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Meine Internet-Geschichte - oder: "1&1 und ich"

Ein Erfahrungsbericht über BTX, das Internet und unseren langjährigen Internetzugangs- und Webhostingprovider 1&1

Die Geschichte

1989/1990 - BTX und der technische Hintergrund

Die Situation begann sich zu verbesserten, als die 'Deutsche Bundespost' anfang der 90er ihre Bestimmungen im Zuge der Postreform lockerte und man endlich jedes beliebige (billige) Modem an die Telefondose anschließen durfte.

Gleichzeitig kamen die "Homecomputer" oder zu deutsch: "Heimcomputer" auf den Markt. Die preiswerten und bereits mit Farbe und Ton (Synthesizer) ausgestatteten Geräte (z.B. Commodore C64) verbreiteten sich besonders schnell, weil sie als Spielekonsole benutzt werden konnten. In Verbindung mit einem nicht zu teuren Modem und geeigneter Software wurden sie aber auch zur preiswerten BTX-Konsole.

Mit der breiten Masse als Kunden lohnte sich aber auch die Entwicklung immer besserer Computer und auch IBM entdeckte die Welt außerhalb des Büros. Allerdings gab es seitens IBM einige Probleme und dumme Entscheidungen, die dazu führten, dass andere Computer- und Softwarehersteller mit dem sogenannten "IBM-Kompatiblen PCs" oder "MS-DOS-Rechnern" das Geschäft ihres Lebens machten. Damit verbreiteten sich nun auch die PCs, die im Vergleich zu den "Homecomputern" weniger als Spielkonsole verwendet wurden aber dafür begannen, ihren Platz auf dem heimischen Schreibtisch zu erobern. Lehrer und Studenten verwendeten sie gern zur Einwahl ins UNI-Netzwerk oder in private (nicht kommerzielle) Mailboxen. und als Compuserve-Terminal. Da lag es natürlich nahe, dass man auch BTX und AOL mal ausprobierte. Aber die PCs waren in Modultechnik aufgebaut. Mittels Farbgrafik- und Soundkarten wurden sie auch spielefähig. Eine weitere Karte (Gameport) ermöglichte den Anschluss eines Joysticks.

Vor diesem Hintergrund der rasanten Computerentwicklung unterstützte 1&1 die aus der Deutschen Bundespost hervorgegangene Telekom bei der Werbung vieler neuer BTX-Kunden.

...Währed dessen bei mir:

Animiert durch einen guten Freund stieg ich zu dieser Zeit (1989) vom C64 mit "1200 Baud" Modem auf einen IBM-kompatiblen PC um und kaufte dazu auch gleich ein 9600er Modem für den BTX-Anschluss. Nebenher probierte ich auch AOL, eine sehr unterhaltsame Oberfläche mit Downloadmöglichkeiten, die ich sehr schätzte. Compuserve hingegen war ein riesiger Wissenpool, der wie ein "Buch ohne Bilder" auf den ersten Blick nicht sehr ansprechend wirkte. All dies waren damals noch eigenständige Kommunikations- und Informationsplattformen, in die man sich jeweils mit dem Modem einwählen musste. Der Gebrauch dieser Systeme verursachte beachtliche Kosten, die sich direkt auf der Telefonrechnung niederschlugen. Schuld daran war natürlich auch die langsame Datenübertragung. daher rüstete ich sobald verfügbar mit einem schnelleren Modem nach. So kam ich zunächst in den Genuss eines 14400 Bit/s Data/Fax-Modems. Die Verbindungen zu BTX und AOL liefen damit erstaunlich stabil. Der Download einiger Programme von insgesamt vielleicht 5 MB dauerte aber immer noch über eine Stunde. Schon hier machte man die Erfahrung, dass die vom Hersteller angegebene Maximalgeschwindigkeit nicht mit der tatsächlich erreichbaren Durchschnittsgeschwindigkeit verwechselt werden durfte.

BTX-Nutzer mussten sehr aufpassen. Hier konnte der jeweilige Anbieter seine Nutzungspreise pro Seitenaufruf und/oder pro Minute festlegen, wie es ihm gefiel. So gab es z.B. Teledialogsysteme (also Chaträume), von denen einige mit Flirt- oder Erotikchats lockten. Dafür verlangten sie zwischen 0,60 DM und 1,80 DM pro Minute. Unvorsichtige Nutzer, die im BTX-System die Gebührensperre deaktivierten, um jeden Tag mit den netten Damen zu tickern, erlebten eine böse Überraschung, als die Telefonrechnung ins Haus flatterte. Manchmal waren es vielleicht auch die Eltern, die auf diese Weise von den BTX-Aktivitäten ihres Sohnes erfuhren...

Eine Rechenaufgabe für Sie:
Der Filius tickerte in einem 0,80 DM-System. Der Monat hatte 30 Tage. Im Schnitt war er jeden Tag 2,5 Stunden im Teledialog. Um welchen Betrag war die Telefonrechnung höher als sonst?

Im BTX gab es aber auch noch viele andere sehr nützliche Angebote. Man konnte z.B. bei namhaften Warenhäusern online bestellen und viele Banken boten Online-Banking an. Natürlich hatte man auch ein elektronisches Postfach. Aber das hatte keine Schnittstelle zu anderen Diensten, so dass man nur mit anderen BTX-Teilnehmern kommunizieren konnte.

Ich selbst nutzte Online-Banking über BTX. Online-Shopping funktionierte noch nicht wirklich. Aber wenn man sich z.B. etwas im Quelle-Katalog ausgesucht hatte, dann konnte man es über BTX bestellen. Auch über den Fahrplan der Bahn konnte man sich informieren und online Fahrkarten bestellen. Das gute am BTX war ja, dass man vieles gleich online bezahlen konnte. Jeder User war ja im System eindeutig angemeldet. Wenn man also auf eine entsprechende Bezahl-Seite kam, dann gab man einfach sein Einverständnis, dass der Betrag über die Telefonrechnung eingezogen wurde.

Natürlich testete ich auch die besagten Teledialogsysteme und zahlte innerhalb von 3 Monaten Lehrgeld in vierstelliger Höhe. Aber es gab nicht nur die Erotik- bzw. regelrechte Abzockersysteme, sondern auch ein paar sehr unterhaltsame Teledialoge mit anständigen Preisen (10 bis 15 Pfennige pro Minute oder pro Mitteilung) und anständigen Leuten. Eines davon war der Phantasia-Teledialog. Anlässlich eines "Tickertreffens" dieser Leute lernte ich meine heutige Frau kennen.

Aber genug von meinem Privatleben geplaudert. Reden wir wieder über das Internet. Was ist eigentlich das World Wide Web?

 

Kleiner Exkurs: Das Internet und das World Wide Web (WWW)


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