zu schlagen. Ab Profi-Level (1000 Punkte) wird das Spiel dann schon deutlich realistischer und der Computer macht kaum noch Fehler. Das lässt sich aber noch steigern. Sehen Sie hierzu eine kleine Demo bei YouTube. Der Einsender dieses Videos ist mit Recht sehr stolz auf seine 2000 Punkte. Ihnen wird auffallen, wie schnell die Ballwechsel nun sind. Man benötigt schon den Siegeswillen und die Reaktion eines Boris Becker, um trotzdem noch so klar gegen den Computer zu gewinnen. Wie beim richtigen Tennis ist das mit sehr viel Training zu erreichen. Das Spiel bleibt immer eine Herausforderung und wird niemals langweilig.

Bei der Realitätsnähe kommt es immer auch auf das Spiel an. Bei Wii Sport z.B. geht Unterhaltung klar vor Realismus. Sie als Spieler konzentrieren sich nur auf den richtigen Moment und führen dann eine möglichst passende Schlagbewegung aus. Ihre Computerspielfigur wird dann schon zum Ball hin rennen und ihn meistens auch treffen. Sie müssen keinen Tennisunterricht gehabt haben, um Wii-Sports-Tennis zu spielen. Genauso ersetzt die Wii auch nicht den Tennis-Lehrer. Die Spiele wirken sehr real. Aber es ist dafür gesorgt, dass auch weniger geübte Spieler ihren Spaß haben. Andere Programme könnten aber durchaus auch näher an der Realität liegen.

Wii Sicherheitsbelehrung

Richtige Wii-Spiele, bei denen beispielweise ein Ball geschlagen werden muss, spielt man nicht bequem im Sofa sitzend. Vielmehr spielt man mit vollem Körpereinsatz. Daher steht in allen Anleitungen und vor jedem Spielbeginn eine Sicherheitsbelehrung. Vor allem soll man die Handschlaufe benutzen, um die Fernbedienung am Handgelenk zu sichern. Das soll zumindest verhindern, dass die Fernbedienung einem aus der Hand rutscht und dann quer durchs Zimmer fliegt. Außerdem soll man dafür sorgen, dass man genügend Platz hat und keine Personen, Tiere oder Gegenstände getroffen werden können, selbst wenn man im Eifer des Gefechtes wild um sich schlägt. Aber man spielt in der Regel ja im Kinderzimmer oder im Wohnzimmer und nicht in einer Turnhalle. Da kann es dann trotz aller Vorsicht mal zu einem unsanften Kontakt kommen. Deshalb gibt es für die Wii-Fernbedienung eine Gummischutzhülle. Die begrenzt den Schaden und deckt auch das Batteriefach zusätzlich ab, so dass sich die kleinen Energiespender nicht in Geschosse verwandeln können.

Was aber wenn man sich nicht an die Sicherheitsvorschriften hält oder wenn man beispielsweise nicht an die Lampe oder den Deckenventilator denkt? Das demonstrieren andere Wii-Fans mit einem Video bei YouTube: "Wii Injuries" - Lassen Sie es sich eine Warnung sein. Glauben Sie aber nicht alles, was Sie sehen. Es gibt noch einige weitere Videos dieser Art im Internet. Den Wahrheitsgehalt habe ich nicht überprüft. Einiges ist sicher stark übertrieben oder komplett erfunden. Man kann sich aber denken, was passiert, wenn man sich wild bewegt und dabei gegen einen Gegenstand oder eine andere Person stößt. Eltern sollten ihre Kinder zur Vorsicht und zur Beachtung der Sicherheitsmaßnahmen (siehe Bedienungsanleitungen und Spielbeilagen) anhalten. Dazu gehört (ich weiß, ich wiederhole mich) vor allem die konsequente Benutzung der Handschlaufe und des Gummischutzes für die Fernbedienung, sowie die Einhaltung von Sicherheitsabständen zu Personen und Gegenständen neben, vor, hinter und über Dir. Unter Dir solltest Du auf Rutschfestigkeit achten!

Wii-Kanäle

Das Entwicklungskonzept von Nintendo besteht darin, dass man mit Hilfe der Wii-Fernbedienung Zugang zu weiteren unterhaltsamen und/oder informativen Kanälen erhalten soll. Natürlich ist das Wii-System kein Fernsehempfänger und Nintendo ist kein Fernsehsender. In Wahrheit handelt es sich um Programme, die aber auf der Wii-Oberfläche quasi wie Fernsehkanäle ausgewählt werden. Einige davon verhalten sich ganz ähnlich wie ein Fernsehkanal, weil sie nämlich in Verbindung mit dem Internet tatsächlich dazu dienen, Informationen zu verbreiten. Typische Beispiele dafür sind der Nachrichtenkanal und der Wetterkanal. Andere Kanäle dienen interaktiven und kreativen Anwendungen, bei denen die Informationen in beide Richtungen fließen können. Beispiele dafür sind der Meinungskanal und der Mii-Wettbewerbskanal. Der Disc-Kanal und Spiele, die man evtl vom Wii-Shop heruntergeladen hat, erscheinen ebenfalls als Kanäle. Nintendo plant für die Zukunft eine noch größere Kanalvielfalt. Abgesehen vom Disc-Kanal, der immer in der linken oberen Ecke verleibt, kann man die Kanäle beliebig umsortieren.

Im Auslieferungszustand der Wiii befinden sich bereits einige Kanäle, die man auf der graphischen Oberfläche der Wii abrufen kann. Neben dem Disc-Kanal findet man daher auch den Mii-Kanal, den Fotokanal, und ggf. erst nach dem ersten Internetkontakt und einem Systemupdate auch den Wii-Shop-Kanal und den Nachrichtenkanal.

Ich bau mir ein Mii

Mii-Kanal - Bildschirmfoto by Jörg WischnewskiEines der Grundprogramme, das mich am allermeisten fasziniert und das ich deshalb zu allererst nennen will, ist der Mii-Kanal. Er dient zur Erstellung eigener Spielfiguren, genannt "Mii". So kann man sich einen ganz persönlichen Spielcharakter erstellen, mit dem man bei fast allen Spielen auftritt. Hauptsächlich geht es dabei um ein Gesicht. Der Körper ist eher nebensächlich, kann aber zumindest bezüglich seiner Länge, Dicke und Farbe bearbeitet werden. Das Programm erscheint zunächst sehr einfach und ist daher auch einfach zu bedienen. Man hat eine Auswahl an Kopfformen, Augenpaaren, Nasen, Münder und verschiedene Augenbrauen. Dazu diverse Frisuren und Kopfbedeckungen, Brillen, Bärte und Gesichtsmerkmale wie Falten oder Sommersprossen. Allein daraus ergeben sich bereits über 20 Milliarden Kombinationsmöglichkeiten! Aber man kann ja noch deren Eigenschaften, wie Farben, Größen, horizontale bzw. vertikale Positionen im Gesicht verändern. Damit steigt die Zahl der Variationen allein für das Gesicht ins unvorstellbare (in der Größenodnung 10 hoch 28).

Mit etwas Feingefühl gestattet es der Mii-Kanal, dass man sich selbst, die Familienmitglieder und Freunde darstellt. Oder man lässt der Phantasie freien Lauf und erstellt witzige Gestalten. Allein mit diesem Mii-Kanal kann man schon so viel Spaß haben und so viel Zeit verbringen, dass man zunächst gar keine weiteren Spiele braucht. Es ist eigentlich schade, dass man keinen Drucker an die Wii anschließen kann. Aber immerhin kann man so ein Mii auch auf die Fernbedienung transferieren. Nimmt man diese dann mit zu einem Freund, dann kann man sein Mii auch dort verwenden.

Nun frage ich mich natürlich, ob es so ein Programm wohl auch für den PC gibt. Das Konzept ist doch eigentlich sehr einfach. Aber ich konnte nichts im Internet finden, was ähnlich hochwertig ist und dabei auch noch so leicht zu bedienen. Freilich gibt es Software, mit der man sog. "Fahndungsbilder" bzw. "Phantomzeichnungen" erstellen kann. Aber was ich fand war entweder teuer und umständlich oder die Bilder waren nur schwarzweiß und alles andere als lustig. Zu diesem Schluss kam wohl auch die japanische Polizei:
- Japanische Polizei verwendet Wii zur Erstellung eines Fahnungsfotos
Das halte ich für absolut glaubwürdig, denn ungenauer als eine Personenbeschreibung kann ein Mii wirklich nicht sein. - Schließlich fand ich aber noch ein Programm, das sogar eine recht liebevolle und detailgetreue Umsetzung des Mii-Editors darstellt:
- www.myavatareditor.com
ist eine Flash-Animation, die sich ziemlich genau an das große Vorbild hält. Sie können damit also vorab einmal ausprobieren, wie der Mii-Kanal funktioniert. Aber glauben Sie mir: Das Original ist noch besser.

Mit der Wii im Internet

Die Wii kann mittels WLAN mit dem Internet verbunden werden. Das nennt sich dann "Wii-Connect". Daraus ergeben sich sehr viele Möglichkeiten. So erlauben einige Spiele den Austausch von Spielständen oder sogar das Spielen gegen echte Gegner via Internet. Außerdem erhält man Zugang zum Wetterkanal, zum Nachrichtenkanal und zum Wii-Shop. Im Wii-Shop findet man weitere Wii-Kanäle zum kostenlosen Download. Schauen wir uns das mal näher an:

Der Wii-Shop

Im Wii-Shop findet man beispielsweise den Nintendokanal, den Mii-Wettbewerbskanal und den Meinungskanal. Ggf. findet man hier auch Updates für bereits vorhandene Kanäle. Nintendo plant die Kanalvielfalt ja noch deutlich zu vergrößern.

Es gibt auch einen auf Opera basierenden Internetbrowser (Internetkanal). Der ist aber leider nicht kostenlos. Der Download kostet 500 Wii-Punkte (das entspricht 5 Euro). Ebenfalls nicht ganz kostenlos aber vergleichsweise günstig sind auch die Spiele, die man im Wii-Shop kaufen und herunterladen kann. Die Preise liegen zwischen 500 und 1500 Wii-Punkten. Jedes Spiel für sich ist damit eher günstig, wenn man mal mit den üblichen Preisen im Laden oder gar mit einem Spielhallenbesuch vergleicht. Trotzdem sind die Wii-Punkte ruckzuck aufgebraucht. Seien Sie ein bisschen vorsichtig. Setzen Sie sich am besten ein festes Budget.

Die nötigen Wii-Punkte erwirbt man durch Einzahlung eines gewissen Betrages. Am einfachsten geht das online über den Wii-Shop mittels Kreditkarte. Man kann beispielsweise 30 Euro einzahlen und erhält dann 3000 Wii-Punkte. Des weiteren kann man für die Registrierung von Produkten auf der Webseite von Nintendo bzw. im "Club Nintendo" die sog. Nintendo-Sterne bekommen. Soweit man sich nicht entscheidet, die Sterne für eine Prämie direkt im Club Nintendo einzutauschen, kann man sie im Nintendo Points Card Shop auch umtauschen gegen eine Nintendo Points Card. Für 400 Sterne erhält man z.B. die "Nintendo Points Card 100" - also 100 Wii-Points. Ist man im Besitz der Karte, dann erhält man einen Code. Diesen kann man im Wii-Shop einlösen und bekommt die Wii-Punkte dann gutgeschrieben. Damit das aber geht, muss man das Wii-Einkaufskonto (in den Einstellungen des Wii-Shop) mit dem Nintendo-Club-Konto verbinden. Das ist zugegeben ein wenig kompliziert.

Ist man gut bei Kasse (Wii Points Guthaben), dann kann man nach Herzenslust Spiele herunterladen. Im Angebot sind neben den Wii-Spielen (WiiWare) auch fast 300 Spiele von älteren Konsolen (Virtual Console). Unterstützt werden nicht nur die alten Nintendo-Konsolen (NES, Super Nintendo, Nintendo 64) sondern alle namhaften Systeme (Sega Mega Drive, Sega Master System, Turbografx, Neogeo und sogar der gute alte 'Brotkasten' C64) Diese Rubrik wird ständig erweitert. Derzeit jüngster Zugang sind die Virtual Console Arcade Spiele.

Die alten Virtual-Console-Spiele können natürlich nicht mit der besonderen Wii-Steuerung gespielt werden. Man spielt so gut es geht mit dem Steuerkreuz und den Tasten der Wii-Fernbedienung. Manche Spiele funktionieren damit aber nur sehr schwer oder sogar überhaupt nicht. Wenn Sie ein Spiele-Klassiker-Fan sind, dann besorgen Sie sich den Classic Controller. Diese Standard-Spielesteuerung wird wie ein Nunchuk an die Wii-Fernbedienung angeschlossen. So können Sie ganz bequem und ohne Kabelsalat von Ihrem Lieblingssessel aus alle Retrospiele genießen.

Der Nintendo Kanal

Der Nintendo Kanal ist ein multimedialer Informationskanal von Nintendo. Hier finden Sie Promotion-Videos und Video-Anleitungen, wobei es nicht nur um die Nintendo Wii geht, sondern vor allem auch um die Nintendo DS. Es gibt auch Interviews, bei denen man die Spieleentwickler kennenlernen kann. Für eine flüssige Wiedergabe der Videos benötigt man allerdings einen schnellen Internetanschluss und eine ordentliche WLAN-Verbindung. Das ist bei mir nicht so ganz der Fall, denn die Wii steht in der Ecke neben den Fernseher und hat von dort aus nur mäßigen WLAN-Empfang - das nur am Rande.

Nintendo möchte diesen Kanal natürlich auch gern für ein wenig Werbung für sich und Drittanbieter nutzen und diese am liebsten direkt auf die Wii-Pinwand senden. In den Einstellungen des Nintendo-Kanals können Sie aber selbst bestimmen, in welchem Maße Sie mit Informationen und Werbung versorgt werden. Nintendo sorgt sich auch sehr um die Zufriedenheit der Kunden und möchte gern statistische Daten sammeln. So können Sie Spieletitel empfehlen bzw. bewerten. Es können aber - Ihr Einverständnis vorausgesetzt - auch automatisch Daten über Ihr Spielverhalten und einige Systemeinstellungen der Wii-Konsole an Nintendo übertragen werden. Die Daten werden natürlich anonym behandelt und dienen nur statistischen Zwecken. Lesen Sie mehr darüber auf der Website von Nintendo.

Wie anfangs schon erwähnt, geht es auf dem Nintendo-Kanal nicht nur um die Wii, sondern auch um die kleine, mobile Schwester - die Nintendo DS. Die kann nämlich per BlueTooth mit der Wii-Konsole in Verbindung treten. Und das ermöglicht ein besonderes Gimmick; nämlich den Nintendo DS Download-Service. Hier werden Demos der neuesten Spieletitel angeboten. Alles was Sie tun müssen ist: Ein Spiel auswählen, dann DS ohne Karte einschalten und DS-Downloadspiel auswählen. Bitte etwas Geduld. Der Download kann ca. 30 Sekunden dauern. Dann startet das Spiel auf der DS und Sie können den Download-Service an der Wii-Konsole beenden.

Last but not least können Sie sich auf dem Nintendo Kanal natürlich auch prima über Neuerscheinungen für die Wii informieren. Hier werden Titel vorgestellt, die demnächst erscheinen sollen. Einige davon mit einem Video-Trailer. Demo-Downloads gibt es aber leider nicht für die Wii.

Der Nachrichtenkanal

Der Nachrichtenkanal gehört zur Grundausstattung der Wii. Er demonstriert die Möglichkeiten in Verbindung mit dem Internet. Sie erhalten aktuelle Schlagzeilen des Tages aus Deutschland und aus der ganzen Welt und können diese Auswählen, um mehr Details zu der Nachricht zu lesen. Eine Besonderheit dabei ist die Globus- bzw. Weltkarten-Ansicht. Hier kann man sich Nachrichten aus bestimmten Gegenden der ganzen Welt heraussuchen, einfach durch einen virtuellen Dreh am Globus und einen Klick auf eine Nachricht.

Der Wetterkanal

Der Wetterkanal gehört nicht zur Grundausstattung, kann aber kostenlos aus dem Wii-Shop geladen werden. In Verbindung mit dem Internetzugang kann man aktuelle Wetterdaten und Vorhersagen für den nächsten Tag aus Deutschland und aus der ganzen Welt abrufen. Wie beim Nachrichtenkanal gibt es auch hier einen virtuellen Globus. So ist man schnell darüber informiert, ob es in Australien eine Hitzewelle gibt oder ob auf dem Mount Everest die gleiche Temperatur herrscht, wie am Südpol. Außerdem sehen Sie sofort,ob über Berlin ein Jewitter schwebt, oder ob es am Wannsee wieder heißt "hol die Badehose raus"...

Der Mii-Wettbewerbs-Kanal

Dieser Internetkanal richtet sich an die künstlerisch begabten unter den Mii-Designern. Ausgelobt wird immer ein Wettbewerb zu einem bestimmten Thema. So könnte das Thema beipielsweise lauten: "Mona Lisa". Das heißt dann also, man bastelt im Mii-Kanal eine dieser Spielfiguren, die der berühmten Mona Lisa möglichst ähnlich sehen sollten und sendet diese zur Teilnahme an den Wettbewerbskanal. Nach einer gewissen Zeit ist Einsendeschluss und es beginnt die Bewertungsphase. Jetzt werden die eingesendeten Miis von den Teilnehmern beurteilt daraufhin beurteilt, ob sie zum Thema passen oder ob sie allgemein gefallen. Am Ende steht dann eine große Auswertung, bei der das beste Mii gekürt wird. Erreicht das eigene Mii dabei den Level 10, dann kann man stolz sein, denn es gehört zu den 50 besten in der Gunst der anderen Teilnehmer.

Aus dem riesigen Pool der eingesendeten Miis kann man sich auch welche herunterladen. Sei es, um sie in Spielen zu verwenden oder um sie nachzubauen und dadurch die eigenen künsterischen Fertigkeiten zu verbessern. Sie werden überrascht sein, wen man alles in der Mii-Welt antreffen kann. Allen voran natürlich bekannte Schauspieler und Showmaster. Meine persönlichen Favoriten: Stefan Raab und Mister T aus der Serie A-Team. Auch der amerikanische Präsident ist bereits Mitglied unserer Mii-Parade. Unsere Kinder haben den Avatar (Aang) und die Biene Maja sofort erkannt.

Der Meinungs-Kanal

Unterhaltsam und zugleich informativ ist der Wii-Meinungskanal. Hier können Sie Vorschläge für ein Thema machen. Nintendo wählt aus den eingesendeten Vorschlägen regelmäßig einen aus. So ein Thema könnte z.B. lauten: "Hast Du rote Schuhe?". Die Teilnehmer können darauf antworten. Es gibt immer die Auswahl zwischen 2 Möglichkeiten. Außerdem kann man noch raten, welche Antwort wohl von den meisten ausgewählt wird. Nach ein paar Tagen wird immer ein statistisches Ergebnis ausgegeben. Man erfährt, wieviel Prozent der Teilnehmer sich für die eine oder andere Antwort entschieden haben. Außerdem gibt es eine Unterscheidung zwischen weiblichen und männlichen Teilnehmern. Im Falle unseres Beispieles "Rote Schuhe" dürfte man wohl davon ausgehen, dass ein besonders hoher Prozentsatz der Mädchen mit "Ja" antworten würde. Zudem kann man sich bei einer deutschlandweiten Umfrage darüber informieren, ob es regionale Unterschiede gibt. Sehr bezeichnend sind auch immer Unterschieder bei den Ländern, wenn es sich um eine weltweite Umfrage handelt.

Manche Themen sind ganz witzig. Manche können einen ziemlich überraschen. Es geht aber immer um ganz belanglose Dinge. Der Meinungskanal ja nicht der ernsthaften Meinungsforschung oder gar der Meinungsmache dienen, sondern nur zur Unterhaltung.

Der Internet-Kanal

Der Wii-Shop stellt einen einfachen Webbrowser zur Verfügung. Die Bildauflösung von 800x600 Bildpunkten entspricht aber nur einem guten Mobilgerät. Die Zoom-Funktion des Wii-Browsers, der übrigens auf Opera basiert, ermöglicht zwar trotzdem die Anzeige der ganzen Webseite, aber dann kann man natürlich nichts mehr lesen. Bei entsprechender Vergrößerung wird die Schrift lesbar, aber die Webseite passt nicht mehr auf den Bildschirm und man muss sehr viel horizontal scrollen. Immerhin kann man Informationen oder webbasierte Emails aus dem Internet abrufen.

Wie dem auch sei - der Browser unterstützt die üblichen HTML-Standards inklusive JavaScript und Flash-Plugin. Damit lassen sich auch multimediale Inhalte ganz ordentlich anzeigen. Genial vor allem ist Youtube. Dieses Videoportal unterstützt neben einem Handyfreundlichen Format seit Januar 2009 auch das TV-Format für Spielkonsolen. Ruft man mit der Wii die Webseite www.youtube.de auf, dann wird das Anzeigeformat bzw. die Wii automatisch erkannt und man gelangt zu einer eigens dafür angepassten (stark reduzierten) Youtube-Oberfläche. Auch Nintendo arbeitet an einem Video-Service für die Wii. Der Internet-Kanal macht die Wii also (bedingt) zum Internet-TV-Empfänger. Auf entsprechenden Webseiten ist damit auch Web-Radio-Empfang möglich - und was das Internet sonst noch so hergibt... Manche Dienste verlangen allerdings nach einem aktuellen Flash-Plugin. Dies kann man nicht wie beim PC mal eben downloaden, sondern man muss auf eine Aktualisierung der Wii-Software warten.

Wer öfter mit der Wii im Internet surfen will, kann die Bildqualität mit Hilfe eines RGB-Kabels und eines geeigneten Bildschirms etwas verbessern. Im Formal 4:3 liefert die Wii aber trotzdem nur PAL-Standard (576i/576p). Verwendet man einen modernen 16:9 Monitor und ggf. ein Compositkabel, dann lässt sich die Bildqualität nochmals verbessern und die Wii kann im 480p-Modus immerhin 852x480 Pixel darstellen. Mehr ist aus Kostengründen nicht vorgesehen.
 

Nutzung einer SD-Karte als Speichererweiterung für die Wii

Die Wii-Konsole hat einen SD-Card-Steckplatz. Die SD-Karte kann sowohl als Backup-Medium dienen (man kann Wii-Kanäle auf die SD-Card kopieren) oder grundsätzlich als Speichererweiterung (man kann Kanäle/Spiele direkt von SD-Card starten; sie werden dann temporär in die Wii kopiert). Oder wenn eine Fotokamera ebenfalls SD-Karten verwendet, dann kann man diese einfach in die Wii stecken, um die Fotos am Bildschirm zu betrachten.

Eine solche SD-Card gehört nicht zum Lieferumfang der Wii-Konsole, kann aber in jedem guten Großmarkt und im Elektrofachhandel erworben werden.

Der benötigte Speicherplatz der SD-Karte richtet sich nach der Anwendung. Mit 1 GB haben Sie bereits mehr als genügend Platz für Spiele und einige Fotos. Wenn Sie neben Spielen auch sehr viele Fotos auf der Karte speichern wollen, dann dürften 2GB wohl ausreichen. Speicherkarten mit mehr als 2GB sind u.U. nicht kompatibel. Sie benötigen auch nicht unbedingt eine High-Speed-Karte. Class 4 (4 MB/s) reicht schon vollkommen aus. Nehmen Sie aber auch keine zu langsame Billig-Karte, denn dann müssen Sie ggf. mit spürbar längeren Ladezeiten rechnen. Meine Empfehlung: SanDisk SD; Speicher: 2 GB; Schreiben: 5 bis 9 GB/s, Lesen: 10 GB/s

Eventuell sollten Sie Ihre Fotos für die Wiedergabe mit der Wii-Konsole in ein bildschirmgerechtes Format umwandeln. Wenn sie z.B. die Auflösung vom Megapixelformat der Kamera in 600x400 Pixel umwandeln, dann spart das sehr viel Speicherplatz und die Fotos wirken dabei auf dem Bildschirm viel klarer, als wenn sie von der Wii verkleinert dargestellt werden müssen. In dieser Bildgröße passet dann viele tausend Fotos auf die SD-Karte.

Der Fotokanal

Fotos, die Sie im üblichen JPEG-Format auf einer SD-Karte gespeichert haben, können Sie mit Hilfe des Fotokanals auf dem Bildschirm ansehen. Mit der Wii-Fernbedienung können Sie ganz einfach Ihre Fotos auswählen, vergrößern und verkleinern. Außerdem gibt es noch ein paar weitere Möglichkeiten, um Spaß mit den Fotos zu haben. Beispielsweise können Sie ein Foto verändern oder in ein Puzzle verwandeln und es dann über die Internetverbindung an Freunde verschicken. Außerdem können auch Filmdateien im Quicktime-Format (.mov ) abgespielt werden. Das Format mp3 für Tondateien als Begleitmusik zur Diashow wird mit der neuen Version 1.1 des Fotokanals leider nicht mehr unterstützt. Statt dessen benötigt man jetzt Tondateien im AAC-Format (mp4-Audio). Diese sollen bei gleicher Dateigröße eine bessere Qualität haben.
- Hier finden Sie einen guten Audio-Converter.

Was die Wii nicht kann:

Die Wii ist kein MP3-Player. Der Fotokanal unterstützt das Abspielen von Tondateien nur als Hintergrundmusik zu einer Diashow. Dabei wird MP3 seit dem letzten Systemupdate nicht mehr unterstützt, sondern nur das hochwertigere AAC-Format.

Die Wii ist kein DVD-Player. Laut technischer Information seitens Nintendo ist der Laser des DVD-Laufwerkes nicht für den Dauereinsatz geeignet. Soft- und Hardware und Lizenzen für die Wiedergabe des DVD-Formates hätten das Gerät spürbar teurer gemacht. Da jeder Haushalt ohnehin über einen DVD-Player verfügt, hat man an dieser Funktion lieber gespart. Die Wii soll eine dem Preis nach erschwingliche Spielkonsole bleiben und mutiert keinesfalls zur universellen Multimediakonsole.

Die Wii balanciert zwischen zeitgemäßer Bildqualität und niedrigem Preis. Zur Verbesserung der Anzeigequalität kann man optional auch ein RGB-Scartkabel oder ein Compositkabel verwenden. Die Qualität eines hochauflösenden Computerbildschims wird man aber nicht erreichen. Auch HDTV wird derzeit noch nicht unterstützt. Grundsätzlich würde der Einsatz von entsprechender Hardware und die Entwicklung von Spielen in hoher Auflösung den Preis in die Höhe treiben, so dass man sich auf den eigentlichen Zweck dieses Gerätes besinnen muss. Da HDTV aber in Zukunft sicherlich weiter verbreitet sein wird, denkt man über eine entsprechende Ausgabequalität des Wii-Nachfolgers bereits nach.

Ihre besonderen Eigenschaften und die Tatsache, dass die lieferbaren Spiele zu einem sehr großen Teil auf Unterhaltung für die ganze Familie ausgelegt sind, hat bei uns für ein erfolgreiches Comeback der TV-Spiel-Konsole gesorgt. Den PC kann die Nintendo Wii gut ergänzen, aber ersetzen wird sie ihn nicht.

Weiter mit: Wii Sports


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