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Die Wiedergeburt des Brotkastens

Auf der Webseite des Herstellers Commodore USA steht zu lesen, dass der legendäre 80er-Jahre Computer Commodore C64 wieder neu aufgelegt werden soll.

Die Firma Commodore International, die in den 80er/90er Jahren vor allem mit den Heim- und Volkscomputern VC20, C16 und C64 den Markt beherrschte, musste im April 1994 offiziell Insolvenz anmelden. Doch letztes Jahr, im April 2010 ließ Barry Altman in xxx, USA die Firma unter dem Namen "Commodore USA, LLC" wieder auferstehen. Dazu sicherte er sich die Rechte an den Markennamen Commodore und Amiga. Er glaubt fest an die fortbestehende Beliebtheit dieser Markennamen und will ihnen daher neues Leben einhauchen und sie wieder ganz nach oben bringen.

Nach dem Vorbild der guten alten Homecomputer stellt die Firma Commodore USA derzeit Mini-Desktopcomputer mit oder ohne integrierte Tastatur her. Darunter demnächst (lieferbar ab Mitte 2011) eben auch ein Gerät im original Look & Feel der "Brotkiste" C64. Wenn alles gut läuft, wird die Produktpalette noch um Notebooks und Tablet-PCs erweitert. Barry Altman baut also nicht etwa veraltete Billigcomputer nach; was sollten wir damit schon anfangen? Er baut moderne Computertechnik in schöne und kompakte Gehäuse ein. Das Ergebnis sind platzsparende, aber leistungsstarke und alltagstaugliche "All-In-One"-PCs.

Bild zeigt den original C64Der neue C64 im Retro-Look&Feel ist sicher nicht der technische Spitzenreiter, aber er könnte zum Aushängeschild oder Maskottchen der neuen Firma werden, da dieses Computermodell der absolute Verkaufsschlager seiner Zeit war und noch heute sehr viele Fans hat. Damit beim neuen C64 das richtige Nostalgie-Feeling aufkommt, kann man natürlich auch die alten Programme - vor allem die alten Spiele - ablaufen lassen. Das ist nicht weiter schwer, denn dafür wird einfach ein Emulator mitgeliefert.

Zur besseren Unterstützung dieser Funktionalität entwickelt Commodore USA aber ein eigenes Betriebssystem namens "Commodore OS 1.0". Dieses basiert auf LINUX, soll aber nicht nur optimal auf die neuen Commodore Computer abgestimmt werden und dabei die von den Linux-Paketen her gewohnte OpenSource-Programme enthalten, sondern auch Emulatoren für alle Nostalgiesysteme, wie Commodore PET, Vic20, C16, C64, C128 und Amiga.

Bis das neue Commodore OS verfügbar ist, werden die Geräte noch mit dem Ubuntu Linux-Paket ausgeliefert. Aber es steht dem Anwender natürlich auch frei, ein anderes Betriebssystem zu installieren. So laufen die Commodore-PCs z.B. auch unter Windows - wenn's denn sein muss. Windows-Software soll allerdings unter dem neuen Commodore OS ebenfalls laufen. Und das bekommen die Kunden natürlich kostenlos nachgeschickt, sobald es fertig ist.

Der neue C64 ist also nicht nur ein Liebhaberstück für Nostalgiefans, sondern ein echtes Allroundtalent. Er eignet sich sowohl für Schüler und Studenten, die an Hand der alten 8bit Technik erste Programmier-Schritte erlernen wollen, als auch für Spielefreaks, die weder vor den alten C64er Spielen, noch vor modernen High-End-Spielen Halt machen. Und es geht weiter mit modernen Grafik- Multimedia und Kommunikationsanwendungen bis hin zum Blu-Ray HD-Heimkino mit digitalem Dolby-Sound. Unter der Haube des neuen Brotkastens findet man moderne (aber mit Blick auf den Verkaufspreis natürlich nicht die allerneueste) Technik, wie den Intel-NM10-Chipsatz und Intel-Atom Prozessor, sowie NVIDIA ION Graphics Processor, u.s.w. Alles nachzulesen auf der Webseite von Commodore USA.

Was uns beim ersten Blick auf den Prototypen auffällt, ist allerdings das Fehlen der original Anschlüsse für Joysticks und Floppy-Laufwerk. OK, Joysticks gibt es seit langem schon für den PC, inzwischen auch mit USB-Stecker. Aber mangels Floppy-Laufwerk wird man nicht die eigenen Originalspiele, Anwendungen und Daten in den Computer laden können. Spiele, soweit sie nicht im mitgelieferten Softwarepack enthalten sind, muss man dann wohl aus dem Internet beziehen. Die eigene Video- oder Adressendatenbank aus den 80ern kann man damit leider auch nicht ins neue Jahrtausend herüber retten. Schade eigentlich. Aber vielleicht lässt Barry Altman sich ja überzeugen, wenn man ihm eine nette Mail schickt. So könnte er locker noch einen Adapter für den Anschluss der alten Originaljoysticks per USB bauen. Ob die alten Disketten nach über 20 Jahren noch fehlerfrei gelesen werden, könnte ich nicht sagen. Aber einen Versuch wäre es wert. Vielleicht lässt sich ja doch noch ein passendes Floppylaufwerk realisieren.

Den neuen C64 und seine Brüder und Schwestern können Sie direkt bei Commodore USA bestellen bzw. vorbestellen. Derzeit sind nur die Modelle VIC-pro und VIC-slim lieferbar. Der C64 soll mitte 2011 auf den Markt kommen. Weitere Modelle - insbesondere die Amiga-Baureihe - werden folgen.

Fazit:

Für jemanden, der einfach nur die alten Spiele noch einmal spielen will, ist der neue C64 vielleicht nicht die sinnvollste Anschaffung, da es ja bereits sehr gute Emulatoren gibt. Aber auf dem Schreibtisch ist er ein echter Hingucker und ist dabei in jeder Hinsicht voll funktionsfähig. Er stellt auch das ideale Geschenk für C64- bzw. Computerfans dar. Das neue Commodore OS wird automatisch alle Commodore Modelle zur Emulation der Retro-Systeme befähigen, so dass diese technisch dem Brotkasten in nichts nachstehen werden. Wir dürfen sehr gespannt sein.

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